Schmachtwort der Woche: Robert Pattinson Ein Schatten ihrer selbst

Auch die archaischen Kämpfer sind nur noch ein Schatten ihrer selbst: Früher konnten sich die Herren von der Todesverachtung eines Ben Hur eine Scheibe abschneiden. Heute sind die tapferen Gladiatoren zu Clowns in albernen Kostümen verkommen. Man nennt sie jetzt Wrestler. Würden die elastischen Ringseile sie nicht nach jedem Schlag zwangsläufig auf ihren Gegner zurückkatapultuieren, sie würden beim ersten Schubser das Weite suchen.

Das ist aber noch nichts im Vergleich zu dem Elend, das die Geheimagenten ereilt hat: Daniel Craig begnügt sich mit einer einzigen, angedeuteten Liebesszene (ganz sauber in der Dusche), die anschließend auch noch neutralisiert wird durch ein homoerotisches Intermezzo mit Javier Bardem. Und als wäre das nicht genug, fällt er auch noch durch den Eignungstest. Roger Moore oder Sean Connery hätten sich nie mit einem einzigen Bond-Girl pro Film zufriedengegeben. Zu diesem entwürdigenden Test wären sie gar nicht erst angetreten. Undenkbar auch, dass ein blond gefärbter Geisteskranker ihnen Anzüglichkeiten ins Gesicht flüstert, während er mit der Kuppe seines Zeigefingers genüsslich Kreise auf der perfekt enthaarten Brust von 007 zieht. Schon allein deshalb, weil er sich dabei heillos in dessen üppiger Brustbehaarung verheddert hätte.

Und während sich die einstigen Helden in ihre Komfortzone kuscheln, krempeln die Damen die Ärmel ihrer glänzenden Latexanzüge hoch und entsichern schon mal die Neun-Millimeter-Browning. Kate Beckinsale jagt als Vampirkriegerin ein Rudel Werwölfe, Angelina Jolie ballert sich mal als Auftragsmörderin, mal als Grabjägerin durch den Tag. Milla Jovovich geht mit Buschmesser und Bazooka auf Zombies los, Uma Thurman arbeitet als Racheengel eine von ihr persönlich zusammengestellte Todesliste ab.

Soll doch Robert Pattinson das Mädchen spielen - unterdessen zieht seine Freundin Kristen Stewart als kriegerische Snow White in silbrig glänzender Ritterrüstung gegen die böse Königin in die Schlacht. Wenn sie dann, stolz und zerschunden, als Herrscherin ihres Reiches zurückkehrt, galoppiert sie geradewegs zu Robert, wirft ihn sich über die Schulter und entführt ihn auf ihr Schloss. Den ganzen Weg über hofft sie, er möge endlich mit der Heulerei aufhören - der Rüstung zuliebe.

Tja, so ändern sich die Zeiten. So, wenn Sie mich nun bitte entschuldigen würden. Ich muss dann mal los - Bärenjagd und Gladiatoren-Training.