Eine neue Studie zeigt: Immer mehr Mädchen rauchen. Und fast die Hälfte greift zur Zigarette, um abzunehmen. Dabei ist diese Sorge aus medizinischer Sicht nicht haltbar.
Der Weg zum Model ist derzeit ein beliebtes Thema bei jungen Mädchen. Angesichts des Trends zum Schlankheitswahn besteht nach Ansicht von Medizinern nicht nur die Gefahr von Essstörungen, sondern auch von Nikotinabhängigkeit.
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Unter den rauchenden Mädchen sind es nämlich fast zwei Drittel, die mit ihrem Körper nicht zufrieden sind, ergab eine Studie des Instituts für Therapie- und Gesundheitsforschung (IFT-Nord), die mit der Universität Kiel zusammenarbeitet. Deshalb ist eine bessere Figur auch für 41 Prozent der Mädchen Grund genug, um zu rauchen. Mehr als ein Drittel gibt der Zigarette gar den Vorzug vor dem Essen.
"Mädchen rauchen doppelt so häufig wie Jungen, um nicht zuzunehmen", sagt der Suchtbeauftragte des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte, Wolf-Rüdiger Horn. Der Drogenexperte macht deutliche Unterschiede zwischen männlichen und weiblichen Jugendlichen bei den Rauchgewohnheiten aus: Knapp 19 Prozent der Jungen raucht nach eigenen Angaben jeden Tag, bei den Mädchen sind es nur 13 Prozent.
Starke Raucher finden sich ebenfalls eher unter den Jungen. Auch die erste Zigarette des Tages wird bei den männlichen Schülern deutlich früher nach dem Aufstehen geraucht als bei den weiblichen. Mehr als die Hälfte der Mädchen, die rauchen, macht sich Sorgen um das Gewicht.
Die Deutsche Angestellten-Krankenkasse (DAK) wollte wissen, ob die Unzufriedenheit mit der Figur berechtigt ist. Sie untersuchte den so genannten Body-Maß-Index (BMI) der Mädchen, der sich aus dem Körpergewicht in Kilogramm geteilt durch das Quadrat der Körpergröße in Metern errechnet. 92 Prozent von ihnen hatten demnach jedoch ein Normalgewicht. "Die Sorgen und Nöte der Mädchen sind zumindest aus medizinischer Sicht somit nicht haltbar", sagt der Leiter der DAK für Leistungen, Klaus Spörkel.
Krebshilfe fordert Tabakwerbeverbot
Die Deutsche Krebshilfe schlägt angesichts der Studie Alarm. Die Präsidentin Dagmar Schipanski fordert ein schärferes Tabakwerbeverbot, eine höhere Tabaksteuer, rauchfreie öffentliche Gebäude und die Abschaffung der Zigarettenautomaten.
Eines wollen Bund und Länder bald umsetzen: Der Bundestag debattiert am Freitag kommender Woche über den Regierungsentwurf für ein Rauchverbot in Bundesbehörden, öffentlichen Verkehrsmitteln und ein Verbot der Tabakabgabe an Jugendliche.
Dies gilt nicht als strittig. Die Länder wollen das Rauchen in Schulen, Behörden, Gaststätten und Discotheken verbieten, wenn auch mit Ausnahmen für kleine Lokale und Bierzelte in einigen Ländern.
Die Kinder- und Jugendärzte begrüßen, dass Discotheken bald komplett rauchfrei sein sollen. Sie halten die geplanten Ausnahmen für Eckkneipen oder kleine Lokale aber nicht für ausreichend. Denn jugendliche Raucher greifen auch gern zum Glas, bis hin zum "Koma-Trinken". Fast zwei Drittel der rauchenden Jugendlichen betrinkt sich laut der DAK-Studie bewusst.
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(dpa, Marc-Oliver von Riegen)
Abholzungen im Amazonas-Gebiet
Sie haben sicherlich Recht. Nur verstehe ich nicht, wo das der Anlass für eine Studie sein sollte, die die nächste jagt und so weiter. Den Kommunen mehr Geld in die Hand gegeben, um Spielplätze und Bolzplätze zu bauen und zu erhalten, mehr Angebote für Jugendliche in den Schulen zur Verpflegung außer dem allgegenwärtigen Cola-Automaten und Chripsautomaten. Es ist mit Sicherheit nicht der Hamburger hin und wieder, es ist die Regelmässigkeit, mit der süsse und kalorienhaltige Nahrungsmittel verzehrt werden - auch mangels Alternative.
@Garviel: Das mag schon sein, war aber in früheren Zeiten nicht anders. Wenn ich mich an meine Kindheit und Jugend in den 60er und 70er Jahren zurückerinnere, dann gab es damals nicht weniger Dicker, eher mehr. Es gab damals sogar eine dazu passende Welle, nämlich die sogenannte Fresswelle. Die derzeitige Hysterie bei diesem Thema ist nichts weiter als eben das: Hysterie. Aber Deutschland scheint in den letzten Jahrzehnten ohnehin hysterische Züge entwickelt zu haben. Ein neuer Zug im Nationalcharakter. Falls er denn neu ist...
Die angeblich 75% Übergewichtigen habe ich nie geglaubt und tue es auch jetzt nicht. Trotzdem geht tatsächlich die Schere zwischen Unter- und Übergewichtigen immer weiter auseinander - und dass viele, die mit 20 noch ihr Normalgewicht haben, mit 30 aufgehen wie ein Hefeteig, ist leider auch in jeder Fußgängerzone oder in jedem Freibad zu beobachten...
Allmählich scheint mir die Medienhysterie bezüglich dieses oder jenes gesundheitlichen Fehlverhaltens das größte Gesundheitsrisiko zu sein, dass wir in Deutschland so haben...
... bestimmt spielen die auch Horror-Gewalt-Computerspiele, fahren Mopeds ohne Partikelfilter, begehen Rauburheberrechtskopiermord-Verbrechen und verabreden Terrorangriffe übers Internet...
Ich bin daher ganz zwingend für die Gleichschaltung aller Einzel-Ministerien und Behörden (Gesundheit, Inneres, BundesNetzA. etc.) zu einer "Anstalt für Bürgerwohlverhalten". Man stelle sich die Möglichkeiten vor: Videoüberwachung aller Kneipentresen und Frittenbuden, Voratsdatenspeicherug aller bestellten Getränke, Tabakwaren und Fastfoodprodukte. Das dann abgeglichen mit Bewegungsprotokollen (Stichwort: Tollcollect auf Bürgersteigen), Handytelefonierverhalten und so weiter... Da jedes abweichende Verhalten bekanntermaßen irgendwie das Gemeinwesen schädigt, ließen sich auch alle Straftatbestände vereinheitlichen: Terrorismus. Als erstes ließe sich dann der Gesundheitsterrorismus bekämpfen: jeder, der es unternimmt, durch sein Verhalten die Zurverfügungstellung seiner Arbeitskraft bis zum 67 Lebensjahr zu gefährden (Gesundheitsterrorist), wird mit TV-übertragenem Diät-Camp nicht unter 5 kg bestraft. Demnächst sind dann auch die Raubseher (keinen Fernseher [GEZ] aber bei Bekannten die Tagesschau sehen) und Hurraverweigerer ("Wo ist denn der Merkel-Podcast auf Ihrem Player?!") dran. Was wird das schön !
Ach ja, und jedes heiratende Paar (hier dann natürlich gerne auch die Homos) bekommt eine Schäuble-Biographie zum Auswendiglernen.
SvD
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