DEN KÖRPER ENTHAAREN

unbehaarter mann

Unbehaarte Stellen lassen sich besser massieren. (© Foto: AP)

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Neigt ein Mann zu sehr geringer Körperbehaarung und hätte gern mehr, dann hat er Pech gehabt (es sei denn, er will sich mit der Lächerlichkeit eines Brusttoupets bekleiden). Andersherum ist es besser. Männer, die gern weniger oder keine Haare am Körper hätten, können ihre Haare entfernen oder entfernen lassen. Beliebt sind, bei manchen Männern, das haarfreie Bein, die haarfreie Achsel, der haarfreie Rücken, der haarfreie Genitalbereich und das haarfreie Gesicht. Auch die Ganzkörperenthaarung ist möglich. Einige Formen der Enthaarung überlässt man besser Fachleuten. Diese unterscheiden zwischen Depilation und Epilation.

Depilation Bei der Depilation handelt es sich um eine nicht dauerhafte Haarentfernung, sprich: Man benutzt Schere und Rasierer. Zur Depilationzählt auch der Einsatz chemischer Mittel, zum Beispiel basischer Enthaarungscremes. Die Creme wird auf die zu enthaarende Körperstelle aufgetragen, wo sie nach einiger Zeit dergestalt wirkt, dass das Haar sich auflöst. Der Vorteil der Creme gegenüber der Rasur liegt darin, dass ihre Wirkung etwas länger anhält. Bei der Rasur wird lediglich das äußere Haar entfernt, es wächst sofort nach. Die in einer Enthaarungscreme enthaltenen Substanzen dagegen brechen die Proteine eines Haars auf. Der außerhalb der Haut gelegene Teil des Haars wird aufgelöst, der sichtbare Haarwuchs setzt erst nach einigen Tagen wieder ein. Die Haarwurzel wird davon nicht berührt. Die Verträglichkeit solcher Cremes ist hautabhängig, es kann zu allergischen Reaktionen kommen. Eine weitere Depilationsmethode ist die Entfernung von Körperhaaren durch Wachs. Hierbei wird ein Gemisch aus Bienenwachs und Harz in Form von Wachsstreifen auf die zu enthaarende Stelle aufgetragen, angepresst und dann ruckartig abgerissen. Am Wachsstreifen kleben dann Haare mit ihren Wurzeln. Diese Prozedur entfernt Haare großflächig für vier bis sechs Wochen, doch sie ist schmerzhaft und fördert zudem den Haarwuchs unter der Haut. Im Genitalbereich sollte diese Methode wirklich nicht angewendet werden.

Epilation Bei der Epilation handelt es sich um dauerhaftere oder gar dauerhafte Haarentfernung. Auch hier sind verschiedene Methoden zu unterscheiden, nämlich die Nadel- und die Laserepilation.

Nadelepilation Die Nadelepilation funktioniert mittels einer elektrischen Nadel. Intim-, Nasen-, Ohren- und Achselbereich sind von dieser Behandlung in der Regel ausgenommen. Der Epilator versucht, mit der Nadel in den Haarfollikel zu stechen. Die Idee: Strom und Hitze führen dazu, dass das Haarprotein verkocht wird. Das Haar wird allerdings nur dann dauerhaft entfernt, wenn es sich im Moment der Bearbeitung mit der heißen Nadel in der Wachstumsphase befindet. Prinzipiell sind mehrere Lebensphasen eines Haars zu unterscheiden: die Wachstumsphase, die Stillstandsphase, die Rückbildungsphase und der Haarausfall. Haare wachsen, hören auf zu wachsen, bilden sich zurück und fallen aus. Ein ewiges Wachsen und Ausfallen und Wiederwachsen und Wiederausfallen, das an mancher Körperregion (Schädel) früher oder später in einem Totalausfall enden kann, während man an anderen Stellen (Ohr, Nase) hormonell bedingt zunehmend mehr Haare hat, als einem lieb ist.

Laserepilation Bei der Laserbehandlung werden die Haare per Laserstrahl an der Wurzel entfernt. Der Schmerz, der dabei empfunden wird, entsteht durch die Hitze des Lasers. Da jedoch mit dem Laser auch ein Kühlspray geschossen wird, ist der Schmerz in der Regel verkraftbar. Die Technik hat Fortschritte gemacht, dennoch sind Laser bei weißen, grauen und blonden Haaren nicht sinnvoll einsetzbar.

Ein schöner Rücken Drei bis fünf Prozent der Menschen, die gern weniger Haare hätten, können mit keiner der genannten Methoden zufriedengestellt werden, da ihre Haare weiterwachsen. In diesem Fall empfiehlt es sich, seine Vorlieben zu ändern, und wer je an den Stränden des Südens einen richtig behaarten Männerrücken sah, der weiß, dass das so schlimm gar nicht aussieht. Wenn man es sich ein bisschen schönredet.

Die Texte sind dem Buch "Ein Mann. Ein Buch." von Eduard Augustin, Philipp von Keisenberg und Christian Zaschke entnommen. Erschienen bei Süddeutsche Zeitung Edition.

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