Von Marlies Michaelis

Wer zu viel Fettes isst, könnte gehörig aus dem Gleichgewicht geraten. Zumindest Mäusen raubt das viele Fett den Schlaf - und lässt die Tiere noch mehr fressen.

Wer abends vor dem Fernseher eine Tafel Schokolade vertilgt oder einen Becher Karamelleis löffelt, könnte sich um den gesunden Schlaf bringen.

Currywurst mit Pommes, iStockphotos

Gesunde Ernährung sieht anders aus, so viel ist klar. Aber dass Pommes und Wurst auch den Schlaf rauben können, wäre neu. (© Foto: iStockphotos)

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Das lässt zumindest ein Versuch an der Northwestern University/Chicago vermuten. Die Probanden - Mäuse - gerieten völlig außer Rand und Band: Sie fraßen zu Zeiten, in denen sie eigentlich schlafen sollten und verzehrten überdies zu viel Futter. Die Nager reagierten auf eine fettreiche Diät, auf die sie von den Wissenschaftlern gesetzt worden waren.

Joe Bass und seine Kollegen verglichen das Verhalten der Mäuse auf Fett-Diät mit dem Schlafrhythmus und Futterbedarf von Nagern, die eine normale Mausekost bekamen. Die ersten zwei Wochen verbrachten die Tiere dabei völlig im Dunklen, danach verbrachten sie zwölf Stunden im Licht und zwölf Stunden in der Dunkelheit.

Bass erklärt: "Wir haben geschaut, ob die Nahrung die innere Uhr stören kann." Und das tat die fettreiche Kost in der Tat: So verhielten sich die Mäuse wie Menschen, die mitten in der Nacht aufstehen und sich erst einmal ein paar Kalorienbomben einverleiben. Bei den Mäusen war der normale Tagesablauf durch die fettreiche Kost derart gestört, dass sie nicht nur während der üblichen Mahlzeiten mehr fraßen, sondern sich überdies zusätzliche Fresszeiten einrichteten.

Damit haben die Forscher bewiesen, dass die Art der Ernährung die innere Uhr beeinflussen und so das Wohlergehen beeinträchtigen kann - jedenfalls bei Mäusen.

Sofern sich diese Ergebnisse auf den Menschen übertragen lassen, hieße dies, dass eine fettreiche Kost nicht nur schwer im Magen liegt. Es würde auch bedeuten, dass ein Wechsel der Diät bei Übergewicht oder Diabetes Auswirkungen auf den Tag-Nacht-Rhythmus haben kann.

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(Medical Tribune/mmk)