Sabine Bätzing hat ein ehrenwertes Anliegen: Unser Nachwuchs soll möglichst keine Raucher im TV mehr sehen. Doch wird tatsächlich in drei von fünf Kindersendungen geraucht, wie die Politikerin behauptet?
Es ist ein ehrenwerter Wunsch: Sabine Bätzing, Drogenbeauftragte der Bundesregierung, möchte die deutschen Fernsehsender dazu bringen, in deutschen Kindersendungen keine Rauchszenen mehr zu zeigen.
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"Es geht mir nicht darum, dass Clint Eastwood im Film nicht mehr rauchen darf", erklärte Bätzing (SPD) gegenüber der Nachrichtenagentur dpa. "Es geht mir nicht um ein Verbot, sondern um mehr Sensibilisierung."
Anfang Juli möchte sich die Politikerin deshalb mit Intendanten und Programmverantwortlichen der großen Fernsehsender des Landes treffen. Als Munition bringt Bätzing dann eine vom Gesundheitsministerium in Auftrag gegebene Studie über das Rauchen auf deutschen TV-Bildschirmen und Kino-Leinwänden mit.
"Was mich besonders besorgt, ist, dass bei uns sogar in ganz normalen Kindersendungen übermäßig viel geraucht wird", erklärte Bätzing der dpa. In drei von fünf Kindersendungen ein rauchender Glimmstengel, ergänzt sie, sei einfach zu viel.
Allerdings ist die Datenlage zu Kindersendungen, die sich aus der Studie ergibt, äußerst dünn: Wissenschaftler vom Institut für Therapie- und Gesundheitsforschung in Kiel hatten im Herbst 2005 über sieben Tage lang die Programme von ARD, ZDF, RTL und Pro Sieben analysiert - allerdings immer erst ab 15 Uhr. Damit haben die Experten nicht nur etliche Sender gar nicht erst berücksichtigt - sie haben auch einen Großteil des Kinderprogrammes der untersuchten Anbieter verpasst.
Die Zigarette des Tierpflegers als Trend
Viel haben die Wissenschaftler denn auch nicht gefunden. So bezieht sich das "drei von fünf" der Ministerin tatsächlich auf fünf Folgen der vom MDR produzierten Zoo-Doku-Soap "Elefant, Tiger & Co", die werktags um 16 Uhr ausgestrahlt wurde . Hier wurde in drei Episoden geraucht: In allen Fällen waren es Tierpfleger und Zoowärter, die mit Zigarette im Mund gefilmt worden waren.
Auf Nachfrage verteidigte Bätzing gegenüber sueddeutsche.de ihre Schlussfolgerungen: "Dass in drei von fünf Sendungen geraucht wurde, zeigt für mich den Trend auf, dass man sich unbewusst nicht genug Gedanken macht, welchen Einfluss das haben könnte."
Im Rahmen dieser Studie lässt sich dieser Vorwurf allerdings nur den Verantwortlichen beim MDR machen - über alle anderen untersuchten Sender haben die Wissenschaftler schlicht keine Informationen gesammelt.
Immerhin will Bätzing bis zu ihrem Gespräch mit den Fernseh-Bossen eine Folgestudie vorlegen, die sich mit den Auswirkungen von Rauchszenen im Fernsehen auf jugendliche Zuschauer beschäftigt. Auf welches Datenmaterial diese Studie zurückgreifen wird, konnte sie nicht sagen.
Zündstoff liefert die von Bätzing jetzt interpretierte Studie aber durchaus - blickt man auf die Angebote jenseits des Kinderprogramms: So werden bereits in 35 Prozent der Nachmittagssendungen ab 15 Uhr Rauchszenen gezeigt - eine Zeit, die viele Heranwachsende vor dem Fernseher verbringen. Abends steigt die Quote auf 53 Prozent.
Insgesamt schnitt die ARD im untersuchten Zeitraum am besten ab, da in nur 31 Prozent der Sendungen geraucht wurde. Bei den Privatsendern RTL und Pro Sieben lag der Anteil mit 41 bzw. 54 Prozent bereits höher, am meisten wurde aber öffentlich-rechtlich gequalmt: In 64 von 115 ZDF-Sendungen, das sind 56 Prozent, waren rauchende Menschen zu sehen.
Und tendenziell treten in Serien und Spielfilmen, die in Deutschland produziert werden, häufiger Tabakrauchereignisse auf (65 Prozent) als in ausländischen Produktionen (48 Prozent).
Auch in deutschen Kinofilmen wird fleißig geraucht. Hierfür untersuchten die Wissenschaftler die 409 erfolgreichsten Filme, die1994 und 2004 in deutschen Kinos angelaufen waren. So kamen Rauchereignisse in 21 von 26 deutschen Produktionen und in 23 von 28 europäischen Filmen vor - das ist jeweils eine Quote von über 80 Prozent. In den 355 US-Filmen wurde weniger geraucht. Nur in etwa drei von vier Filmen waren Menschen beim Nikotin-Konsum zu sehen.
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(sueddeutsche.de)
Endgültiger DFB-Kader für EM
Und dafür zahle ich auch noch GEZ?!?
Gerade Kinder und Jugendliche identifizieren sich sehr stark mit ihren TV-Stars. Gerade die Real life - Sendungen sind bei den unter 25jährigen ja sehr beliebt. Nachdem uns das Fernsehen ja so gern zeigt wie cool das Rauchen ist, wäre es langsam angebracht auch das wahre Leben (Real life) abzubilden. Ich denke es ist an der Zeit, dass beliebte TV - Figuren jämmerlich an Lungenkrebs zu Grunde gehen, so wie das im echten Leben ja auch ist. Vielleicht überlegt sich dann so mancher jugendliche oder erwachsene Raucher, ob er es dieser Figur nachtun will.
Ach, Politikerinnen....