Von Christian Mayer

Der Bauch, männliche Problemzone Nummer eins: Während seine Körperkräfte erlahmen, wächst der Mann an der falschen Stelle.

Es gibt Dinge beim Mann, die sich im Lauf der Zeit leider verlieren. "Alles fühlt man sich entgleiten: Jahre, Haare, Liebe, Geld und die großen Trunkenheiten", dichtete Klabund einmal. Während die Körperkräfte erlahmen, wächst der Mann an der falschen Stelle. Damit sind wir bei der Problemzone angelangt, die früher als Vorrecht reifer Männer galt, heute dagegen mit allen Mitteln der modernen Diätforschung bekämpft werden muss.

mann mit bauch

Männliche Problemzone: Während die Körperkräfte erlahmen, wächst der Mann an der falschen Stelle. (© Foto: iStockphotos)

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Der Bauch - ein bewegendes Thema, besonders zum heutigen Frühlingsanfang, der für uns auch ein physischer Aufbruch sein soll, wieder einmal. "Why am I soft in the middle now?", fragt Paul Simon in einem traurigen Lied, und ja, genau darum geht es, um das Problem in der Mitte, das nicht verschwinden will. Auch dann nicht, wenn man dem Dauerlaufen verfallen ist, was bei weniger asketischen Naturen unweigerlich zu nächtlichen Hungerattacken führt.

Die Methode Guttenberg

Was also tun? Man kann sich ein Beispiel nehmen am allseits straffen Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg, der noch viel vor sich hat und über Jahre, Haare, Liebe, Geld in ausreichendem Maße verfügt (die Trunkenheiten verbieten sich, bei dem Elternhaus).

Die Methode Guttenberg sieht so aus: Brust raus! Bauch rein! Treppen steigen, Karriereleiter nehmen, Aktenordner selbst tragen, möglichst noch die Handtaschen der Mitarbeiterinnen, das hält jung. Bei dem zackigen Tempo, das der Minister vorlegt, könnte er auch als Fotomodel für das Saft- und Kraftmagazin Men's Health arbeiten.

Noch effektiver greifen nur noch die Chinesen ihren Bauch an, mit Disziplin, Drill und ausgewogener Ernährung exerzieren sie uns vor, wie man in Form bleibt und gleichzeitig Spaß hat. In der Mitte haben diese Männer jedenfalls keine Probleme.

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(SZ vom 21.03.2009)