Den Stress einfach wegsprühen? Diese verlockende Idee könnte bald schon Wirklichkeit werden - durch ein Spray mit einer ganz besonderen Duftnote.

Jeder, der an einer frisch gemähten Wiese vorbei geht, wird wohl einmal ganz tief Luft holen, um den Duft zu genießen. Dieses Phänomen macht sich nun die Wissenschaft zu eigen: Australische Forscher haben ein Spray entwickelt, das die negative Wirkung von Stress auf das Nervensystem reduzieren soll - durch den Duft von geschnittenem Gras.

Gras, mähen, dpa

Der Duft von geschnittenem Gras wirkt direkt auf das Gehirn - und sorgt dafür, dass dort weniger Stresshormone ausgeschüttet werden. (© Foto: dpa)

Anzeige

Die Entwicklung basiert auf Erkenntnissen, denen zufolge beim Schneiden von Gras und grünen Blättern mindestens fünf Chemikalien freigesetzt werden, die stressabbauende Eigenschaften haben sollen. Das Spray enthält drei dieser Stoffe.

Der Duft wirkt nach Angaben des Australisch-Neuseeländischen Hochschulverbunds direkt auf das Gehirn, insbesondere auf die für Emotion und Gedächtnis verantwortlichen Regionen Amygdala und Hippocampus. Diese beiden Hirnareale sind unter anderem an dem Hormonsystem beteiligt, das die Ausschüttung von Stresshormonen steuert.

Auf die Idee zu dem Spray kam Nick Lavidis von der Universität von Queensland bei einem Urlaub im kalifornischen Yosemite Nationalpark. "Drei Tage im Park fühlten sich an wie ein dreimonatiger Urlaub", sagt er. "Damals war ich mir nicht bewusst, dass meine Entspanntheit auf die von den Nadelbäumen abgesonderten Wohlfühl-Chemikalien, die üppige Vegetation und das geschnittene Gras zurückzuführen waren."

Leser empfehlen 
Lesetipp aus der aktuellen SZ: Die Wüste bebt

Im einst stabilen und friedlichen Staat Mali errichten Islamisten, Separatisten und Terroristen das Afghanistan Afrikas. Seite 3 Jetzt lesen ...

(AP/sueddeutsche.de/aro/bilu)