Von Martin Kotynek

Nachdem in tiefgefrorenen Enten H5N1-Erreger gefunden wurden, stellt sich die Frage, ob man sich über die Nahrung infizieren kann.

Nach dem Ausbruch der Vogelgrippe in Bayern ist in der Nacht zum Dienstag die bislang größte Keulungsaktion von Zuchttieren in Deutschland zu Ende gegangen. Seit Samstag wurden in zwei Mastbetrieben in der Oberpfalz 205.000 Enten getötet.

Vogelgrippe

Die getöteten Tiere in der Oberpfalz werden entsorgt. (© Foto: ddp)

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Zuvor hatten die Behörden in 18 tiefgefrorenen Enten aus den beiden Betrieben den H5N1-Erreger gefunden, der unter Umständen auch Menschen infizieren kann. Die etwa 60 Geflügelhalter in der unmittelbaren Nachbarschaft der beiden Höfe bei Bruck und Nittenau dürfen ihre Tiere nun nicht mehr ins Freie lassen. Im Umkreis von drei Kilometern wurde der Warenverkehr eingeschränkt.

Die beiden Höfe standen in Kontakt zu jenem Geflügelmastbetrieb bei Erlangen, wo die Vogelgrippe vor fast drei Wochen ausgebrochen war. Dort waren 166.000 Enten getötet worden. Aus diesem Mastbetrieb sind nach Angaben des Verbraucherschutzministeriums womöglich Enten, die mit dem Erreger infiziert waren, in den Lebensmittelhandel gelangt.

Die Gefahr, sich über die Nahrung mit dem Virus anzustecken, sei jedoch "sehr gering", sagt Reimar Johne, Virologe am Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR). "Bisher ist noch kein einziger Fall bekannt, bei dem sich ein Mensch mit Vogelgrippe infiziert hätte, nachdem er Geflügel gegessen hat."

Hitzeempfindliches Virus

Zudem sei das Virus sehr hitzeempfindlich, sagt Elke Reinking vom Friedrich-Loeffler-Institut für Tiergesundheit in Greifswald, das das Nationale Referenzlabor für Geflügelpest betreibt. "Da Geflügel meist gut durchgekocht wird, wird das Virus irreversibel geschädigt", sagt Reinking.

Thomas Löscher, Infektiologe in der Abteilung für Infektionsmedizin der Universität München, rät, "kleinere Stücke, wie Filets, eine Viertelstunde lang zu garen oder zu braten, bis die Fleischfarbe verloren geht. Ganze Tiere sollten aber eine Stunde lang im Ofen bleiben." Außerdem sei das Risiko einer Ansteckung mit dem Erreger "um vieles geringer" als bei Salmonellen, so Löscher.

Damit sich Menschen mit dem H5N1-Virus infizieren, sei eine sehr hohe Dosis nötig: "Anders als für Vögel ist die Vogelgrippe für Menschen kaum infektiös", sagt Löscher. Im Gegensatz zu den Bakterien könnten sich Vogelgrippe-Viren im toten Tier nicht mehr weiter vermehren. "So wird kaum die nötige Dosis erzielt, um eine Infektion hervorzurufen", sagt Johne vom BfR.

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