Beim Konsum von Partydrogen liegen junge Deutsche EU-weit nach wie vor weit vorne. 2,2 Prozent aller Deutschen zwischen 15 und 34 Jahren haben im vergangenen Jahr zum Aufputschmittel Amphetamin gegriffen.

Dies berichtete das Europäische Zentrum für Drogenbeobachtung in Brüssel. Damit lagen die deutschen Jugendlichen im EU-Vergleich an fünfter Stelle hinter Dänemark (3,1 Prozent), Estland, Lettland und Großbritannien.

Immer wieder beschlagnahmen Fahnder in ganz Europa die beliebten Ecstasy-Pillen (© Foto: dpa)

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Kaum Anklang finden die häufig als Speed verkauften Partydrogen dagegen in Frankreich, Griechenland, Portugal und Italien, wie aus dem Jahresbericht 2006 des Zentrums hervorgeht.

EU-weit scheine sich die Zahl der Amphetamin-Konsumenten nach einem Anstieg in den vergangenen Jahren zu stabilisieren, erläuterten die Autoren. Sie äußerten sich jedoch besorgt über den kontinuierlichen Verfall der Straßenpreise für Amphetamine. Dasselbe Problem zeige sich auch bei Cannabis, Kokain und Heroin.

20 Prozent der Erwachsenen konsumiert Cannabis

Die in der EU am weitesten verbreitete Droge ist dem Bericht zufolge nach wie vor Cannabis. Einer von fünf erwachsenen Europäern habe im vergangenen Jahr dieses Rauschmittel konsumiert, betonte das Büro. Drei Prozent der Erwachsenen hätten jeweils zu Kokain, Ecstasy und Amphetaminen gegriffen.

Die Zahl der Kokain-Konsumenten habe europaweit weiter leicht zugenommen, scheine sich jedoch langsam zu stabilisieren, so der Bericht. Die Behörde sieht jedoch keinen Grund für Entwarnung: Gesundheitsprobleme stellten sich oft erst nach längerem Konsum ein. Dies betreffe nicht nur die Konsumenten selbst, sondern könne auch für die öffentlichen Kassen ernste Folgen haben.

Jugendliche Clubbesucher sind dem Bericht aus Brüssel zufolge empfänglicher für Drogen als ihre Altersgenossen mit anderen Freizeitvergnügen. Bei Jugendlichen, die regelmäßig Discos, Festivals und andere Tanzfeste besuchen, sei die Wahrscheinlichkeit zehn Mal höher, zur Droge zu greifen.

In bestimmten Partyszenen in Frankreich, Italien und Großbritannien hätten zwei Drittel aller Besucher schon Kokain genommen. Mehr als die Hälfte der Discobesucher in Tschechien, Frankreich, Ungarn und den Niederlanden hätten zu Ecstasy gegriffen.

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(SZ vom 24.11.2006)