Rick Warren ist zu dick. Doch um abzunehmen, zieht der pfundige US-Pastor keine Diätbücher zu Rate - sondern die Bibel. Über 30 Kilo will er mit dem "Daniel-Plan" in einem Jahr loswerden.
Wie so viele Menschen will auch der Amerikaner Rick Warren nach der Schlemmerei an Weihnachten Pfunde verlieren. Um genau zu sein 90 englische Pfund, also etwa 33 Kilo. Doch mit den gängigen Abspeck-Programmen hat der bekannte US-Pastor nichts am Hut - er will mit göttlicher Hilfe erschlanken.
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Will mit Hilfe der Bibel in einem Jahr etwa 33 Kilo abnehmen: der bekannte US-Prediger Rick Warren. (© AP)
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"Daniel Plan" nennt sich ein mit ärztlicher Hilfe entwickeltes Diät-Konzept, dem sich der evangelikale Geistliche nun ein ganzes Jahr lang unterwerfen wird. Der Namensgeber des Plans, der biblische Prophet Daniel, verzichtete in babylonischer Gefangenschaft auf das reiche Essen und den Wein am Königshof - und begnügte sich stattdessen mit Gemüse und Wasser.
Diät-Appell an die Gemeindemitglieder
"Die Bibel sagt, dass Gott von uns verlangt, körperlich genauso gesund zu sein wie spirituell", zitiert die Christian Post aus einer Videobotschaft des bekannten Theologen. Darin fordert er die Mitglieder seiner Kirche auf, gemeinsam mit ihm abzunehmen: "Die Bibel sagt uns, dass wir eines Tages vor Gott Rechenschaft darüber ablegen müssen, wie wir den Körper verwaltet haben, den Er uns gegeben hat."
Warren ist Gründer der "Saddleback Church", die mit 20.000 Gottesdienstbesuchern an den Wochenenden nach eigener Aussage heute zu den größten Gemeinden Amerikas zählt.
Übergewicht sei eine sich verbreitende Seuche in den USA, warnt der 56-Jährige im Video. Bereits 76 Prozent seiner Landsleute seien zu dick. Er selbst habe in den vergangenen 30 Jahren jedes Jahr etwa ein Kilo zugelegt. Nun will der Prediger seinen Schäfchen ein Vorbild sein: "Ich kann nicht von ihnen verlangen, gesund zu werden, wenn ich es selbst nicht tue."
Sollte die biblische Diät ähnlich erfolgreich sein wie Warrens Bestseller Purpose Driven Life (deutsch: Leben mit Vision), der sich 2007 dreißig Millionen Mal verkaufte und angeblich mehrere Jahre das meistverkaufte Buch der Welt war, darf man schon jetzt auf die Vorher-nachher-Bilder des pfundigen Pastors gespannt sein.
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(sueddeutsche.de/jobr/dd)
Voreiliges Buch "Der Pott ist dahoam"
... aus dem Bibelzitate gerissen werden, ist bei evangelikalen Predigern leider oft nicht so wichtig. Hätte der bibeltreue Mr. Warren das Danielbuch etwas weiter gelesen, dann müssten ihm Zweifel gekommen sein, ob sein Experiment zu dem Daniels kompatibel ist: "... Und nach 10 Tagen sah man, dass sie besser aussahen und am Leibe fetter waren, als alle Jünglinge, die von der feinen Speise des Königs aßen...." (Übersetzung nach Schlachter). Andere Übersetzungen geben hier "wohlgenährter" wieder.
Genauso nebulös ist die Aussage, die Bibel verlange, körperlich fit zu sein. Paulus äußert sich dazu sehr klar (1.Tim 4,8): "Die leibliche Übung ist zu wenigem nütze, die Gottseligkeit aber ist zu allem nütze..."
Ich halte es für gefährlich, jede persönliche Erleuchtung zum biblischen Dogma zu stilisieren. Im Übrigen braucht man keine Bibel, um zu begreifen, wann man zu fett ist und etwas dagegen tun muss.
Es mag Menschen geben, die meinen, ohne eine Art "geistlicher Keule" nichts zustande zu bringen, mit christlichem Lebensstil hat das jedoch nicht unbedingt zu tun.