Tun oder lassen: Wer die Moral mal beiseite lassen kann, der wird mit inspiriertem Journalismus belohnt. Dagegen sieht so manches schöne Modemagazin ziemlich alt aus.
TUN: "Vice" ist Englisch und heißt in etwa Laster. Und da man sich im besten Fall ein Laster hält wie einen klugen Hund, ist die kostenlose gleichnamige Zeitschrift, die es seit Juli 2005 auch hier in Deutschland gibt, dank gepflegtem Punk-Appeal heuer die erste Adresse für inspirierten Journalismus in Wort und Bild. In Vice werden Platten noch nach dem Cover bewertet, Menschen in rasend komischen Texten auf ihre Kleider abgeklopft, und streng genommen müsste die Hälfte der Beiträge einer moralischen Zensur zum Opfer fallen. Aber wie sagte schon Baudelaire: Im Heute ist das Schöne bizarr.
Erste Adresse für inspirierten Journalismus in Wort und Bild: das Magazin Vice. (© )
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LASSEN: Der Niedergang eines guten Magazins bemisst sich gerne an der Frequenz, in der sich die Chefredakteure verabschieden (lassen). Im Fall von Qvest, das Constantin Rothenburg einst als Hort einer kompromisslos verstandenen Schönheit ins Leben gerufen hatte, war seit einer Zwangspause und dessen Ablösung eigentlich klar, dass von Verlagsseite aus etwas nicht stimmen konnte. Dem avancierten Verständnis von Mode und glanzvollem Leben stand der Verlag anscheinend ratlos gegenüber, nun ging als letzte Anne Philippi von Bord. Wir plädieren für ein stilvolles Begräbnis in aller Stille.
Im einst stabilen und friedlichen Staat Mali errichten Islamisten, Separatisten und Terroristen das Afghanistan Afrikas. Seite 3 Jetzt lesen ...