Endlich: Wir haben ein französisches Pendant zu "Brangelina". Darauf hat die Menschheit gewartet. Sie weiß es nur nicht.

Seit Nicolas Sarkozy seine zweite Frau Cécilia gehen lassen musste, versucht der Präsident mit allen Mitteln zu verhindern, dass Langeweile aufkommt: Er verdreifacht sein Präsidentengehalt und posiert mit nacktem Oberkörper neben seiner - ebenfalls leicht bekleideten - Justizministerin vor den Kameras.

Bruni und Sarkozy

Die Bayern würden sie jagen: "Brunozy", das Problempaar. (© Foto: AP)

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Dann kommt Carla Bruni. Und das Sensationen-Karussel beginnt sich zu drehen.

Mit seiner neuen Eroberung lässt sich der 53-Jährige in Ägypten ablichten, spaziert händchenhaltend durchs Pariser Disneyland und die jordanische Felsenstadt Petra, verstört die indische Regierung, weil er seine Nochnicht-Frau unbedingt zu seinem Staatsbesuch mitbringen möchte, kauft seiner neuen Freundin den gleichen Dior-Ring wie seiner Ex-Frau, streut und dementiert Hochzeitsgerüchte, überrascht mit Nacktfotos auf einem Ledersofa und erfreut uns schließlich doch noch mit der frohen Botschaft: Wir haben geheiratet. Gleich im Anschluss verklagen Sarkozy und Bruni die Fluggesellschaft Ryanair auf Schadenersatz, da grätscht auch schon nouvelobs.com dazwischen und meldet, der Präsident würde seiner Exfrau skandalöse SMS schicken: "Wenn du zurückkommst, sage ich alles ab". Worauf Sarkozy das Blatt verklagt, und so weiter und so fort. Mal ehrlich - da wird einem schon vom Lesen schlecht.

Und noch während diese Zeilen geschrieben werden, dreht sich das Rad weiter, wartet irgendwo eine neue Geschichte auf ihre Entdeckung, hält uns in Atem und sorgt dafür, dass der französische Präsident nicht als Staatsmann, sondern als Liebeskasper wahrgenommen wird.

Inzwischen ist aus dem Traumpaar Bruno/Sarkozy längst ein Problempaar geworden, eine Art französische Brangelina: die allgegenwärtigen "Brunozy". Man kann darauf warten, dass die Bruni demnächst im Dschungelcamp zu sehen ist, wo sie sich nur in Stiefeln bekleidet im Dickicht räkelt und dabei einen Chanson haucht, während Sarkozy am Eifelturm emporklettert und per Life-Übertragung Liebesbotschaften an seine Verflossenen sendet - Hauptsache, die Medien sind versorgt.

In einer Umfrage zur Weihnachtszeit behaupteten fast 90 Prozent der Franzosen, Sarkozys Affäre mit der Sängerin Bruni sei sein Privatvergnügen. Inzwischen dürften es 150 Prozent sein.

Die Frage ist: Wem geht eher die Puste aus - Sarkozy oder der Presse? Wer widersteht zuerst der Versuchung, Informationen über sein Privatleben freizugeben und zieht die Bremse? Man möchte nur noch eine Meldung lesen: Bruni und Sarkozy haben Mars-Grundstück gekauft und sind bereits auf dem Weg zu ihrem neuen Zuhause.

PS: Hiermit schwören wir: Das ist der letzte Text, den wir zu Bruni und Sarkozy geschrieben haben. Für heute. In diesem Sinne: Schönes Wochenende

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(sueddeutsche.de)