Geschlechterklischees Typisch Mädchen, typisch Junge

Alles ganz einfach: Mädchen zeigen ihre Gefühle, sie sind in der Schule brav und fleißig, sie spielen mit Puppen und tragen gerne rosa Kleidchen. Jungs tun genau das Gegenteil. Oder etwa nicht?

Von Christina Berndt

Um Mädchen und Jungen geht es in der nächsten Süddeutschen Zeitung für Kinder, die am Freitag, 3. Juni, der Süddeutschen Zeitung beliegt. SZ-Autoren beleuchten in der 32-seitigen Beilage Unterschiede und Gemeinsamkeiten. Stimmt es, dass Mädchen schöner schreiben und Jungen besser rechnen können? Können Frauen Chefs und Männer Kindergärtner sein? Wer sind die Favoriten bei der Frauen-Fußball-WM? Vor allem aber bietet die sechste Ausgabe der SZ für Kinder Acht- bis Zwölfjährigen unterhaltsame und interessante Lektüre. Lehrer und Schulen haben die Möglichkeit, die Kinder-SZ als Klassensatz à 30 Exemplare zu bestellen: 7,90 € unter www.sz-shop.de/kinderzeitung oder per Telefon 089/2183-1810 (Festnetztarif)

Ganz brav drückt dieses kleine Mädchen die Schulbank - und Pink trägt sie auch noch! Doch nicht alle Klischees über Mädchen und Jungen stimmen tatsächlich.

(Foto: dpa)

Wilde Kerle dürfen raufen

Es steckt wohl wirklich in den Jungen drin, dass sie oft wilder sind als die Mädchen. Denn Jungen haben mehr von dem Hormon Testosteron im Blut, sobald sie etwa vier Jahre alt sind. In der Pubertät haben sie noch viel mehr davon. Und Testosteron macht wild und auch aggressiv. Das Hormon wird in den Hoden gebildet.

Wie sehr es das Wesen verändert, kann man gut bei Tieren sehen: Ochsen haben keine Hoden mehr; sie sind gutmütig und brav - im Gegensatz zu Stieren, vor denen man leicht Angst bekommen kann. Ähnlich ist es bei Pferden: Hengste sind oft sehr wild.

Weil die Menschen nicht so gern mit solchen wilden Tieren umgehen, schneiden sie ihnen die Hoden ab. Die männlichen Pferde ohne Hoden, die Wallache, sind fast immer viel zahmer.

Wahrscheinlich ist das Testosteron aber nicht der einzige Grund, weshalb die meisten Jungen mehr toben und balgen als die meisten Mädchen. Ein wichtiger Grund ist auch, dass Jungen mehr toben dürfen. Bei Jungen finden die Eltern und Lehrer das richtig.

Aber wenn ein Mädchen mit Pistolen oder Schwertern spielt und sich rauft, verbieten die Erwachsenen das oft. Dabei haben Mädchen eine genauso große Wut im Bauch wie Jungen. Das haben Wissenschaftler aus Berlin herausgefunden. Aber statt zu hauen, schreien sie die Wut eher heraus. Das haben ihnen ihre Eltern eben anerzogen, und außerdem machen die Mütter das meistens auch so.

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