Was beim Saunagang zu beachten ist Richtig schwitzen
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Wenn es draußen kälter wird, zieht es viele Menschen in die Sauna. Damit es dort wirklich entspannend wird, sollte man beim Aufguss einige Regeln befolgen.
Der Aufguss ist für viele der Höhepunkt eines Saunabesuchs: Das Wasser aus der Schöpfkelle prallt zischend auf die heißen Steine, ein kühler, feuchter Film legt sich auf die Haut. "Das Schwitzen wird dadurch blockiert, von innen heizt man sich noch mehr auf", erklärt Ulrike Novotny, Medizinerin und Saunaexpertin aus Radolfzell am Bodensee. Dem Hitze-Kälte-Reiz des Saunagangs werde damit die Krone aufgesetzt.
Ein Aufguss ist beim Saunagang keine Pflicht.
(Foto: Foto: ddp)Doch ein Muss ist der Aufguss beim Saunieren keineswegs. "Für den Saunaablauf ist er nicht nötig", bestätigt der Sachbuchautor Robert Kropf aus Wien. Der positive gesundheitliche Effekt lasse sich auch ohne Aufguss erzielen, solange das Wechselspiel zwischen kalt und warm richtig eingehalten werde. Wer sich dabei nicht wohlfühlt, Luftnot oder ein Schwindelgefühl bekommt, sollte unbedingt hinausgehen, rät Kropf - selbst wenn manche hartgesottene Saunagänger das als Fauxpas empfinden.
Empfindliche Menschen verzichten im Zweifelsfall lieber ganz auf den Aufguss. Denn durch die schlagartig höhere Luftfeuchtigkeit beim Aufguss wird der Kreislauf noch mehr gefordert als ohnehin schon beim Saunieren. Die Gefäße erweitern sich stärker und die Haut wird noch mehr durchblutet. Manchem stockt in diesem Moment der Atem. Sie sprechen dann von einem "Gluthauch", der durch die Sauna weht, so Novotny.
Verstärken lässt sich dieser Effekt, indem der Saunameister oder ein Gast die heiße Luft mit einem Handtuch, Fächer, Birkenzweig oder Palmwedel im Raum verteilt. Dadurch werde die Wasserdampfschicht von der Haut wegrissen und die Wärme unmittelbar spürbar, erläutert ein Sprecher des Deutschen Sauna-Bundes.
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Der Aufguss sollte immer am Ende des Saunadurchgangs liegen, alles andere belastet den Körper unnötig. Der Sauna-Bund rät außerdem, sich nicht länger als 15 Minuten im Saunaraum aufzuhalten. Und keinesfalls darf zu viel Wasser aufgegossen werden. Die heute empfehlenswerte Menge liege bei 20 bis 30 Gramm Wasser je Kubikmeter Rauminhalt, früher seien es sogar nur zehn bis 15 Gramm gewesen.
Eiswürfel auf heißem Stein
Da das für Laien je nach Größe des Saunaraums schwer abzuschätzen ist, bietet sich laut Medizinerin Novotny an, nicht mehr als zwei bis drei Kellen auf die Steine zu schöpfen. Außerdem sollte nicht alles auf einmal aufgegossen werden - besser sind zwei bis drei Portionen. Alternativ können Eiswürfel auf die heißen Steine gelegt werden: "Hier verdunstet das Wasser gleichmäßiger, weil das Eis ja erst schmelzen muss."
Meist ist dem Wasser ein Duftstoff zugesetzt. "Nur Wasser und Dampf riecht manchmal nur so naja", sagt die Medizinerin. Eine Besucherbefragung des Sauna-Bundes scheint diesen negativen Eindruck zu bestätigen: Demnach mögen nur drei Prozent der Saunagäste den reinen Wasseraufguss, 81 Prozent wünschen dagegen die Zugabe eines Duftstoffes. Weitere zwölf Prozent schätzen überhaupt keinen Aufguss.
Ganz wichtig beim Thema Duft: Das Aufgusswasser darf nur mit wenigen Tropfen Aromaöl versetzt werden - nicht mehr als zwei bis fünf pro Kübel. Denn Öl ist leicht entflammbar und kann bei unsachgemäßer Anwendung zu schweren Verbrennungen führen - zum Beispiel, wenn es unverdünnt auf die heißen Steine gerät. In gewerblichen Saunen darf daher in der Regel allein der Saunameister die Aufgüsse machen.
Mandarinen-Sauna
Privaten Saunabesitzern empfiehlt Kropf, das Ölfläschchen wegen der Brandgefahr erst gar nicht mit in die Saunakabine zu nehmen. Die Tropfen kommen am besten immer außerhalb der Sauna ins Wasser. Die Dosierung sollte immer auf der Flasche vermerkt sein. Außerdem muss die Qualität stimmen, damit keine gesundheitlich bedenklichen Stoffe zum Einsatz kommen. Zu erkennen sind solche Produkte zum Beispiel an dem blauen, tropfenförmigen Qualitätszeichen für Sauna-Aufgusskonzentrate und Duftstoffe, das der Sauna-Bund vor einigen Jahren entwickelt hat.
Die Düfte können das Entspannungserlebnis fördern und das Wohlbefinden anregen. Typischerweise werden Zitrusdüfte wie Mandarine oder Zitrone verwendet. Geht es außerdem darum, eine positive Wirkung auf die Atemwege zu entfalten, bieten sich Düfte wie Latschenkiefer, Menthol oder Eukalyptus an.