SZ: Wenn man Ihnen zuhört, klingt es so, als wäre Hubbard harmlos gewesen. Ronald DeWolf, der 1991 verstorbene älteste Sohn des Scientology-Gründers, beschrieb seinen Vater in einem Interview als sadistischen, gewalttätigen und paranoiden Okkultisten, der entgegen seiner eigenen Reinheitslehre wie verrückt gesoffen und Drogen genommen habe.
Anzeige
Rinder: Erstens weiß ich, dass Nibs (Anm. d. Red.: DeWolfs Spitzname) diese Aussage später zurückgenommen hat. Und zweitens habe ich selbst viel Zeit mit Hubbard verbracht, so viel wie wenige andere. Er war der brillanteste Mensch, den ich je kennenlernen durfte. Ja, er hatte seine Launen und konnte wütend werden, wenn etwas schief lief. Aber war das immer so? Nein. Hat er Menschen so behandelt wie Miscavige? Kein bisschen. Hat er sich um seine Familie gekümmert? Absolut. Hat er Drogen genommen? Absolut nicht. War er höflich? Unglaublich. War er witzig? Sehr sogar.
SZ: Das klingt alles ganz toll. Aber es war Hubbard, der diese knallharte Unterscheidung zwischen den angeblich geistbefreiten Scientologen und dem Rest gemacht hat, den "Wogs", dem "rohen Fleisch", den "Unterdrückern". Dieses Weltbild: schwarz und weiß, Freund und Feind, das ist Hubbard in Reinform. Und Sie erleben es seit Ihrem Ausstieg doch selbst, Mister Rinder. Sie sind jetzt einer der Bösen. Sogar Ihre Familie hat Ihnen den Krieg erklärt. Wie kriegen Sie das unter einen Hut?
Rinder: Indem ich diese Art der Kirche zu denken aus meinem Leben verdränge. Ich sehe es doch wie Sie. Diese Haltung, dass wir gegen den Rest der Welt kämpfen und jeden Kritiker wie einen Feind behandeln müssen, ist falsch. Vielleicht finden Sie einzelne Stellen bei Hubbard, mit deren Hilfe Sie mir nachweisen können, dass wir nicht übereinstimmen. Na und? Dafür gibt es viele Passagen, die etwas ganz anderes aussagen. Ich bin nicht der Vollzeit-Hubbard-Erklärer, der sich bei jedem Satz überlegt, wie er ihn verteidigen kann. Ich will nur, dass die Misshandlungen, die heute in der Kirche an der Tagesordnung stehen, aufhören.
SZ: Ihre Frau bezeichnet Sie als Mensch, der Kinder hasst, Ihre Tochter beschimpft sie als Bigamist. Schmerzt Sie das?
Rinder: Natürlich schmerzt das. Aber ich muss mich schützen. Ich weiß ja, warum sie das tun. Sie denken, sie hätten keine Wahl. Meine Güte, die haben sogar meine 86-jährige Mutter in einem Seniorenheim besucht und dazu gebracht, mir böse Briefe zu schreiben. Ich weiß aber, wer ich bin. Ich weiß, wie ich lebe. Ich habe jetzt einen fünf Jahre alten Stiefsohn, den ich furchtbar liebhabe. Wir verstehen uns wunderbar. Wenn ich wirklich so ein Unhold wäre, warum war Cathy dann 30 Jahre lang mit mir verheiratet? Wissen Sie, ich lese all den Dreck, den die über mir auskippen, gar nicht mehr.
SZ: Gibt es in Ihren Augen eine Chance, dass Sie und Ihre Familie irgendwann Frieden schließen?
Rinder: Nur wenn sie aufwachen. Nur wenn sie erkennen, dass sie einer Gehirnwäsche unterzogen wurden.
SZ: Wenn Sie all Ihre Erfahrungen zusammennehmen, als was sehen Sie sich dann: als Täter oder Opfer?
Rinder: Ich bin kein Opfer. Ich ernte nur einen Teil dessen, was ich selbst gesät habe. Und deshalb will ich meinen Teil dazu beitragen, den Missbrauch dieser Organisation zu beenden.
SZ: Es gibt wenige Länder, in denen die Church of Scientology so kritisch behandelt wird wie in Deutschland: als gefährlicher Kult, der Menschen finanziell ruiniert, keine Meinungsfreiheit kennt und Kritiker und Aussteiger rücksichtslos attackiert. Kurz: als Gefahr. Können Sie diese Kritik nachvollziehen?
Rinder: Klar. Allerdings plädiere ich dafür zu unterscheiden. Die Organisation und ihr Führungspersonal sind das Problem, nicht das einfache Mitglied. Das soll denken und glauben dürfen, was es will, ohne gebrandmarkt zu werden. In vielen Fällen sind das ja dieselben Leute, die von der Kirche missbraucht werden, indem sie ihnen das Geld aus der Tasche zieht und mit der Androhung einer Disconnection kontrolliert.
SZ: Auch für Letzteres interessiert sich der deutsche Verfassungsschutz.
Rinder: Und das zu Recht.
Sie sind jetzt auf Seite 3 von 3
Im einst stabilen und friedlichen Staat Mali errichten Islamisten, Separatisten und Terroristen das Afghanistan Afrikas. Seite 3 Jetzt lesen ...
- Thema
- Scientology RSS
- Scientology-Funktionärin kritisiert die Sekte Strickkurse und Protzbauten 07.01.2012
- Scientology-Anhänger als Parteimitglieder Sektenmitglieder bringen Piraten in Bedrängnis 16.11.2011
- Scientology reagiert auf Kritik im TV Kampagne gegen "South Park" 31.10.2011
- Politik kompakt Umstrittenes Mediengesetz: Ungarn wehrt sich gegen Kritik 05.05.2011
- Bahamas: Travolta-Prozess geplatzt "Zu viel Stress und Leid" 07.09.2010
- Fürstenfeldbruck Scientology darf werben 02.09.2010
(SZ vom 14.01.2012/leja)
Partyzone Flußufer
Grüssgott Herr/Frau unbekannt Orca888
Schwierig ist es tatsächlich mit einem Unbekannten (Walfisch?) zu diskutieren, dessen Aussage sehr allgemein ist. Wenn man in einer dieser Talkshows ein paar Sekunden Zeit hat, ein Statement abzugeben - gleichzeitig unterbrochen wird - dann geben Sie doch mal einen Tipp wie man dann ein tiefschürfendes Gespräch führen soll!!! Vor allem wenn man drei fanatischen Gegnern gegenüber sitzt.
Deshalb haben wir ja auch detaillierte Stellungnahmen z.B. zu Bis nichts mehr bleibt, Kerner-Show, Hart aber Fair etc zusammengestellt
(auf scientology-fakten) ...aber in der Diskussion sind die wohl zu differenziert und zu faktisch.
Auf den entsprechenden Seiten finden sich auch über 40 Gutachten, Dutzende von Gerichtsurteilen, Anerkennungen, dass Scientology eine Religion IST. Da kann Innenminister Herrmann noch lange gebetsmühlenartig in einem Satz das Gegenteil behaupten. Fakten hat er keine!
- nur mit dem Unterschied, dass man die Lehre dieser Organisation wohl nicht als Religion bezeichnen kann bzw sie mit einer vergleichen kann. Die Bezeichnung "Sekte" ist hier zudem noch Irreführend, da auch keine Esoterik zu finden ist.
wenn ich die bisherigen Interviews in Talk Shows von sog. leitenden
Mitgliedern von SCIO sah, kam mir immer das große Grausen über
die nichtssagenden Äußerungen.
Wird dies jetzt anders Herr Stettler ???
Die Praktiken der Orgs, IAS, ASI und WISE, kenne ich aus eigener
Erfahrung, habe meine Lehre und Handlungen daraus gezogen ohne
zu Schaden zu kommen, habe gelernt ein zufriedenes, glückliches
Leben zu führen, nach diesen 7 Jahren.
Mein Fazit:
"alles für die Lehre des Wissens aber ohne diese Organisation"
bevor sie nicht zu dem von ihrem Gründer vorgeschriebenen handeln zurückfindet.
Es stimmt...wieso wird eigentlich Scientology nicht zu diesen massiven Vorwürfen befragt?
Man hätte dann nämlich erfahren können, dass Debbie Cook seit vielen Jahren keine Funktionen bei Scientology mehr hat, auch nie eine Funktion in der Mutterkirche in Los Angeles innehatte. Woher "kennt" Sie alle diese Vorwürfe?
Rinder selber ist schon länger nicht mehr dabei und hatte in den letzten Jahren seiner Mitgliedschaft keine Leitungsfunktionen.
Zahlreich sind die eidesstattlichen Erklärungen, die viele seiner Vorwürfe widerlegen...deshalb auch hier nochmals: wieso wurde keine Stellungnahme von Scientology eingeholt.
Er hat einen Groll auf David Miscavige und lebt diesen nun aus.
Jede Gemeinschaft, Religion hat ihre Apostaten...so what?
Aber bei welchen anderen Themen kommen nur diese wenigen abtrünnigen Personen zu Worte?
Selbstverständlich gibt es in Scientology eine Kultur (sachlicher) Kritik. Man nehme sich die Zeit und spreche mit ihnen! Man müsste wohl auch lange suchen und erst noch vergeblich, wenn man die Idee hat, dass irgendwo bei Scientology "die Hölle" los ist.
Ja, es stimmt, in der ganzen Welt werden neue Scientology Kirchengebäude eröffnet, auch mit Unterstützung der Kirchenmitglieder - alleine in den letzten 2 Jahren waren es 17, in den nächsten Wochen weitere 5...und ob dies nun mittels Spenden geschieht oder mit dem Zehnten - es ist eine Möglichkeit für Religionen, die nicht auf Kirchensteuern hoffen können, sich zu finanzieren.
Es ist auch so, dass mit Spendengeldern viele internationale Projekte auf dem Gebiet der Drogenprävention, Menschenrechte etc unterstützt werden...alles nachzulesen auf verschiedenen Webseiten wie scientology.de oder scientology-fakten.de
Es ist an der Zeit, dass diese unsägliche Einseitigkeit in der Diskussion um Scientology ein Ende findet und der Leser alle Seiten zu hören bekommt...die Szene stellt sich dann eben gleich anders dar.
Jürg Stettler, Scientology Kirche
"Rinder wuchs schon in einer Scientologen-Familie auf."
Selbst schuld! trifft also nicht für alle zu. Das ist das Schlimmste an diesen Sekten und Freikirchen, dass Kinder da rein gepresst werden, die sich dagegen nicht wehren können.
Paging