Beth Ditto, schwergewichtige Sängerin und Stilikone, stellt ihren Körper gern zur Schau. Nun hat sie ihre eigene Kollektion. Die Frage ist: Wer traut sich, ihre Mode zu tragen?
Eine Frau, die 1,55 Meter groß ist und dabei fast 100 Kilogramm wiegt, hat zwei Möglichkeiten. Entweder, sie schließt sich zu Hause ein und tröstet sich mit Schokolade. Oder sie akzeptiert, dass sie ist, wie sie ist - und findet sich gut. Beth Ditto hat sich für Letzteres entschieden.
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Beth Ditto zieht Frauen an - und zwar genauso, wie sich selbst. Die bekennende Lesbe macht Mode für Gewichtsgenossinen. (© Foto: Evans)
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Es war die richtige Entscheidung. Und die Welt gibt ihr Recht. Zumindest die Glamourwelt, in der sie es ganz schnell nach ganz oben geschafft hat. Heute ist die 28-Jährige, die in einem Dorf in Arkansas aufwuchs, nicht nur viel beachtete Sängerin der Punkband Gossip. Die Lesbe ist durch das offenes Bekenntnis zu ihrer Homosexualität auch zu einer Heldin der feministischen Szene geworden - vor allem aber zu einer Mode-Ikone, von Karl Lagerfeld höchstselbst zur Muse geadelt.
Das liegt daran, dass Beth Ditto ihren drallen Körper gerne in ganz besonders formenstarke Roben hüllt. Das wäre nicht weiter bemerkenswert, wenn ihr Körper nicht diese Üppigkeit hätte, die er hat. Die Amerikanerin tut alles, um jede Körperfalte noch besser zur Geltung zu bringen.
Sie presst sich in glänzende Catsuits, betont ihre Rundungen mit großflächigen Mustern, zeigte gerne ihre Beine in Leggins - oder spart sich die Kleidung ganz: Nicht nur auf dem Cover von Modezeitschriften, auch bei ihren Auftritten zieht Ditto hin und wieder blank.
Das hat ihr den Respekt vieler Gewichtsgenossinnen eingebracht. Und vielleicht hat sie das auch dazu beflügelt, eine eigene Kollektion auf den Markt zu bringen. Für Frauen mit Maßen wie den ihren. Das Ergebnis ist nun bei der britischen Kleiderkette Evans zu sehen, die sich auf Mode in den Größen 42 bis 60 spezialisiert hat.
Die Leggings, Pulllis, Kleider und Shirts, die es dort zu kaufen gibt, zeigen vor allem eines: Ditto hat Mode entworfen, die sie selbst auch trägt. Florale Muster, hautenge Röhrenkleider mit schwarz-weißem Dominostein-Aufdruck, grell-lilafarbene Einteiler mit Pailletten, gepunktete Capes oder schrille XXXL-Pullis mit Kätzchen-Aufdruck. Diese Mode kaschiert nichts.
Der Haken an der Sache ist, dass die Gesellschaft für diese Mode wohl noch nicht reif ist. Wer die Teile dieser Kollektion anzieht, die auch Dittos Vorliebe für achtziger Jahre Punkock widerspiegelt, muss auch über mindestens soviel Mut verfügen wie die Nachwuchs-Modeschöpferin.
Dittos Kollektion dürfte es also schwer haben. An den Preisen liegt das nicht - das billigste Teil kostet umgerechnet 20 Euro, das teuerste 75 Euro. Das Problem ist ein anderes. In der Glamourwelt mag es darum gehen, zu provozieren und Aufsehen zu erregen.
Im Alltagsleben ist das anders. Vielleicht sitzen die Frauen vom Format eines Vollblutweibs noch in ihren Zimmern und trösten sich mit Schokolade. Die Frage ist nur, ob Beth Ditto sie mit diesen Entwürfen herauslockt.
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(sueddeutsche.de/bre/vs/bgr)
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aber wir scheinen in einem Zeitalter der Extreme und des Dilettantismus gefangen zu sein. Gibt es denn nur noch die Alternative extrem magersüchtig oder extrem adipös? Wie wäre es mit Mode für Normalos? (ja die gibt es auch noch)
Außerdem scheint es heute ein Muss zu sein von den Dingen die man (wohl nur pro Forma) entwirft absolut nichts zu verstehen. Musiker entwerfen Kleidung, Modeschöpfer entwerfen Brillen und absolut jeder der schon mal mit Bild in der Zeitung war schöpft einen Duft. (Und Politiker sitzen im Aufsichtsrat der Landesbanken). Wozu soll ein junger Mensch heute denn noch etwas lernen?
Ulrike Bretz brezelt sich mächtig auf "tolerant" auf...Der Haken (!) ;-) bei der Sache ist, dass ihre Vorurteile durchscheinen, ohne dass es notwendig wäre, auch nur ein bisschen an der Oberfläche zu kratzen...Toleranz ist was anderes...
Ich finde, dass Ditto eine tolle Stimme hat und einen schlechten Geschmack. Weil sie das macht, was alle machen: sich verkaufen, gänzlich, auf Teufel komm raus. Und beides hat nichts mit (ihrem) Körper zu tun.
immerhin der erste artikel über eine massendemonstration bei leben & stil. auch was wert. lol.
gott, immerhin ist der artikel abseits von brust-op´s, marc terenzi und ichwillmeinenasewiederkarenmulder. das ist auch was wert in der rubrik leben & stil. aber hallo.
Wenn man am Samstag in die Fußgängerzone jeder beliebigen mittelgroßen deutschen Stadt geht, würde ich sagen: Jede Menge Menschen.
Zu ihrer Musik kann ich nichts sagen. Aber wenn die Modewelt sich um eine "Dame" mit einem BMI von über 41 schart, dann hat das schon etwas krankes bzw. etwas von Freak-Show. Bulimie trifft BigMäc. Ach nee, das hatten wir schon bei den Topmodels.
Ich jedenfalls - und wahrscheinlich 99 % aller Männer - mag normale Frauen mit Kurven und weder Hungerhaken noch Fettbomben.
Paging