Smartphone-Geschenk mit Bedingungen "Ignoriere nie einen Anruf deiner Mutter!"

Schönes Geschenk mit kleinem Haken: Mutti hat die Hand drauf.

(Foto: Bloomberg)

US-Amerikanerin Janell Hofmann hat ihrem Sohn ein Smartphone geschenkt. Damit sein Traum nicht zu ihrem Albtraum wird, gibt es für die Nutzung eine Menge Regeln. Der Vertrag zwischen Mutter und Sohn beschäftigt die Internetgemeinde. Und der 13-Jährige Gregory sollte wohl bald anfangen, Rasen zu mähen.

Von Felicitas Kock

Pferdebettwäsche, selbstgestrickte Socken, die aktuelle Ausgabe des Duden-Fremdwörterlexikons: Es gibt viele Geschenke, mit denen Mütter ihre Söhne eher verschrecken als ihnen eine Freude zu bereiten. Es gibt aber auch gute Geschenke. Und es gibt Geschenke, bei denen ein Teenager vor Aufregung nicht mehr schlafen kann, sofern er auch nur ahnt, dass er sie bekommen könnte.

US-Bloggerin Janell Burley Hofmann hat ihrem Sohn ein solch ersehntes Geschenk gemacht. Der 13-Jährige Gregory hat zu Weihnachten ein iPhone bekommen. Weil er ein "guter, verantwortungsvoller Junge" sei und es verdiene. Doch der Traum eines Sohnes kann schnell zum Albtraum einer Mutter werden. Was, wenn das Kind nur noch am Telefon hängt? Wenn es nicht mehr nach draußen geht und seine Sitten verrohen? Um dies und Schlimmeres zu verhindern, hat Hofmann ihr Geschenk mit 18 Bedingungen verknüpft.

Ein Auszug:

  • Es ist mein Telefon. Ich habe es gekauft. Ich zahle dafür. Ich leihe es dir. Bin ich nicht die Größte?
  • Ich werde immer das Passwort kennen.
  • Wenn es klingelt, geh ran. Es ist ein Telefon. Sag Hallo, gebrauche deine Manieren. Ignoriere nie einen Anruf, wenn auf dem Display "Mum" oder "Dad" steht. Nie.
  • Es kommt nicht mit in die Schule. Sprich persönlich mit den Menschen, denen du Mitteilungen schreibst. Das ist eine Fertigkeit fürs Leben.
  • Wenn es in die Toilette fällt, auf den Boden kracht oder sich in Luft auflöst, trägst du die Kosten für den Ersatz oder die Reparatur. Mähe Rasen, geh Babysitten, spar dein Geburtstagsgeld. Es wird passieren, also solltest du vorbereitet sein.
  • Schreibe, maile und sage nichts durch dieses Gerät, was du nicht auch persönlich sagen würdest.
  • Lass dein Telefon manchmal zuhause und fühle dich sicher mit dieser Entscheidung. Es ist nicht lebendig oder ein Fortsatz von dir. Lerne, ohne es zu leben. Sei größer und stärker als die Angst, etwas zu verpassen.
  • Halte deine Augen offen. Schau, was um dich herum passiert. Starre aus einem Fenster. Hör den Vögeln zu. Geh spazieren. Sprich mit einem Fremden. Wundere dich, ohne zu googeln.

[Alle 18 Stichpunkte finden Sie hier]

Seit Hofmann den Vertrag in ihrem privaten Blog und bei der amerikanischen Online-Zeitung Huffington Post veröffentlichte, diskutiert die Internetgemeinde, was von den Regeln zu halten ist. Viele amüsieren sich über die detaillierten Abmachungen. Einige finden es zu früh, wenn schon ein 13-Jähriger ein Smartphone besitzt. Huffington-Post-Leserin Natalia88 kommentiert, sie finde die Idee zwar lustig, halte sie aber für schwer durchsetzbar. Als Teenager hätte sie "sicher alle Regeln gebrochen".

Vor allem unter den Müttern scheint die Freude über den Vertrag jedoch groß. "Mutter eines Sohnes zu sein ist der schwierigste Job, den ich je hatte. Danke, dass du das Thema zur Sprache gebracht hast!", schreibt @motherofason auf Twitter. Hofmann erklärte in einem Interview in der Fernsehsendung "Good Morning America", sie habe ihrem Sohn mit dem Vertrag zeigen wollen, wie man Technik verantwortungsvoll nutzen könne, ohne sie zu missbrauchen oder abhängig davon zu werden.

Und was hält der Beschenkte von der Sache? "Meine erste Reaktion war: Warum? Warum musste sie das tun?", sagt Gregory im Interview. Dennoch habe er unteschrieben. Seine größte Angst sei nun, das Handy zu verlieren. Bisher - das geht aus den Twitternachrichten seiner Mutter hervor - ist es nicht dazu gekommen. Und er musste es noch nicht einmal wegen eines Verstoßes gegen eine der 18 Regeln abgeben.