Sarah Connor in Afghanistan Sarah in War

Das nennt man eine Win-win-win-Situation: Sarah Connor tritt ganz mutig vor deutschen Truppen in Afghanistan auf, die Bundeswehr freut sich - und die Soldaten sind happy.

Von Ulrike Bretz

Sarah Connor war schon lange nicht mehr in den Schlagzeilen. Und wenn, dann nicht wegen ihres eigentlichen Berufs als Sängerin. Sondern weil sie auf der Suche nach Ersatz für Marc Terenzi ein Fall für Paparazzi wurde.

Nun hat die 29-Jährige offenbar genug von unscharfen Schnappschüssen, die sie räkelnderweise mit Diego, inzwischen Kicker bei Juventus Turin, auf einer Yacht vor Ibiza in der Sonne zeigen. Sarah Connor wagt den Sprung nach vorne und landet direkt an der Front - beim Besuch der Bundeswehrtruppen in Afghanistan.

Das Ablenkungsmanöver hat voll eingeschlagen. Die Bild-Zeitung feiert sie schon jetzt fast wie eine Märtyrerin: "Sarah Connor begibt sich für deutsche Soldaten in Gefahr", steht dort. Schließlich sei Afghanistan "ein raues Land, in dem Krieg herrscht ... doch sie hat keine Angst."

Und auch bei der Bundeswehr freut man sich, dass die aufopferungsvolle Blondine für Ablenkung sorgt: "Die Idee kam von Sarah Connor selbst", sagt ein Sprecher des Verteidigungsministeriums. "Und wir waren natürlich freudig überrascht über so viel Eigeninitiative. Dass eine internationale Sängerin von diesem Format die Soldaten besuchen will, zeugt von Wertschätzung."

Im Frühherbst dieses Jahres soll Connors heldenhafte Reise nach Afghanistan beginnen. Vom militärischen Teil des Flughafens Köln-Wahn aus startet die Sängerin in einem Airbus der Luftwaffe in Richtung Usbekistan. Nach einer Übernachtung soll sie in der nordafghanischen Stadt Masar-e Sharif eintreffen - zum Konzert vor 2200 deutschen Soldatinnen und Soldaten, die dort stationiert sind.

Bislang waren nur männliche deutsche Prominente - Peter Maffay und Ralph Möller - dem großen amerikanischen Vorbild Marylin Monroe gefolgt und hatten sich in Sachen Truppenbetreuung engagiert. Allein deshalb dürfte sich zumindest der Großteil der männlichen Einsatzkräfte schon jetzt auf den Besuch der prominenten Delmenhorsterin freuen.

Bei derlei Aufmerksamkeit im Vorfeld spielt es da schon gar keine Rolle mehr, ob die Sängerin bei ihrem Auftritt wieder so viel Haut zeigen wird, wie bei ihrem denkwürdigen Auftritt bei "Wetten, dass..?" vor sieben Jahren, oder ob sie im Army-Look erscheint. Nur die deutsche Nationalhymne sollte Sarah Connor vorher besser nochmal üben. Bei einem Eröffnungsspiel in der Münchner Allianz-Arena 2005 patzte sie als Vorsängerin.

Statt "Sarah in Love" heißt es bald also "Sarah in War". Zur Freude der Sängerin, der Soldaten und der Bundeswehr. Schlachtplan aufgegangen, Mission erfolgreich.

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