Wer so selbstbewusst einen Lumpen-Glamour pflegt wie Cher bei der Grammy-Verleihung, ist einfach cool - und das seit mehr als 60 Jahren.
Kunsthistoriker wissen: Manche Geschöpfe altern nicht, sie bleiben sich auf rätselhafte Weise gleich. Man kennt das Phänomen aus der frühgriechischen Epoche, die auf faltenlose Heldenplastiken spezialisiert war, ohne bereits in die Geheimnisse der klinischen Schönheitschirurgie eingeweiht zu sein.
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Bei der Sängerin Cher handelt es sich um ein spezielles Phänomen: Die Kalifornierin scheint nach ihrem Abschied als Hitlieferantin in jene Phase eingetreten zu sein, in der junge Mädchen im Kleiderschrank ihrer Großmütter nach coolen Outfits suchen.
Wer so selbstbewusst einen Lumpen-Glamour pflegt wie Cher bei der Grammy-Verleihung in Los Angeles, steht jenseits aller Kritik. Sie trägt ihr Haar im juvenilen Herbst ihrer Karriere rostbraun-rötlich, aber ans Aufhören denkt sie nicht: Im Mai will die einstige Geliebte des 16 Jahre jüngeren Schauspielers Tom Cruise im Caesar's Palace in Las Vegas noch mal groß rauskommen - als Vintage-Künstlerin, die ihre eigene Spätlese zelebriert.
Wir warten gespannt auf neue Verwandlungen.
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(SZ vom 12.2.2008)