Zu wenig Sonne, unausgewogene Ernährung - Experten streiten über den Vitamin-D-Bedarf. Der kollektive Mangel in Deutschland macht sich bemerkbar.
Die gesamte Bevölkerung in Deutschland ist nicht ausreichend mit Vitamin D versorgt. Zu dieser Erkenntnis kam eine Expertenrunde beim ersten Hohenheimer Ernährungsgespräch.
Der Winter war definitiv zu lang: Sonnenlicht regt die Vitamin-D-Produktion im Körper an (© Foto: iStockphotos)
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Der Vitaminmangel bezieht sich demnach nicht nur bei Kindern aus sozial schwachen Familien, älteren Menschen oder Einwanderern, wie bislang häufig vermutet wurde. Vielmehr sollte der Vitamin D-Spiegel generell höher als bislang gedacht liegen.
Grund für diese Annahme ist der Anstieg und die zunehmende Verbreitung von Krankheiten, die Vitamin D-Mangel bedingt sind. Zu den Folgen eines längerfristigen Mangel gehören beispielsweise Osteoporose. Knochenbrüche werden durch die Unterversorgung gefördert, da die Knochen an Masse verlieren und porös werden. Auch erhöht sich durch den Mangel das Risiko, an Multipler Sklerose zu erkranken.
Wird der Mensch mit genug Vitamin D versorgt, wirkt sich dies positiv auf das Nerven- sowie das Immunsystem aus und es spielt eine wichtige Rolle bei der Aufnahme von Kalzium.
Das Vitamin D erhalten Menschen auf zwei Wegen: Über die Nahrung und über das Sonnenlicht. Das Vitamin wird vom Körper in der Haut gebildet, wenn diese mit ultraviolettem Licht (UV-B-Strahlung) in Kontakt kommt. Rund 15 Minuten Sonnenlicht am Tag können dabei helfen, den Vitamin-D-Bedarf zu decken.
Bei Nahrungsmitteln ist der Wirkstoff in großen Mengen besonders in Lebertran, Hering, Lachs, Thunfisch, Ölsardinen, Räucheraal und Makrelen zu finden. Auch Eigelb, Milchprodukte und Rinderleber enthalten Vitamin D.
An Obst bieten sich vor allem Avocados an. Vitamin-D-Präparate sollten dagegen nur nach Rücksprache mit dem Arzt genommen werden, da sie zu einer Überversorgung des Körpers führen können. Diese kann unter anderem zu Vergiftungserscheinungen und zu Kalkablagerungen in Blutgefäßen und Nieren führen.
Der Tagesbedarf an Vitamin D wird bislang von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung mit fünf Mikrogramm angegeben. Der US-amerikanische Chemiker, Molekularbiologe und zweifache Nobelpreisträger Linus Carl Pauling war der Ansicht, dass 20 Mikrogramm am Tag erforderlich sind.
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(SID/sueddeutsche.de/mmk)
Meines Wissens kann Vitamin D NiCHT primär durch die Nahrung zugeführt werden. Vielmehr handelt es sich bei dem so genannten Vitamin D doch um eine Hormon, welches wiederum zu 90 Prozent - über die UV-Strahlen/Sonne auf der Haut - im Körper selbst gebildet wird.
Das Problem im Winter dabei:
Die Sonne verliert in der dunklen Jahreszeit (bei uns von etwa Mitte Oktober bis Ende März) ihre Kraft und damit die Moeglichkeit, das "Vitamin D" in hohen Dosen über die Haut zu produzieren.
Auf der Suche nach handfesteren Argumenten/Zahlen/Studien zum Thema Vitamin D(-Mangel) bin ich auf folgenden Blog (sogar mit direkten Verlinkungen auf Original-Studien) gestoßen:
http://www.SonnenNews.de
Dort findet man eine umfangreiche, gut sortierte Ansammlung von Studien rund um Vitamin D(-Mangel).
Osteoporose ist ein sehr komplexer Vorgang im Organismus und hat sehr vielfältige Gründe. Ein Mangel an Vitamin D-Hormon kann nur ein Aspekt sein.
Die Tatsache, das wir uns viel zu wenig bewegen, ist mindestens genau so wichtig. Bei regelmäßiger körperlicher Bewegung wird ein rhythmischer Wechsel zwischen Zugkräften und Entlastung auf Knochen ausgeübt. Dieser Wechsel ist z.B dafür verantwortlich, dass Knochensubstanz langsamer abgebaut wird. Ein Abbau von Knochensubstanz ab dem 30. Lebensjahr ist physiologisch und unvermeidbar, aber man kann, eben u.a. durch regelmäßige Bewegung (am besten im Freien!) dafür sorgen, das sich der Abbau der Knochensubstanz am unteren Limit hält.
Es spielen noch viele weitere Faktoren, wie die Hormone Calcitonin, Parathormon, Östrogen, die Fähigkeit, Kalzium über den Darm aufzunehmen, die übermäßige Ausscheidung von Kalzium über die Nieren etc. sowie der gesamte Lebensstil eine Rolle, jetzt einzig und allein auf einen Mangel an Vitamin D-Hormon abzustellen, scheint mir doch etwas gewagt. Ich frage mich schon, wer der Sponsor von derartig einseitigen Expertenrunden ist.
Wieder so etwas Halbgares. Wie wärs mit ein paar Zahlen? Knochenbrüche - Könnte das nicht an der zunehmenden Veralterung oder/und an immer verrückteren Sportarten liegen?
sind Redaktuere der SZ, die einen Agenturbericht auch einmal durchlesen, bevor er eingestellt wird.
Wie sagte einmal ein Lebensmittelchemiker: Im Vergleich zur Ernährungsforschung wäre die Alchemie eine seriöse Wissenschaft gewesen.
fisch, eier und milch sind ja leider total ungewöhnliche lebensmitel, die hierzulande eher selten zu sich genommen werden. verschlechtert wird die lage zusätzlich dadurch, dass mit der bekannten deutschen vorliebe für das wohnen und arbeiten in erdlöchern täglich 15 min. sonneneinstrahlung kaum zu realisieren sind. und schwuppdiwupp brechen uns allen die knochen weg. gut, dass wir jetzt wissen warum.
Paging