Sexualität Viel zu anstrengend

Langjährige Paare über 30 schlafen lieber, als sich dem Partner zu widmen. Alles andere sei "viel zu anstrengend", ergab eine Umfrage.

Täglicher Sex ist für Frauen und Männer, die seit mindestens fünf Jahren in einer festen Beziehung leben, keineswegs verlockend, sondern ein Graus: "Viel zu anstrengend", meinten 94 Prozent von 1.093 Befragten im Alter von 30 bis 59 Jahren laut einem Vorabbericht der Zeitschrift Für Sie.

Der "Schönheitsschlaf" vor zwölf ist beliebter als das Spiel mit dem Partner.

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Anlass der repräsentativen Gewis-Umfrage war die Empfehlung von Ratgeberbüchern aus den USA, mit täglichem Sex nach Plan die Lust in der Partnerschaft wieder anzukurbeln.

Gerade mal drei Prozent könnten sich vorstellen, täglichen Sex auszuprobieren, berichtete das Blatt am Sonntag. 97 Prozent befürchten, dass dabei die Gefühle auf der Strecke blieben. Fast ebenso viele bezweifeln, dass sich die Erotik mit Sex nach Plan wiederbeleben lässt.

Zwei Drittel der Befragten sagten, sie versuchten die Flaute im Bett auf andere Weise zu überwinden. 55 Prozent der Männer und fast jede zweite Frau über 45 Jahren beklagt dem Bericht zufolge, dass sie zu wenig Sex praktizieren.

Die Zeitschrift zitiert den Professor für medizinische Psychologie an der Universität Heidelberg, Ulrich Clement: "Die Partner reduzieren ihre Sexualität auf den kleinsten gemeinsamen Nenner. Damit verkleinern sie ihre sexuellen Möglichkeiten und erzeugen ihre Lustlosigkeit selbst."

Der Sexualtherapeut rät Paaren, sich mit den eigenen erotischen Wünschen und denen des Partners auseinanderzusetzen. "So entsteht Neugier und Aufmerksamkeit für den Partner." Für Paare ohne zwischenmenschliche Probleme hält er die Ratgeber-Methode für durchaus interessant. "Wenn Partner sich zum Liebesakt verabreden, übernehmen sie wieder aktiv die Gestaltung ihrer Sexualität", erklärte Clement. "Das ist manchmal der richtige Ausweg aus einer sexuellen Flaute."