Vergessen Sie die Kommentare von Wein-Experten und Besserwissern. Wenn Sie Ihren eigenen Geschmack bedienen möchten, gibt es nur eins: trinken, trinken, trinken.
Er könnte ja so herrlich unkompliziert und lustvoll sein, wenn man mit seinem Wein ohne besserwisserische Kommentare vermeintlicher Kenner alleine gelassen würde. Statt in einen Dialog mit dem Besserwisser ("Dosenfrüchte, verhalten, Ester, tosender Abgang"), wäre es hilfreicher, in ein Zwiegespräch mit dem Wein zu treten: Schnuppern, Schlürfen, Schlabbern.
Wichtigste Regel: Vertraue Deinem Geschmack! (© Foto: iStockphotos)
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Fassen Sie Mut! Sagen Sie: "Schmeckt mir." Oder: "Schmeckt mir nicht."
Der Grund für Ihr Urteil mag interessant sein, doch sobald Sie laut danach suchen, beginnt ein kläglich Stochern und Stottern. Mit oft bedauerlichen Konsequenzen. Man entschuldigt sich sogar dafür, dass einem der Wein schmeckt ("Den finde ich gut, aber ich habe ja keine Ahnung von Wein"). Oder auch dafür, dass der Wein eben nicht schmeckt: "Diesen mag ich jetzt irgendwie nicht, auch wenn er wahrscheinlich der bessere Wein ist."
Vertraue deinem Geschmack!
"Trust your taste" - Vertraue deinem (eigenen) Geschmack", lautet das Motto des begnadeten südafrikanischen Weinmachers Bruce Jack (Flagstone Winery/Somerset West). Es sollte eigentlich das Motto eines jeden Weintrinkers sein.
Doch die gute Absicht allein schenkt noch keinen guten Wein ins Glas. Viele Weintrinker bekennen: "Ich weiß nicht, wo ich gute Weine finden kann." Zu viele "Treffer" entpuppen sich als Zufallstreffer. Und wenn man einen solchen nachkaufen will, weiß man oft nicht, woher man ihn hatte.
Wer also dauerhaft wohlschmeckende Treffer erzielen möchte, sollte neugierig und mutig sein. Neugierig auf Unbekanntes, nie Getrunkenes. Und mutig allen Vorurteilen, auch den eigenen, entgegentrinken. Süße Rieslinge? Fränkischen Silvaner? Deutsche Rotweine? Wer seine stereotypen Vorurteile nicht abbaut, enthält sich wahre Freuden vor.
Denn die Welt des Weins ist voller Dynamik. Fruchtige Rieslinge aus Deutschland sind die Weine der Stunde, zahlreiche deutsche Rotweine weit besser als ihr Ruf (und weit besser als viele berühmte französische, italienische, spanische) und Silvaner ist ein traditionsreicher Wein mit rosiger Zukunft.
Wie kommt man ran an die vielen feinen Tropfen, die noch dazu vor unserer Haustüre wachsen? Über den Fachhandel und das Literaturstudium.
Ein Blick in die Weinliteratur kann helfen, Vorentscheidungen zu treffen. Schauen Sie nicht als Erstes in Bücher, in denen Noten vergeben werden (Gault Millau WeinGuide; Eichelmann). Sondern in solche, die Ihnen Lust auf Wein machen. Wo Ihnen etwas über die Landschaft erzählt wird, in der er wächst. Über die Menschen, die ihn erzeugen. Und warum sie ihn erzeugen. Und weshalb sie ihn so und nicht anders machen.
Das beste Buch zum Thema ist laut Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung das 720-Seiten-Epos "Wein spricht Deutsch", das soeben bei Scherz erschienen ist (78 Euro).
Den Wein verstehen
Je mehr Sie über einen Wein wissen, desto leichter werden Sie ihn verstehen, desto mehr und besser werden Sie schmecken. Wein ist Kunst. Befassen Sie sich mit ihm, aber vergessen Sie nie, dass es - wie in der Oper - vor allem um eines geht: den Genuss.
Genussfähige Weine finden Sie im Fachhandel viel eher als im Discounter oder Supermarkt. Was Sie dort finden, ist in der Regel industralisierte Massenware, für die selbst geringe Preise zu hoch sind - geschminkte Taugenichtse, hässlich wie eine nasskalte Novembernacht am Münchner Ostbahnhof.
Im guten Fachhandel finden Sie hingegen Weine, die einem anderen Konzept entsprechen: dem Genusskonzept. Denn meistens wird ein guter Weinfachhandel (oft mit Probiermöglichkeit) von Wein-Aficionados geführt, die ihren Laden notfalls auch selbst leer trinken würden. Diese Menschen sind von Wein beseelt und berichten von des Weines Seele. Davon profitieren alle: der Wein, Sie und Ihr Händler.
Sie können übrigens auch beim Winzer direkt einkaufen. Fahren Sie hin (wo Wein wächst, ist es in der Regel schön - außer in Bordeaux), lassen Sie sich einschenken oder Weine schicken. Viele Winzer unterhalten im Internet einen Online-Shop und bieten "Probierpakete" mit einem Mix diverser Hausweine an (den besten Zugang zu deutschen Weingütern bietet die Seite www.deutscheweine.de, während Freunde österreichischer Weine auf www.weinausoesterreich.at fündig werden).
Oder lassen Sie sich Ihren Wein vom Winzer höchtselbst in den Keller legen. Viele direktvermarktende Winzer fahren ihre Weine noch immer selbst aus. Sogar bis nach Hamburg, Berlin oder München. Im November/Dezember starten sie wieder. Lassen Sie sich auf die Liste setzen!
Das Wchtigste aber, das Sie tun können, um an jene Weine zu kommen, die Sie wirklich gerne mögen, ist: trinken, trinken, trinken. Nur Erfahrung macht Sie klüger. Weil Sie nur trinkend lernen, Geschmäcker zu differenzieren, Eigenarten zu verstehen und Ihren persönlichen Geschmack entdecken. Es gibt keine bessere Instanz als Ihren eigenen Geschmack.
Gutes Gelingen - und während des Studiums das Wassertrinken nicht vergessen!
Im einst stabilen und friedlichen Staat Mali errichten Islamisten, Separatisten und Terroristen das Afghanistan Afrikas. Seite 3 Jetzt lesen ...
- Kleine Weinkunde (3) Lexikon für Angeber 12.09.2007
(sueddeutsche.de)
Bundespräsident Gauck in Israel
Schreibt Stephan Reinhardt:
"Das beste Buch zum Thema ist laut Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung das 720-Seiten-Epos "Wein spricht Deutsch", das soeben bei Scherz erschienen ist (78 Euro)."
Und die Autoren der deutschen Ausgabe des Buches von Stuart Pigott sind:
Andreas Durst, Ursula Heinzelmann, Chandra Kurt, Manfred Lüer, Stephan Reinhardt
Also denn, Prost subtiles ("laut FASZ") Selbstlob.
Es geht doch nicht um Alkoholismus, sondern um Genuss, und das ist - muss man's erwähnen? - etwas anderes.
Auch beim Trinken gilt: Nur Erfahrung macht den Meister. Muss der Meister darob aber ein Zecher ein?
Mitnichten. Denn lese ich nicht, dass die Geschmacksschule neben einem theoretischen Teil (Lesen. Lesen, Lesen - also Lernen) auch einen praktischen hat: Wein, Wasser, Wein, Wasser, Wein, Wasser...?
Vielleicht sollte man das Essen noch hinzufügen. In der Kombination kann nichts schief gehen.
"...dass man bereits bei einem einzigen Glas Wein - täglich konsumiert - schleichend Alkoholiker wird ..."
Ganz kann ich Ihrer Aussage nicht folgen. Denn das würde bedeuten, dass sich ungefähr zwanzig Millionen Italiener und mindestens ebenso viele Franzosen auf dem Schleichpfad zum Alkoholiker befinden - schließlich gehört es in diesen Ländern seit einer halben Ewigkeit zum guten Ton, bei einem gepflegten Essen mindestens ein Glas Wein zu trinken, und das jeden Tag.
Doch soweit ich informiert bin, ist der Anteil der Alkoholiker bei unseren südlichen und westlichen Nachbarn geringer als hierzulande. Vielleicht liegt's doch eher an der deutschen Exzessiv-Methode á la "Ein Helles, ein Kurzer etc."
Wenn denn alles wein wäre was so in den flaschen ist, wäre es sehr schön.doch heute ist es wohl mehr chemie wie sonne und natur. wohl bekomms beim probieren.
daß in diesem Artikel kein einziges Mal die Marketing-Floskel "trocken" vorkommt!
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