Wirbel um die Zweitplatzierte bei der Wahl zur Miss USA: Carrie Prejean, Kaliforniens Schönste, glaubt, dass ihre Haltung zur Homo-Ehe sie die Krone gekostet hat.

Carrie Prejean, die durch umstrittene Äußerungen über die Schwulen-Ehe und Nacktfotos in die Kritik geratene Miss Kalifornien hat nun doch ihren Titel verloren. Die inzwischen 22-Jährige habe ihre Verpflichtungen als Miss Kalifornien nicht eingehalten, teilte der Organisator des "Miss California"-Wettbewerbs, Keith Lewis, in Los Angeles mit. Rückhalt erhielt Lewis ausdrücklich vom Veranstalter der "Miss USA"-Wahl, Donald Trump.

USA: Streit um Miss-Wahlen, AP

Beide hübsch anzuschauen, eine ist politisch korrekter: Kristen Dalton (links), die neue Miss USA, und Carrie Prejean. (© Foto: AP)

Anzeige

Die Siegerin der Miss-Wahlen in den USA von Sonntag, Kristen Dalton und die Zweitplatzierte, Carrie Prejean, sehen sich verblüffend ähnlich. Am Äußeren kann die Entscheidung der Jury somit nicht gelegen haben, glaubt Carrie Prejean. Auf der Suche nach den Ursachen ist sie nun fündig geworden - und ist sich sicher: Ihre Haltung zur gleichgeschlechtlichen Ehe hat sie den Sieg gekostet.

Prejean war in die Schlagzeilen geraten, nachdem im Internet verheimlichte Fotos von ihr aufgetaucht waren, auf denen sie nur mit einem Höschen bekleidet posierte. Für Wirbel sorgte zudem ihr Plädoyer in der Endrunde des Wettbewerbs gegen die gleichgeschlechtliche Ehe. Schon damals waren Rufe laut geworden, Prejean die Krone wieder wegzunehmen. Noch vor vier Wochen versicherte der US-Milliardär auf einer Pressekonferenz, während der das blonde Model nur mit Mühen ihre Tränen zurückhalten konnte, Prejean dürfe ihren Titel behalten.

Promi-Blogger Perez Hilton, der mit in der Jury saß, fragte die blonde Studentin am Sonntag, was sie davon halte, dass nun Vermont als vierter US-Bundesstaat die Homo-Ehe legalisiert habe. Prejean wand sich daraufhin sichtlich und sagte schließlich: "Wissen Sie was, Ich glaube, dass die Ehe in meinem Land, in meiner Familie einem Mann und einer Frau vorbehalten sein sollte. Ich will damit niemand beleidigen, aber so bin ich eben erzogen worden." Vom Publikum erntete sie dafür sowohl Applaus wie auch Buh-Rufe.

Hilton, der sich in den USA offen zu seiner Homosexualität bekennt, beschimpfte daraufhin die Kandidatin in seinem Blog als "hirnlos" und schrieb, dass er auf die Bühne gestürmt wäre und ihr die Krone entrissen hätte, wenn sie gewonnen hätte.

Inzwischen ist sich Prejean sicher, dass sie diese Haltung um den Sieg gebracht hat. "Ich fühle mich als die Gewinnerin", sagte sie der Zeitschrift Access Hollywood. Sie bereue nichts. Sie hätte viele Unterstützer-Anrufe erhalten, erzählte sie dem Fernsehsender FoxNews.

Das nach Jury-Meinung schönste Mädchen der USA kommt übrigens aus North Carolina: Kristen Dalton schlug Prejean und wurde am Sonntag zur Miss USA 2009 gewählt. Die 22-Jährige setzte sich gegen 50 Konkurrentinnen durch. Dritte wurde die Miss Arizona, Alicia-Monique Blanco. Anders als beim rivalisierenden Wettbewerb der Miss America mussten die Teilnehmerinnen am Sonntag keine Bühnentalente vorzeigen. Es reichte, sich der Jury zu präsentieren - mal im Abendkleid, dann im Badeanzug und im weißen Bikini.

Siegerin Kristen Dalton bekommt unter anderem ein Jahr lang ein Apartment in New York und ein zweijähriges Stipendium an der New York Film Academy. Veranstalter des Wettbewerbs sind der Fernsehsender NBC und Reality-TV-Unternehmer Donald Trump.

Im August geht es für die Miss USA auf die Bahamas zum Wettbewerb der Miss Universe. Dort kann Kristen Dalton eigentlich nur gewinnen. Ihre beiden Vorgängerinnen im Amt fielen auf der Bühne hin und starteten damit wider Willen eine ganz neue Karriere - als YouTube-Stars.

Der Unwille ist der wahre Grund

Wettbewerbsorganisator Lewis betonte, die Entscheidung habe mit den alten Kontroversen nichts zu tun. Sie hänge allein mit Prejeans offenkundigem "Unwillen" zusammen, für den Miss-California-Veranstalter aufzutreten:""Nach unserer New Yorker Pressekonferenz hatten wir auf eine bessere Zusammenarbeit gehofft. Inzwischen aber ist uns mehr als klar geworden, dass Carrie nicht bereit ist, ihren Verpflichtungen nachzukommen".

Trump versicherte, er unterstütze die Entscheidung. Er habe Carrie nach der Pressekonferenz gesagt, dass sie nun "an die Arbeit gehen" und sich an ihren Vertrag mit dem "Miss California"-Veranstalter halten solle. "Ich habe ihr die Möglichkeit dazu gegeben. Doch unglücklicherweise sieht es nicht so aus, als würde dies jemals geschehen," erklärte Trump.

Leser empfehlen 
Lesetipp aus der aktuellen SZ: Die Wüste bebt

Im einst stabilen und friedlichen Staat Mali errichten Islamisten, Separatisten und Terroristen das Afghanistan Afrikas. Seite 3 Jetzt lesen ...

(sueddeutsche.de/AP/hai/odg)