Vorlesen Unter diesen Kinderbüchern leiden Eltern

Kinder lieben das: sich in die Arme der Eltern kuscheln und zuhören. Eigentlich für beide schön - wenn es nicht ausgerechnet diese Bücher wären.

Conni backt Hasch-Pizza

Verflucht sei der Tag, an dem ich dieses billige Bändchen aus der Wühlwanne einer Schwabinger Buchhandlung fischte. Erzählt wird in "Conni backt Pizza" ein quälend langatmiges Pizzabackmisch-Backvergnügen, das Conni einleitet, weil ihr der Spinat ihrer (Hausfrau-)Mama nicht schmeckt. Am Ende darf Connis Mama abwaschen. Die Vorlese-Mama wiederum bekommt das Rezept (Back doch auch mal mit deinen Kindern!) und einen Vorgeschmack auf das, was ihr mit Conni noch so blüht.

Denn zwar geht dieses Buch irgendwann glücklich beim Umzug verloren, Conni aber verschwindet nicht so schnell aus dem Leben einer Mädchen-Familie. Conni wächst mit, macht uns über Jahre zu Paten ihres Spießerlebens, in dem die größte Katastrophe ein Fleck Dipsoße auf der Couchdecke vorm Fernseher ist. Auf die Bilderbuch-Conni folgt die Schulkind- und seit 2013 (der Verlag kennt kein Erbarmen) sogar die Jugendroman-Conni.

Die Pubertät aber ist vielleicht eine Chance: Zeit, die Schleife aus dem Haar zu reißen und mal richtig zu rebellieren! Ein paar Buchtitel haben verzweifelte Eltern unter dem Hashtag #darkconni schon im Netz gesammelt. Wie wäre es mit "Conni backt Hasch-Pizza", "Conni treibt ab" oder "Conni liebt Julia"? Von Nina von Hardenberg

4. April 2017, 11:522017-04-04 11:52:11 © SZ vom 01.04.2017/lot