Die besten Augengläser haben ihren Namen einem Mann zu verdanken, dessen Nachlass zu einer Weltmarke wurde: Oliver Peoples.
Alles Gute kommt von? Genau, gestern. Wer das Phänomen "Vintage" verstehen will, mag auf den ersten Blick die Gesichtslosigkeit der Gegenwart für unsere rückwärtsgewandte Sehnsucht verantwortlich machen. Beim genaueren Hinschauen indes entpuppt sich bereits die Wahl der Sonnenbrille als Rettung vor dem "Angriff der Gegenwart auf meine übrige Zeit" (so Blumfeld).
Diese Brille ist dem Produzenten Robert Evans gewidmet. (© Foto: Oliver Peoples)
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Denn die besten Augengläser nicht nur Amerikas haben ihren volksnahen Namen einem Sammler und Inventar zu verdanken, dessen Nachlass 1987 von kalifornischen Optikern aufgekauft und zu einer Weltmarke gemacht wurde: Oliver Peoples.
Larry und Dennis Leight waren 1986 zwei hoffnungsvolle Entrepreneure mittleren Alters aus Los Angeles, die mit antiken Brillen handelten. Als sie den Fund eines New Yorker Antiquars - mehr als 1500 Rahmen und Gläser, teils aus hochkarätigem Gold und über 50 Jahre alt - begutachteten, wurde ihnen rasch klar, dass nur eins den Geist der Originale übertreffen würde: eine eigene Kollektion, deren Formenkanon sich am Gestern inspiriert, aber mit dem Raffinement und der Technik von heute verbindet.
Die sehr chicen Gestelle eroberten Hollywood im Nu, Nick Nolte trug sie etwa in "New York Stories", und so verwundert es kaum, dass sich Larry Leight zum zwanzigsten Jubiläum dort revanchiert, mit einem Modell (siehe Foto), das dem vielleicht größten Produzenten nicht nur der siebziger Jahre gewidmet ist: Robert Evans.
Der Mann, der Paramount persönlich war und für Filme wie "Rosemary's Baby", "The Godfather" und "Chinatown" verantwortlich zeichnete, hat eine Freundschaft mit Jack Nicholson, drei Schlaganfälle, sieben Ehen und zahllose Drogenexzesse überlebt: Einen besseren Paten für eine Sonnenbrille findet man kaum.
Denn wie bezeichnete das Magazin Time Oliver Peoples noch gleich: "Die Art von Brillen, die Benjamin Franklin getragen hätte, wenn er sich mehr für Performance-Art als Drachenfliegen interessiert hätte."
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(SZ vom 23.02.2008)
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