Den Teufel mit dem Beelzebub austreiben - das wollen Wissenschaftler des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung. Sie setzen auf Bakterien, die Tumoren finden und zerstören sollen.
Einen neuen Ansatz für eine ungewöhnliche Strategie gegen Krebs haben Wissenschaftler des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung in der Zeitschrift Cellular Microbiology (2007, online first) präsentiert:
Salmonellen sollen Krebszellen zerstören. (© )
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Salmonellen sollen gezielt in Tumorgewebe eindringen, die wuchernden Zellen markieren oder gleich zerstören. Im Experiment ist bereits der erste Schritt gelungen: Die infektiösen Helfer spürten erfolgreich Krebs in Mäusen auf.
Zukünftig könne man die Bakterien vielleicht dazu bringen, auf Kommando Zellgifte auszuschütten. "Und zwar genau dort, wo man sie haben will: Mitten im Krebsgeschwür", hofft Helmholtz-Wissenschaftler Holger Lößner.
Grundlage für diese Hoffnung ist ein Phänomen, das Forscher schon Mitte des 19. Jahrhunderts beobachtet hatten: Wenn im menschlichen Körper ein Krebsgeschwür wuchert, wandern dort häufig Bakterien ein und vermehren sich.
Die Ursache ist bislang unbekannt - eventuell biete abgestorbenes Gewebe im Inneren von Tumoren den Erregern eine geschützte und nährstoffreiche Umgebung, so die Vermutung.
In einem Experiment machten die Forscher des Helmholtz-Instituts bereits sichtbar, dass die Bakterien in das wuchernde Gewebe eindringen.
Sie infizierten Mäuse mit genetisch veränderten Salmonellen, die leuchten können, woraufhin Tumore in den Tieren tatsächlich erstrahlten. Nun müssen die Wissenschaftler noch testen, ob Giftstoffe, welche die Bakterien absondern sollen, Krebsgeschwüre schrumpfen lassen - und das mit möglichst geringen Nebenwirkungen.
Vor einem Einsatz im Menschen würden die Salmonellen natürlich noch entschärft, beruhigen die Forscher aus Braunschweig. Denn auch wenn sich die neue Therapie bewähren sollte, bestünde sonst das Risiko einer Salmonellen-Infektion.
Die Erreger sorgen bei Menschen vor allem für Durchfälle, teilweise begleitet von Fieber und Erbrechen. Eine Infektion kann aber auch schwerere Krankheiten auslösen.
"Es hätte schon einen gewissen Reiz, wenn ausgerechnet diese Bakterien eines Tages zur Heilung einer so schrecklichen Krankheit wie Krebs dienen könnten", sagte Siegfried Weiß, Leiter der Arbeitsgruppe.
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(Quelle: www.medical-tribune.de)
Sie pflanzten Bakterien der Gattung Salmonella typhimurium ein Gencluster ein, das nur in Gegenwart eines speziellen Zuckermoleküls namens L-Arabinose aktiv wird und dann Licht produziert. Daraufhin infizierten die Forscher krebskranke Mäuse mit diesen Salmonellen. Verabreicht man den Tieren anschließend den L-Arabinose-Zucker leuchten die in den Tumor eingewanderte Bakterien auf, so dass die Lage und Größe des Tumors analysiert werden kann...............(Originaltext)
Nicht mehr und nicht weniger!
2004 hat man tumoriges Gewebe durch Einbringen von Darmbakterien in den Gesamtorganismus Erkrankter sichtbar machen können. (Werner Göbel, Würzburg)
Eine präziese Darstellung von Tumoren gelingt zudem durch leuchtende Nanno-Teilchen, besonders aber durch (GKV-berechtigte) bildgebende Verfahren: MRT, CT, PET....
Die überschrift:" Mit Salmonellen gegen den Krebs" ist irreführend und erweckt bei Betroffenen falsche Hoffnungen.
..."zukünftig kann man Mäuse vielleicht dazu bringen...( Seyfried )
Zukünftig kann man Seyfried vielleicht dazu bringen, die Not von Krebskranken zu respektieren.