Niki Lauda "Will nicht, dass meine Kinder das sehen"

PS-Macho Niki Lauda sorgt in Österreich mit seiner Kritik an einem schwulen Tanzpaar in einer TV-Show für Aufregung. Verbände und Politiker sind empört.

Aufregung in Österreich um die Teilnahme eines Männerpaares an der ORF-Tanzshow Dancing Stars: Ex-Rennfahrer Niki Lauda empörte sich öffentlich darüber und forderte einen Stopp der Sendung. Verbände und Parteien kritisierten den 61-Jährigen daraufhin für seine schwulenfeindlichen Aussagen.

"Ich bin empört, dass sich der öffentlich-rechtliche ORF, der ja von unser aller Gebühren finanziert wird, aus reiner Quotengeilheit dafür hergibt, schwules Tanzen zu propagieren", sagte Lauda in einem Interview mit der Zeitung Österreich. Zur guten Tradition der österreichischen Kultur gehöre, dass Männer mit Frauen tanzen. "Bald kommt die Zeit, da werden wir uns noch alle öffentlich dafür entschuldigen, dass wir heterosexuell sind", schimpfte der einstige PS-Macho.

Stein des Anstoßes ist der als homosexuell geoutete österreichische Moderator Alfons Haider, der an der sechsten Dancing Stars-Staffel ab Anfang Februar teilnehmen wird. Statt mit einer Profi-Tänzerin wird der schwule Moderator mit einem Profi-Tänzer antreten. "Alles wird moderner und liberaler und so ist es wirklich weltweit einmalig und eine Sensation, dass der ORF ein gleichgeschlechtliches Paar tanzen lässt", hatte er bei der Bekanntgabe gesagt.

Ganz anders Lauda: Der ORF zerstöre aus reiner Quotengeilheit wichtige Traditionen im Land. "Ich will nicht, dass meine Kinder im ORF sehen, dass ein Mann mit einem Mann tanzt - und dass sie glauben, das nachmachen zu müssen", sagte Lauda.

In der vergangenen Woche hatte es bereits ORF-interne Kritik an der Entscheidung gegeben: So etwas könne nicht öffentlich-rechtliches Familienprogramm sein, sagte Stiftungsrat Alexander Hartig der Zeitung Standard. "Ich glaube, dass es doch ein interessantes Element einer Unterhaltungssendung ist, zu dem offensichtlich auch Diskussionsbedarf besteht", reagierte Generaldirektor Alexander Wrabetz.

Die Grünen und die sozialdemokratische SPÖ reagierten dagegen empört auf Lauda. "Die Aussage von Lauda, dass in unserer Kultur Männer nicht mit Männern tanzen würden, ist schon allein durch das Schuhplatteln zu widerlegen", sagte der Sprecher der Grünen Andersrum in Wien, Marco Schreuder.

Die Homosexuellen Initiative (Hosi) Wien forderte von Lauda eine Entschuldigung für seine "homophoben Tiraden", lud ihn aber gleichzeitig zum jährlich stattfindenden "Regenbogen-Ball" in die Wiener Hofburg ein. Dort könne er sich davon überzeugen, in welch stimmungsvoller Atmosphäre Lesben und Schwule gemeinsam mit Heterosexuellen als gleich- und verschiedengeschlechtliche Paare über das Tanzparkett fegten.