Untersuchung zu Babynamen Apple, Royals und Erotik-Helden inspirieren Eltern

Warum heißen immer mehr Mädchen Pippa oder Siri? Warum tummeln sich so viele Macs und Greys in der Kindergarten-Bastelecke? Britische Forscher beobachten neue Trends in der Namensgebung.

Der Computerkonzern Apple gilt nicht nur als das wertvollste Unternehmen der Geschichte, er drängt auch immer stärker in die Kindergärten und Schulen dieser Welt. Damit ist nicht gemeint, dass mehr Mädchen und Jungen im Kleinkindalter munter auf iPads herumpatschen, sondern dass die Sprösslinge heißen wie ein Produkt oder eine Spracherkennungssoftware aus dem Hause des Computerherstellers.

Die populären Produkte inspirieren weltweit Eltern bei der Namensgebung, wie die britischen Forscher herausfanden. Die Untersuchung fand im Auftrag des "Baby Center" statt, einem an den Pharmakonzern "Johnson & Johnson" angeschlossenes Forschungs- und Infozentrum mit eigenem Internetauftritt. Die Website erreicht nach eigener Aussage weltweit 25 Millionen Schwangere und Mütter in 22 Ländern.

Vor acht Jahren schon nannte US-Schauspielerin Gwyneth Paltrow ihre Tochter Apple, in den vergangenen Jahren tummeln sich laut der Untersuchung auf den Spielplätzen dieser Welt zunehmend kleine Mächen mit Namen Siri, die neben Jungen namens Mac im Sandkasten buddeln.

Was genau frischgebackene Eltern damit bezwecken, ihren Nachwuchs nach einem der Protaganisten aus der Erotik-Trilogie Shades of Grey zu benennen, wurde nicht erforscht. Erhoben wurde jedoch, dass in Krabbelgruppen zwischen Russland und Kanada künftig viele kleine Wesen auf die Namen Anastasia, Ana und Grey hören werden. Oder auf Harry und Pippa - benannt nach dem partybegeisterten rothaarigen britischen Prinzen (von der Klatschpresse "Party-Harry" getauft) und der Schwester von Herzogin Catherine, die mit der Rückansicht ihres Brautjungfernkleides Männern weltweit als "Her Royal Hotness" in Erinnerung blieb.

Barack Obama und sein Sieg bei der US-Wahl sind ebenfalls bis in die Kinderzimmer der Nationen vorgedrungen. Die Studie stellt heraus, dass vermehrt Kinder nach US-Präsidenten wie Reagan, Carter oder Lincoln benannt würden. Es könnte also demnächst auch durch deutsche Wohnanlagen schallen: "Kennedy, Essen ist fertig! Und bring deinen Bruder Clinton gleich mit!"

Ende November soll in den USA die kleine "Hashtag" geboren worden sein. "Sie wiegt acht Pfund, und ich liebe sie so sehr!", schreibt die Mutter des Mädchens auf ihrer Facebook-Seite. Offenbar sind die Eltern Fans des Kurznachrichtendienstes Twitter. Hashtag nennt man dort das Stichwort nach dem Zeichen "#", mit dem Nutzer ihre Beiträge kennzeichnen.

Apple gilt dank seiner Erfolgsprodukte als wahre Gelddruckmaschine, amerikanische Präsidenten wie Kennedy und Nixon sind in die Geschichte eingegangen, Prinz Harry ist ein Bilderbuch-Partytiger, Pippa Middleton eine der Lieblinge der Klatschpresse - und einen Christian Grey hätten vielleicht manche Frauen gerne zu Hause. Aber lässt sich dadurch wirklich erklären, dass Eltern, die doch immer nur das Beste für ihren Nachwuchs wollen, sich bei der Wahl des Vornamens zunehemend an Produkt- und Markennamen und an One-Hit-Wondern aus der Klatschpresse bedienen?

Die kleine Hashtag jedenfalls, sollte es sie wirklich geben, wird bestimmt mal eine große Bloggerin. Wenn es Twitter bis dahin noch gibt.