Lebendig übers Messer gezogen
Gérard Lerouge in seinem in seinem Restaurant "Roger La Grenouille" (© Foto: AP)
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In Indonesien und der Türkei werden die Frösche oft in ihrem natürlichen Lebensraum gejagt, bei lebendigem Leibe übers Messer gezogen, die Wirbelsäule durchtrennt, die Schenkel abgerupft. "Die Oberkörper leben bis zu drei Stunden weiter", sagt Schmeller. Das ist Schicksal von Millionen von Fröschen, deren tiefgekühlte Schenkel in jedem gut sortierten französischen Supermarkt zu kaufen sind. Drei Euro für 500 Gramm.
"Unseren Fröschen ergeht es nicht so grausam", verteidigt Benjamin Cattan, Chefkoch von Roger la Grenouille, als er die nächste Portion in seiner Pfanne röstet. Zumindest nicht ganz. Die wahren Feinschmecker verschmähen Tiefkühlkost. Das Restaurant kauft seine schmackhaften Schenkelchen deswegen bei David Pier aus Chevrolière im westlichen Loire-Tal, einem der großen Händler für Lebendfrösche in Frankreich.
"Wir beziehen sie aus der Türkei, sie kommen in Kisten herübergeflogen", sagt Pier. In Frankreich bleiben die grünen Fliegenfresser nur einige Tage am Leben, die Zeit der Farmen ist vorbei. "Dann töten wir sie per Stromschlag. 24 Stunden später liegen ihre Schenkel auf dem Teller." 200 Restaurants und Großhändler beliefert Pier landesweit. Die Nachfrage sei noch bis 2005 angestiegen, seitdem stabil, auf hohem Niveau.
Ihm bereitet sein Metier manchmal ein wenig Schuldgefühle. Weniger wegen der bedrohten Artenvielfalt vor der Haustür, eher wegen der Lage in den Herkunftsländern. Dort hat auch Rana ridibunda nichts mehr zu Lachen. Der Bestand ist stark reduziert. In manchen Monaten hat Pier Schwierigkeiten, Nachschub zu bekommen. Keine gute Nachricht im "Jahr des Frosches", das die Weltnaturschutzorganisation für 2008 ausgerufen hat.
"Der Jet-Set weiß, was schmeckt"
Bei Roger la Grenouille will man davon nichts wissen. Das urige Bistro gibt es seit den 30er Jahren, es hat sich seinen tadellosen Ruf als Pariser Froschschenkelspezialist bewahrt. Verbeulte Kupferpfannen baumeln von der Decke, an den Wänden Fotos von berühmten Gästen, in den Vitrinen Porzellanfrösche.
Chefkellner Gérard Lerouge schwelgt in Erinnerungen. "Als ich ein kleiner Junge war, gehörten Froschschenkel auf jeden Tisch. Wir haben die Tiere selber an den Teichen gesammelt." Nach seinem Eindruck sind Frösche doch ein wenig aus der Mode gekommen. "Sie sind halt auch teuer, 33 Euro für das Hauptgericht", sagt er. Das Restaurant sah sich gezwungen, auch Fleisch- und Fischgerichte ins Menü zu nehmen.
Nur, wenn sich der Jet-Set in Paris versammelt, wie Ende Januar bei den Modenschauen, brummt das Geschäft mit den Schenkeln. 80, 90 Portionen werden dann pro Abend serviert. Das sind 450 Frösche. "Man kann sagen was man will", schmunzelt Lerouge. "Aber die Reichen und Schönen wissen, was schmeckt." Darf man jetzt noch schreiben, dass sie Recht haben?
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(Tobias Schmidt/AP)
Partyzone Flußufer
1980 waren Froschschenkel (aber auch Muscheln ,Scnecken ...) eine Delikatesse, dann der Aufschrei , Weinbergschnecken, Frösche sind vom Aussterben bedrohr...
Der Verzehr geriet in Verruf
Die Nachfrage sank.
Heute , entdeckt man dies wieder, die Nachfrage steigt, und der Aufschrei kommt wieder.
Ach ja, es ist doch schön , alle 20 - 30 Jahre wiederholt sich alles, Ähnliche Musik, Ähnliche Vorlieben für Mode, Ernährung....
Tatsächlich ist in den meisten österreichischen Landes-Tierschutzgesetzen - so auch in Wien - "das Ausreißen oder Abtrennen von Schenkeln an lebenden Fröschen" verboten, doch das hindert offenbar die gewissenlose Schicki-Micki-Gourmet-Szene in keinster Weise daran, dieses extreme Tierqualprodukt aus aller Herren Länder - vornehmlich Indonesien, Türkei und Frankreich - zu importieren, zum Verkauf anzubieten und sich in den Rachen zu schieben.
Daß lebenden Tieren vorher die Beine ausgerissen oder abgeschnitten werden und der noch zuckendende Rest-Körper als "Abfall" auf einen Berg von Leidensgenossen geworfen wird, schmerzt diese Menschen offenbar nicht, wenn das "Endprodukt" erst einmal gebraten auf dem Teller liegt. Millionen von Fröschen müssen derart grausam sterben, um die verwöhnten Gaumen der unverbesserlichen österreichischen Froschschenkel-Liebhaber zu befriedigen.
Protestieren Sie bitte beim "Spezialitäten"-Restaurant Georg Ruziczka am Naschmarkt in Wien (georg-ruziczka@chello.at) und teilen Sie ihm mit, daß weder Sie noch Ihre Bekannten jemals dieses Restaurant betreten werden, solange es derartige Tierqualprodukte anbietet oder auf die Speisekarte setzt.
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Froschschenkel sind in der Tat sehr lecker wer sich darüber aufregt, muss konsequenterweise ausschließlich Bio-Hähnchen, Bio-Fleisch, Bio-Eier etc. kaufen. Oder Vegetarier werden.
dessen Schenkel die Franzosen zum Fressen gern haben. Und was Fressen die Deutschen ?
die armen Hühner, die armen Schweine, die armen Kühe. Oder Fressen sie das nur so zum spass?
NIX gegen Deutschland Ehrenwort, aber jeder soll doch Fressen zu was er Lust zu Fressen mag. Also guten Appetit beim Fressen.
M51
PS: ach ja da gibts noch die armen Schneken. Übrigens, die schmecken lecker die Froschschenkel und auch die Schneken.