Jährlich sterben 1,5 Millionen Kinder unter fünf Jahren, weil sie keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser haben, berichtet das UN-Kinderhilfswerk. Fast eine Milliarde Kinder lebt ohne sanitäre Einrichtungen unter gesundheitsgefährdenden hygienischen Bedingungen.
"Alle 15 Sekunden stirbt ein Kind, weil sauberes Wasser und einfachste sanitäre Anlagen fehlen", so Dietrich Garlichs, Geschäftsführer von Unicef Deutschland. "Kinder zahlen einen hohen Preis für schmutziges Wasser."
Schmutziges Wasser kann Durchfall und andere Krankheiten auslösen. (© Foto: AP)
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Vor allem Durchfall wegen verschmutzten Wassers und mangelnder Hygiene fordert unter dem Nachwuchs täglich mehr als 4000 Todesopfer, warnt der jetzt veröffentlichte Bericht "Fortschritt für die Kinder" (Hier als pdf-File, englisch, 1,3 MB).
Gerade bei Kindern unter fünf Jahren wirke sich Durchfall verheerend aus. Innerhalb eines Tages könne bei Nichtbehandlung der Tod eintreten. Zudem verursachten oder verschlimmerten Durchfälle chronische Mangelernährung. Auch Infektionskrankheiten breiteten sich schneller aus.
Insgesamt leben fast eine Milliarde Kinder ohne sanitäre Einrichtungen unter gesundheitsgefährdenden hygienischen Bedingungen.
Schätzungsweise die Hälfte der jährlich rund 120 Millionen Neugeborenen in den Entwicklungsländern kommen in Haushalten auf die Welt, in denen es nicht einmal einfache sanitäre Anlagen gibt.
Geringe Fortschritte in Afrika und Südasien
Vor allem in ländlichen Gebieten des südlichen Afrika und Südasiens seien Fortschritte bei der Wasserversorgung gering, heißt es in dem Bericht. Allein im ländlichen Indien leben demnach 600 Millionen Menschen ohne jede Versorgung mit sanitären Anlagen.
Am schlimmsten ist der Wasser- und Hygienenotstand laut Unicef in Afrika südlich der Sahara: Dort müssten 45 Prozent der Bevölkerung ohne sauberes Trinkwasser auskommen.
Gleichzeitig sei hier die Kindersterblichkeit weltweit am höchsten. 20 Prozent der Kinder in der Region stürben, bevor sie fünf Jahre alt werden - viele von ihnen an Krankheiten, die sich durch bessere Hygiene und sauberes Wasser vermeiden ließen.
In West- und Zentralafrika stieg die Zahl der Menschen, denen nicht genügend sauberes Trinkwasser zur Verfügung steht, seit 1990 sogar weiter an. So haben im Kongo, in Guinea, im Tschad, Niger und in Nigeria mehr als die Hälfte der Bevölkerung keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser.
Der Grund für die negative Entwicklung: Die Fortschritte bei der Wasserversorgung seien so gering, dass sie nicht mit dem schnellen Bevölkerungswachstum Schritt halten können.
Mehr Ressourcen zur Verfügung stellen
Die Regierungen der Entwicklungsländer müssten deshalb mehr Ressourcen für die Wasserversorgung zur Verfügung stellen, fordert Unicef.
Die UN-Organisation stellte allerdings auch deutliche Fortschritte für viele Menschen fest. So hätten seit 1990 1,2 Milliarden Menschen weltweit verbesserten Zugang zu sauberem Wasser und einfachen sanitären Anlagen erhalten.
Und die Trinkwasserversorgung konnte 2004 weltweit für 83 Prozent der Bevölkerung sichergestellt werden. 1999 waren es noch 78 Prozent.
Unicef-Direktorin Ann Veneman forderte, die Bemühungen für die Erreichung der Millenniumsziele der Vereinten Nationen müssten intensiviert werden.
Die UN wollen bis 2015 die Anzahl der Menschen, die keinen Zugang zu Trinkwasser haben, um die Hälfte reduzieren.
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(AFP/dpa/AP)
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