Von Mirja Kuckuk

Wir arbeiten anscheinend zu viel. Jeder dritte Deutsche sehnt sich nach Wellness. Überraschend, wer in Deutschland besonders ausruhbedürftig ist.

Man sagt ja immer, im Süden sei der Erholungswert so hoch. Klare Bergseen laden zum erfrischenden Bad, Gipfel animieren zum Erstürmen, und dank sonniger Skipisten wird selbst der Winter zur beliebten Sportsaison.

Massage; iStockphotos

Der Deutschen liebste Entspannung: die Massage (© Foto: iStockphotos)

Anzeige

Aber all das reicht dem Süddeutschen anscheinend nicht. Er fühlt sich wellnessreif. Er möchte Massagen, Peelings und warme Bäder. Das hat eine repräsentative Umfrage der Zeitschrift Gala im Vorfeld der Gala Spa Awards ergeben.

Jeder dritte Deutsche sehnt sich nach luxuriöser Entspannung. Allen voran eben jene freizeitverwöhnten Süddeutschen, von denen sich 39 Prozent als reif für den Wellness-Tempel bezeichnen. Den Ostdeutschen scheint es kaum besser zu gehen: 38 Prozent würden sofort in ein besseres Wohlgefühl investieren, im Westen und Norden hingegen nur 34 beziehungsweise 33 Prozent. Als besonders erholungsbedürftig empfinden sich die 30 bis 49-Jährigen.

Der Deutsche entspannt am besten, wenn er gar nichts tun muss. 73 Prozent aller Befragten lassen deshalb gern Hand anlegen und bevorzugen eine Massage. 50 Prozent baden gern und machen Peelings. Wenn Fitness, dann bitte mit persönlicher Beratung: 36 Prozent hören auf einen Personal Trainer. Lediglich mit meditativen und esoterischen Entspannungsübungen haben sie es nicht so: Zum Entspannen meditieren gerade mal 26 Prozent, Yoga und Pilates machen nur 16 Prozent.

Am Wohlfühlen sparen die Deutschen nicht: 46 Prozent geben im Jahr 50 bis 500 Euro für Anwendungen aus. Sechs Prozent investieren sogar 500 bis 1000 Euro jährlich. Den Körper so richtig etwas kosten lässt sich aber nur ein Prozent und gibt für die erhoffte Entspannung über 2000 Euro aus. Wer "professionelle" Wellness will, muss also etwas tiefer ins Portemonnaie blicken. Laufen, Schwimmen, Wandern dagegen kostet nicht viel.

Leser empfehlen 
Lesetipp aus der aktuellen SZ: Die Wüste bebt

Im einst stabilen und friedlichen Staat Mali errichten Islamisten, Separatisten und Terroristen das Afghanistan Afrikas. Seite 3 Jetzt lesen ...

(sueddeutsche.de/jüsc)