Der Nationale Ethikrat empfiehlt, das Stammzellgesetz zu ändern: Embryonale Stammzellen sollten importiert werden dürfen, wenn ihre Gewinnung nicht von Deutschland aus veranlasst wurde. Wird das die Kritiker der Stammzellforschung besänftigen?
Der Nationale Ethikrat hat sich mit den Stimmen von 14 der 24 Mitglieder dafür ausgesprochen, das Stammzellgesetz von 2002 zu novellieren.
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Das Ziel dieses Gesetzes ist es, zu vermeiden, dass von Deutschland aus Aufträge zur Gewinnung von embryonalen Stammzellen ausgehen.
Bislang wird dies mit Hilfe eines Stichtages geregelt: Stammzellen, die erst nach dem 1. Januar 2002 produziert wurden, dürfen nicht nach Deutschland eingeführt werden.
Der Ethikrat empfiehlt nun, stattdessen jeden Antrag auf Einfuhr embryonaler Stammzellen nach Deutschland im Einzellfall zu prüfen. Genehmigt werden sollten nur Importe, bei denen gewährleistet ist, dass die Herstellung der Stammzellen weder vom Antragsteller noch von sonst jemanden in Deutschland veranlasst wurde.
Darüber hinaus sollte das Material nur von allgemein zugänglichen Stammzellbanken kommen, die damit keine finanziellen Gewinne erzielen wollen.
Darüber hinaus empfiehlt der Ethikrat, embryonale Stammzellen nicht nur für die Forschung, sondern auch für die Diagnose und die Behandlung von Leiden zu erlauben.
Hoffnungsträger Stammzelle
Viele Mediziner setzen große Hoffnung auf die Ergebnisse der Forschung an embryonalen Stammzellen.
Diese gelten zum Beispiel als mögliche Quelle für Zellen, die zerstörtes oder nicht mehr funktionierendes Gewebe zum Beispiel bei Parkinson- oder Diabetes-Patienten ersetzen sollen. Die bisherigen Versuche sind vielversprechend, doch noch handelt es sich um Grundlagenforschung.
"Therapeutische Optionen", so erklärt zum Beispiel Jörg Hinrich Hacker von der Deutschen Forschungsgemeinschaft sueddeutsche.de, "sind im Moment nicht zu sehen. Doch vor der Entwicklung neuer Therapieformen kommt schließlich immer die Grundlagenforschung. Der aber sind in Deutschland bislang sehr enge Grenzen gesetzt. Die Gesetzgebung gehört zu den restriktivsten weltweit."
Erst kürzlich hatte überraschend einer der früheren Gegner der Forschung an embryonalen Stammzellen, der SPD-Ethikexperte René Röspel, angekündigt, er wolle nach der Sommerpause eine Änderung des Stammzellgesetzes in den Bundestag einbringen.
Gravierende Veränderungen wünscht er sich allerdings nicht. Röspel will vorschlagen, den Stichtag auf den 1. Mai 2007 zu verschieben, damit deutsche Forscher hierzulande auch an jüngere Embryonalzellen kommen.
Der Ethikrat empfiehlt nun, ganz auf den Stichtag verzichten. Doch auch sein Vorschlag ist letztlich ein Kompromiss, mit dem Politiker und Forscher versuchen, zwei grundsätzlichen ethischen Problemen aus dem Weg zu gehen.
Stammzellen aus "überzähligen Embryonen"
Menschliche embryonale Stammzellen werden aus "überzähligen Embryonen" gewonnen, die durch künstliche Befruchtung erzeugt wurden, um kinderlosen Menschen den Wunsch nach Nachwuchs zu erfüllen.
Doch nicht alle produzierten Embryonen werden der angehenden Mutter eingepflanzt. Alle übrigen werden tiefgefroren gelagert und stünden zur Stammzellentnahme zur Verfügung. Bei dieser Prozedur jedoch werden sie getötet.
Es gibt in Deutschland zwei Gesetze, die in der Diskussion um die Stammzellforschung eine Rolle spielen:
Das Embryonenschutzgesetz, das seit 1991 die Erzeugung embryonaler Stammzellen sowie jegliche genetische Manipulation am Embryo in Deutschland verbietet. Und es gibt das "Gesetz zur Sicherstellung des Embryonenschutzes im Zusammenhang mit Einfuhr und Verwendung menschlicher embryonaler Stammzellen". Nach diesem Gesetz dürfen deutsche Forscher nur mit "alten" importierten Stammzellen arbeiten, die aus etwa 20 Quellen gewonnen wurden.
Diese Stammzellen bieten eine geringere Qualität als später produzierte Zellen und sind nicht für alle Forschungsarbeiten zu gebrauchen. Auch lassen sich Ergebnisse, die mittels der älteren und jüngeren Stammzellen erzielt wurden, nicht gut vergleichen.
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Mit Ihren Erfahrungen mit "wissenschaftlichen Kollegen" sind Sie nicht alleine. Ich schließe mich dem an. Ebenso dem Rest Ihres Beitrags.
Leider gibt es in Teilen der Öffentlichkeit aber anscheinend ein falsches Bild vom Innenleben der "Scientific Community", den Characteren ihrer Protagonisten, und deren Motiven.
Interessant ist schon, dass Wissenschaftler, welche Religion als lästiges massenpsychotosches Phänomen betrachten, sich selbst gegenüber "ihrer" Wissenschaft vollkommen gleich verhalten und ihre "Moralvorstellung" als ultimative Wahrheit deklarieren.
Und solange diese verblendete, egoistische und intolerante Wahrnehmung anderer überzeugungen gegenüber bestehen, bleibt die Wissenschaft gefährlich und muss kontrolliert werden. Zudem scheint Wissenschaftlern einiges in ihrem engstirnigen Denken entgangen sein:
1. Es gibt 100.000 wichtigere Dinge, als den "Wissenschaftsstandot Deutschland" und maximale Forschungsfreiheit.
2. Erst wenn die Wissenschaft beweist, dass sie ausschließlich zum Nutzen der Menschheit eingesetzt wird, ist es legitim eine Freigabe einzufordern.
3. Die Mehrheit des erwähnten Zusammenschlusses von Individuen (Staat) lehnt mehrheitlich Stammzellenforschung ab (warum auch immer). Demokratie heißt dies zu akzeptieren und nicht rumzulamentieren wie kleine Kindern, denen man ihr salmonellenverseuchtes Es wegnimmt.
4. Wenn Religion ein Privatvergnügen sein soll, muss es Wissenschaft ebenfalls sein. Sonst erhebt sich diese über alles andere und ist damit automatisch selbst Religion.
5. Solange die Forschung von wirtschaftlichen Interessen und persönlichen Eitelkeiten dominiert wird - und das tut sie eindeutig - MUSS sie streng kontrolliert werden.
Meine Erfahrung als Mediziner mit wissenschaftlichen Kollegen: intolerant, skrupellos, egomanisch, beschränkter Horizont, gefühlskalt.
Um es einfach auszudrücken: Nicht die Wissenschaft diskreditiert sich; es sind die Wissenschaftler selbst. Und die Kommentare sprechen hier eine deutliche Sprache:
Intoleranz und Egomanie!
Lieber Moderator,
einen wunderschönen guten Morgen. Ich hoffe, Sie haben gut geschlafen.
Wären Sie bitte so freundlich und würden die Beiträge aus der Warteschleife freigeben!
..... aus der „Schlüsseltechnologie“ Atomkraft beschließen dürfen und die „Erneuerbaren Energien“ wären dann heute in Deutschland nicht der Jobmotor und Exportschlager zu dem sie sich in den letzten Jahrzehnten entwickelt haben. Ebenso dürfte man sich auf keine Beschränkungen zum CO2-Ausstoß einlassen. Schließlich gibt es genügend Länder (u.a. wieder: China) welche diese Beschränkungen nicht mittragen und dadurch auf den ersten Blick wirtschaftliche Vorteile haben. An den Schlüsseltechnologien zu CO2-Reduktion, die in den kommenden Jahrzehnten weltweit gefragt sein werden, wird China dafür nicht verdienen. Oder sollten wir vielleicht die Todesstrafe wieder einführen, weil dieselbe in China und den USA praktiziert wird und dazu beiträgt, im Justizwesen kosten zu sparen? Diese Argumentationskette könnte man endgültig fortsetzen. Tatsache ist, dass es für jede „dreckige“ Technologie, die vordergründig einfach und vielversprechend erscheint, immer eine bessere Alternative gibt. Unter ethischen, ökologischen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten. Auch für die embryonale Stammzellforschung. Man muss nur die richtigen Akzente setzen. Akzente werden in Demokratien jedoch nicht von den Menschen gesetzt, die in ihnen leben, sondern von Lobbyisten. Wir sollten uns von den Gelüsten der Lobbyisten und ihren Argumenten nicht unsere gesunde Wahrnehmungsfähigkeit und unsere Mitmenschlichkeit nehmen lassen. Und dazu bedarf es keiner Religion. Jeder einzelne trägt in sich die Begabung, die Sensibilität zu entwickeln die nötig ist, um seine eigenen, und die natürlichen Grenzen des Lebens wahrzunehmen. Heilslehren sind dazu nicht notwendig. Weder kirchliche noch wissenschaftliche oder sonst irgendwelche. Und das wäre sicherlich auch im Sinne Kants und der Aufklärung.
.... ist der Ausdruck des Wunsches, natürliche Grenzen des Lebendigen willkürlich verschieben zu wollen. Wer weiß, und akzeptieren kann, dass er irgendwann sterben wird, und Tod und Krankheit ein Teil des Lebens sind, wird weniger Schwierigkeiten haben, natürliche Grenzen des Lebens, und damit auch seine eigenen, zu akzeptieren. Wer diese Akzeptanz aus Angst vor Krankheit und Tod nicht aufbringen kann, wird immer weiter versuchen, menschliches Leben neu zu definieren, so wie es in der Diskussion um die Forschung an embryonalen Stammzellen mit dem „Zellhaufen“ geschieht. Dies führt im Endeffekt zu einer von Angst getriebenen Hetzjagd auf neue Forschungsergebnisse und einer hysterische Spirale von neuen Manipulationen, deren letztendliches gesellschaftliches Ziel der Sieg über Krankheit und Tod sind. Leider, und das ist den meisten nicht bewusst, hat diese (Forschungs-)Spirale Nebenwirkungen. Durch die immer weiter verschobene Wahrnehmung der Grenzen der Würde und Unantastbarkeit des Lebens, gehen dieselben verloren. Und mit Ihnen jedes Gefühl für alles Lebendige. Und damit jedes Mitgefühl.
Ich möchte meinen Kindern nicht wünschen, in einer solchen Hölle leben zu müssen.
Ein möglicher Ausweg aus diesem Schicksal emotionaler Verarmung wäre es, den Menschen dabei zu helfen, sich ihrer Angst vor dem Tod zu stellen, und Krankheit als einen Bestandteil des Lebens zu akzeptieren zu können. Ein anspruchsvolles Vorhaben. Ein Vorhaben für Generationen. Solange eine Gesellschaft diese Reife nicht besitzt, ist es notwendig, eine gesetzliche Grenze dort zu ziehen, wo sie natürlicherweise vorgegeben ist: Im Moment der Befruchtung einer Eizelle.
Das bedeutet aber keineswegs, dass man nicht nach Glück, Gesundheit und längerem Leben streben sollte. Aber man sollte es im Rahmen natürlicher Grenzen tun. Und dieser Rahmen bietet hierfür genügend Möglichkeiten. Adulte Stammzellforschung ist genauso vielversprechend wie jene an Ebryonen. Sie ist lediglich nicht derartig mystifiziert wie letztere. Und eine solche Mystifizierung hat nichts mit Aufklärung oder Vernunft zu tun.
Auch wirtschaftliche Argumente sind auf Dauer nicht stichhaltig. Wenn man aus Angst vor chinesischer oder anderweitiger Übermacht nicht auf diese Forschung verzichten will, hätte man aus denselben Gründen nicht den Ausstieg aus der „Schlüs
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