Protokoll: Tanja Rest

Der gebürtige Südafrikaner Rainer Zola, 38, arbeitet seit 16 Jahren als Model. Ein Leben zwischen Narzissmus und McDonald's.

"Entdeckt worden bin ich in der Mittagspause: Gegenüber der Bank, in der ich als Baufinanzierer gearbeitet habe, befand sich ein Herrenbekleidungsgeschäft. Eines Tages, als ich wieder vorbeigelaufen bin, ist die Besitzerin aus dem Laden gesprungen und rief: ,Sie! Sie!Denen war ein Model ausgefallen, da bin ich abends bei der Modenschau spontan eingesprungen. Das war der Anfang. Vom Typ her werde ich gern als Individualist besetzt: Kahler Schädel, kantiges Gesicht - markant, aber nicht zu abgehoben. Also eher nicht der blonde Katalog-Schönling.

Männer Model

Rainer Zola arbeitet seit 16 Jahren in der Modelbranche. Entdeckt wurde er in der Mittagspause. (© Foto: Sebastian Stiphout/oh)

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Eine Marktanalyse hat mal ergeben, dass ich einen hohen Wiedererkennungswert habe und dass sich gerade Männer gut mit mir identifizieren können. Das merke ich auch privat: Viele finden mich so ganz cool, sehen mich aber nicht als Konkurrenz. Wenn ich am Strand das T-Shirt ausziehe, gibt es natürlich manchmal schon kühle Blicke, nach dem Motto: Aha ... okay.

Bei Frauen ist es ganz unterschiedlich. Es passiert ab und zu, dass ich angesprochen werde, insgesamt habe ich aber nicht das Gefühl, mehr Chancen zu haben als andere Männer. Wenn ich bei einer Party erzähle, was ich beruflich mache, könnte ich damit allerdings den ganzen Abend füllen. Die Leute finden das interessant, aber dann kommt ziemlich schnell auch die Frage: Ja wie, und das ist jetzt alles?

Ein bisschen Narzissmus gehört dazu, aber ich definiere mich nicht nur über mein Aussehen. In Form bleiben muss ich natürlich. Wenn ich Zeit habe, gehe ich jeden Tag anderthalb Stunden laufen und dann nochmal anderthalb Stunden ins Fitnessstudio. Zu 90 Prozent macht mir das Spaß, ein bisschen Quälerei ist sicher auch dabei. Abends benutze ich eine Reinigungscreme und achte darauf, mich einigermaßen ausgewogen zu ernähren. Das ist eigentlich alles. Wenn mir danach ist, bei McDonald's einen Burger zu essen, dann tu ich das. Es muss ja auch Spaß machen."

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