Schmachtwort von Christian Ulmen "Ich bin ein großartiger Fahrer"

Am Steuer hat Bescheidenheit nichts verloren. Der Mann an sich, und zwar jeder Einzelne von ihnen, hält sich für den besten Autofahrer der Welt. Das trifft allerdings nur dann zu, wenn eine kluge Beifahrerin neben ihm sitzt.

Von Mirjam Hauck
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Das Schmachtwort sprach diesmal der begnadete Autofahrer Christian Ulmen.

(Foto: Cornelia Zeug)

Flink und gewandt am Leder, schlagkräftig am Holzscheit, trinkfest am Glas und unermüdlich als Liebhaber. Kaum ein Mann, der nicht gerne mit seinen Talenten protzt. Eines nehmen sie selbstverständlich alle für sich in Anspruch: der weltbeste Autofahrer zu sein. Auch Schauspieler Christian Ulmen zeigt sich von seinem Geschick hinterm Steuer überzeugt: "Ich bin schon ein ziemlich großartiger Fahrer" verriet der 37-Jährige in einem Interview mit dem Magazin Max. Und setzte gleich noch eins drauf, indem er klarstellte: "Alle anderen können das überhaupt nicht, (...) und fahren doof langsam."

Diese bescheidene Selbsteinschätzung spricht immerhin für ein gesundes Selbstbewusstsein von Herrn Ulmen. Dennoch wären die meisten Frauen weitaus glücklicher, wenn sie - außer dem weltbesten Autofahrer - auch den fleißigsten Spülmaschinenausräumer der Welt, den proaktivsten Müllrunterbringer oder gar den großartigsten Kinderwagenschieber an ihrer Seite hätten.

So aber muss sich Frau mit einem einzigen Superlativ zufriedengeben. Zugegeben, es ist ja nicht gerade unpraktisch, wenn der Gatte so sehr von seinen Fahreigenschaften überzeugt ist, dass er die Frau gar nicht erst ans Steuer lässt. Und sie deshalb ins Restaurant und nach zwei bis drei Gläsern Wein auch wieder sicher nach Hause kutschiert.

Und so ignorieren die meisten Beifahrerinnen dann auch bereitwillig die aufschlussreichen Statistiken aus Flensburg, die besagen, dass 80 Prozent der Verkehrssünder männlich sind - geschieht ja schließlich alles nur, um die geliebte Gefährtin schnell ans Ziel zu bringen.

Schnelles Gekurve, kein Erfolg

Apropos schnell: Die Geschwindigkeit, mit der die Herren des Lenkrads in der Regel unterwegs sind, mag vielleicht auf den ersten Blick den blutigen Laien beeindrucken, ist aber alles andere als effektiv. Das ergab die Untersuchung eines britischen Parkplatzbetreibers, der einen Monat lang rund 2500 Autofahrer beim Einparken filmte. Er musste mitansehen, wie Männer schon bei der Suche nach einem Stellplatz scheiterten, weil sie zu schnell herumkurvten und so die Lücken übersahen. Die weiblichen Fahrer dagegen wurden schneller fündig - weil sie langsamer unterwegs waren und die Gelegenheit im entscheidenden Moment sofort ergreifen konnten.