Auch Kinder erkranken mittlerweile an "Altersdiabetes", dem Typ 2. Die chronische Volkskrankheit breitet sich aus, Ministerin Schmidt fordert ein Umdenken.
Bis zum Jahr 2030 erwartet die Weltgesundheitsorganisation (WHO) eine Verdoppelung der weltweiten Diabetes-Fälle. Das berichtete Gojka Roglic, Expertin für die Zuckerkrankheit bei der WHO, anlässlich des Welt-Diabetes-Tages am Freitag.
Selbst der Diabetes-Typ 2, bekannt als "Altersdiabetes", ist nicht mehr nur ein Erwachsenenproblem. (© Foto: iStockphotos)
Anzeige
Die weltweit wachsende Zahl der Erkrankungen liegt nach Ansicht der WHO-Mitarbeiterin Roglic vor allem an der weit verbreiteten Überernährung und Fettleibigkeit. Auch in den Entwicklungsländern steige die Zahl der Diabetestoten.
Wie im vergangenen Jahr ist das Thema dieses Tages "Diabetes bei Kindern und Jugendlichen", denn Diabetes mellitus ist zu einer der häufigsten chronischen Kinderkrankheiten geworden.
Nach Schätzungen der UN erkranken jedes Jahr 70.000 Kinder unter 15 Jahren an Diabetes Typ 1, einer Autoimmunerkrankung. Auch Typ 2, der früher als "Altersdiabetes" einzig als Erwachsenenkrankheit bekannt war, findet sich immer häufiger schon bei Kindern, insbesondere wenn sie übergewichtig sind.
Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) empfahl eine bessere Ernährung und mehr Bewegung für Kinder und Jugendliche.
25.000 Kinder deutschlandweit betroffen
"Übergewicht ist ein wichtiger Risikofaktor für die Entstehung von Diabetes", sagte sie in Berlin. Daher müssten bereits im Kindes- und Jugendalter die Grundlagen für ein gesundes Ernährungs- und Bewegungsverhalten geschaffen werden.
Über 25.000 Kinder und Jugendliche leiden in Deutschland Schmidt zufolge an Typ-1-Diabetes (Jugenddiabetes). Die Behandlung von Diabetes habe sich verbessert, seit 2002 spezielle Behandlungsprogramme ("Disease-Management-Programme") ins Leben gerufen worden seien. Bundesweit nähmen fast drei Millionen junge und ältere Diabetiker daran teil.
In Deutschland ging die Zahl der Diabetes-Toten 2007 leicht zurück. Nach Daten des Statistischen Bundesamts starben im vergangenen Jahr 21.871 Menschen an dem landläufig auch als Zuckerkrankheit bezeichneten Leiden. Dies waren 437 Menschen oder zwei Prozent weniger als 2006.
Insgesamt erlagen wesentlich mehr Frauen dem Diabetes mellitus als Männer. Im Vergleich der Bundesländer verzeichneten Thüringen und Sachsen-Anhalt mit 60 und 61 Menschen auf je 100.000 Einwohner die höchste Sterblichkeit. In Bayern und Hamburg lag die Rate mit 15 und 16 Menschen am niedrigsten.
Weltweit leben nach Schätzungen der WHO mehr als 250 Millionen Menschen auf der Welt mit der Krankheit. "Die Verbreitung von Diabetes ist sprunghaft angestiegen, 1985 gab es erst wenige Millionen Fälle, heute ist die Krankheit weit verbreitet", sagte Kerrita McClaughlyn von der Internationalen Diabetes-Föderation auf Anfrage.
In vielen Ländern fehle Geld zur Behandlung der Zuckerkrankheit, berichtete die WHO. Während in Europa ein in der Kindheit erkrankter Mensch ein weitgehend normales Leben führen könne, sei Diabetes auf anderen Kontinenten ein Todesurteil: In Mali habe ein Kind mit Diabetes beispielsweise eine Lebenserwartung von 30 Monaten. Nach Angaben Roglics sterben jedes Jahr weltweit rund drei Millionen Menschen an Diabetes.
Der Diabetes-Tag wird seit 1991 begangen, seit 2007 ist es ein offizieller Tag der UN. Als Datum wurde mit dem 14. November der Geburtstag von Frederick Banting gewählt. Der Nobelpreisträger für Medizin entwickelte gemeinsam mit Charles Best die ausschlaggebende Idee, die zur Entdeckung von Insulin im Jahr 1921 führte.
(dpa/mmk)
Grammy-Verleihungen
übergewicht, mangelnde bewegung und schlechte ernährung erhöhen zwar das risiko, an diabetes 2 zu erkranken, aber genau wie zb auch bei diversen krebserkrankungen wird das gen auch weitervererbt.
leider ändern auch die roten balken nichts an der tatsache ,dass diabetes typ 2 erblich ist.
es gibt studien die besagen, dass es 70% sind.
Keiner kann etwas für Diabetes Typ 1?
Diabetes als Zivilisationskrankheit tritt bei 'artgerechter' Ernährungs- und Lebensweise nicht auf! Was die sog. Ernährungsexperten empfehlen führt geradewegs in die Medikamentenabhängigkeit. Wenn dann noch freizügig mit Antibiotika herumlaboriert wird, ist Typ 1 schon absehbar.
Also: Keiner ist schuld? Wenn ich mein Benzin-Auto mit 2-Takter-Mischung fahre und der Motor verreckt, bin ich auch nicht schuld?
t.. warum sollte ein pharmaunternehmen millionen in die erforschung der autoimmunrankheit diabetes typ 1stecken (es gab einige ansätze, aber die projekte wurden eingestampft) - wo es für die industrie doch viel lukrativer ist, wenn die erkrankten ihr leben lang an der nadel hängen müssen???
beim typ 2 ists doch analog - viele der typ 2(b) - diabetiker könnten ihre medikamtentendosis erniedrigen - wenn von patientenseite der wille zu einer veränderung der lebensgewohnheiten da wäre.. aber... lieber ein paar tabletten am tag, oder gar insulin.. als ernährungs und bewegungsgewohnheiten ändern...
aber auch hier scheint den kassen egal zu sein, dass prävention viel billiger ist - und an der prävention verdient "big pharma" schliesslich auch nichts..
die schlüsse daras mag jeder ziehen wie er mag
Diabetes Typ 2:
Anscheinend sprechen Mediziner schon von Vererbung, wenn die Kinder sich den gleichen Fraß wie ihre Eltern einverleiben. Dabei ist mittels Reduzierung der Eiweißzufuhr innerhalb weniger Wochen eine Reduzierung der Insulinresistenz erreichbar, was natürlich zum Aufschrei bei den diversen Interessengruppen von der Landwirtschaft über Fleischverarbeiter bis zu den Handelsketten führt. Die kaufen sich dann einen 'Experten' vom Ottfried-Fischer-Format, der mit alten Behauptungen durch die Talkshows tourt.
Ja, wo kämen wir denn hin? Es gilt ein Imperium zu verteidigen!
Paging