Veganer Stripclub "Casa Diablo" Mit nackter Haut zum Vegetarier

Das "Casa Diablo" ist der weltweit erste vegane Stripclub - Fleisch findet der Gast hier nur auf der Bühne. Ein Gespräch mit Johnny "Diablo" Zukle, der seine Gäste mit viel nackter Haut zu Vegetariern machen will.

Interview: Eva-Maria Geilersdorfer

Seit mehr als 27 Jahren ist Johnny "Diablo" Zukle, 43, Veganer. 2008 hat sich der Amerikaner seinen großen Traum verwirklicht: In seiner Heimatstadt Portland, Oregon eröffnete er das "Casa Diablo", das mittlerweile weltbekannt ist. Denn Fleisch findet der Gast hier nur auf der Bühne - das "Casa Diablo" ist der weltweit erste vegane Stripclub. Für Zukle ein Erfolgsmodell: In Kürze eröffnet er einen zweiten Club. Natürlich vegan.

SZ: Herr Zukle, Veganismus und Stripclubs. Das passt doch irgendwie nicht.

Zukle: Ganz im Gegenteil: Hier in Portland ist es die perfekte Kombination. Im Vergleich zu anderen US-Staaten haben wir nämlich, bezogen auf die Einwohnerzahl, die meisten Stripclubs und gleichzeitig die meisten Veganer. Skurril, nicht? Aber ich weiß, worauf sie hinaus wollen. Dass ein Stripclub ja die reinste Fleischbeschau ist.

SZ: Genau.

Zukle: Hören Sie, ich hatte davor ein veganes Restaurant, mitten im Industriegebiet. Das lief nicht besonders. Was irgendwie auch klar war, denn die meisten der Arbeiter sehen sich als "echte Kerle". Da geht ja keiner in ein veganes Lokal. 2008 habe ich dann den Club eröffnet. Und der läuft.

SZ: Aber doch nicht wegen der veganen Speisekarte.

Zukle: Sie werden es nicht glauben, aber manche kommen auch nur wegen des Essens. Jeder liebt es, auch viele Frauen und Paare. Wir sind über die Grenzen hinaus bekannt, die Leute kommen von überall.

SZ: Was gibt es denn so bei Ihnen?

Zukle: Der Renner ist der "Diablo Burger". Da merken viele gar nicht, dass der vegan ist. Einer hat mal in den Burger gebissen und gesagt: "Wow, das schmeckt toll. Was ist das? Angusrind?"

SZ: Und, was ist es?

Zukle: Fleischersatz.

SZ: Serviert wird das Ganze von Oben-Ohne-Bedienungen. Keine schlechte Geschäftsidee.

Zukle: Finde ich auch. Aber mir geht es nicht nur um die Kohle.

SZ: Natürlich nicht.

Zukle: Es geht vor allem darum, den Leuten die Scheu vor veganem Essen zu nehmen. Die Stimmung im Club ist super, dafür sorgen 85 Tänzerinnen und 30 Mitarbeiter. Die Leute kommen gern hierher.

SZ: Und konnte manche Tänzerin den einen oder anderen Gast schon von einem fleischfreien Leben überzeugen?

Zukle: Natürlich.

SZ: Leben Ihre Tänzerinnen auch vegan?

Zukle: Privat nicht alle, aber im Club ist jede Tänzerin vegan. Das heißt: Sie essen hier vegan, und auf der Bühne dürfen sie kein echtes Leder, Felle, oder sonstige tierische Produkte tragen. Ich will keine Show auf Kosten der Tiere. Ich bin seit fast 30 Jahren Veganer, ich mache das nicht, weil es Trend ist. Sondern aus ethischen und moralischen Gründen.

SZ: Manche finden ja, dass ein Stripclub moralisch verwerflich ist. Zum Beispiel einige Frauen in Portland, die gegen ein zweites "Casa Diablo" protestieren.

Zukle: Diese Proteste gibt es doch bei jeder Eröffnung eines Stripclubs. Klar meinen manche, ich beute Frauen aus, aber die Tiere sind mir heilig. Aber ich sage Ihnen was: Erstens töte ich keine Frauen und esse sie, wie man das mit Tieren macht. Und zweitens finde ich, dass die Männer weit mehr ausgenutzt werden.

SZ: Ach was, bei Ihnen im Stripclub?

Zukle: Glauben Sie mir eins: Die Frauen machen bei mir einen Haufen Geld. Manche Männer stecken denen Gehaltsschecks von zwei Wochen zu.

SZ: Und da haben Sie kein schlechtes Gewissen?

Zukle: Nein. Dafür bekommen die doch das beste Essen, das man in Stripclubs finden kann.

Fleischlos glücklich

mehr...