Schmachtwort der Woche von Fritz Wepper "Reifere Frauen sind weniger anstrengend"

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Das Schmachtwort sprach diesmal Fritz Wepper.

(Foto: Cornelia Zeug)

Männer im zweiten Frühling haben gern was Unverbrauchtes zum Spielen. Dumm nur, dass ihnen bei den jungen Dingern so schnell die Puste ausgeht. Wie gut, dass der ältere Herr notfalls in die Arme einer reifen Frau zurückkehren kann. Die ist zwar nicht mehr so knackig, hat aber andere Vorteile.

Eine Kolumne von Violetta Simon

Ein Mann um die 70 ist quasi im besten Alter. Wäre da nicht die fleischliche Hülle, die den biologischen Originalzustand verrät. Dabei ist er im Kopf und überhaupt doch bestimmt 50 Jahre jünger. Mindestens! Und auch die Ansprüche an das Alter der Partnerin passen sich dem gefühlten - oder ersehnten - eigenen Alter an.

Nicht, dass jetzt der Eindruck entsteht, jeder ältere Herr wäre automatisch ein brünstiges Karnickel, gefangen im Körper eines chinesischen Faltenhundes. Andererseits kommt es durchaus vor, dass so ein "best-ager" sich im Spiegel betrachtet und denkt: Nur weil ich einen runzligen Hintern habe, muss ich mich ja nicht auch bei meiner Frau über eine ähnliche Hinteransicht freuen.

Fritz Wepper hielt es 30 Jahre bei seiner Angela. Dann zog es ihn zu einer Jüngeren, wesentlich Jüngeren. Susanne Kellermann war nicht einmal halb so alt wie der mittlerweile 71-jährige Schauspieler. Die Parallelbeziehung hielt knapp drei Jahre. In einer Hinsicht sind junge Frauen nämlich gewaltige Spaßbremsen: Sie haben die Wechseljahre noch nicht hinter sich und werden schwanger.

Sehnsucht nach Zuhause

Schon beeindruckend, wie ernüchternd sich so ein Baby auf eine Beziehung auswirken kann. Nun, da die junge Geliebte den Mann, der ihr Vater sein könnte, zum Vater gemacht hat, spürt er plötzlich diese unüberwindliche Sehnsucht nach Zuhause. War da nicht jemand, der ihm die Socken wusch und regelmäßig eine warme Mahlzeit kochte?

Kaum war die kleine Filippa geboren, zog sich Fritz Wepper aus der Affäre und in die eheliche Komfortzone zurück. Im Gepäck hatte er eine Erkenntnis: "Reifere Frauen sind weniger anstrengend. Man hat nicht das Gefühl, mit ihnen den Mount Everest besteigen zu müssen", sagte der 71-jährige Schauspieler im Interview mit der Bunten. "Es ist leichter, wenn man nicht aus der Puste ist, weil man immer hinterherkommen möchte."

Er muss bei diesen Worten ziemlich abgekämpft ausgesehen haben. Sicher hing ihm die Zunge aus dem Hals. Doch bei allem Mitleid: Sehr schmeichelhaft kann das in den Ohren einer Frau, die nach 30 Jahren Ehe für eine damals 32-Jährige verlassen wurde, nicht geklungen haben.

"Weniger anstrengend" - was genau soll das heißen? Dass man sich als Mann einer reifen Frau weniger anstrengen muss? Dass man kein Interesse heucheln und Gespräche führen muss, sondern vor sich hinschweigen kann? Dass sie sich daran gewöhnt hat, dass ihm Haare aus Nase und Ohren sprießen? Dass sie seinen Bauch ignoriert, weil sie erleichtert ist, dass er größer ist als ihr eigener? Dass sie es ihm nicht übel nimmt, wenn er sie nicht mehr täglich beglückt, weil sie sowieso lieber mit einer Gurkenmaske ins Bett geht?

Vielleicht bedeutet es aber auch: Ich bin einfach nur froh, dass ich nicht mehr Schritt halten muss. Weil meine Füße in diesen Sneakers ohne Fußbett schmerzen. Weil ich lieber auf der Couch ein Nickerchen mache, als im Stadtpark zu chillen. Und weil mir eine Szene Angst macht, wenn sie nicht auf einer Bühne stattfindet.