Wer im Alter nicht aufs Geld schauen muss, hat mehr vom Leben. Eine hohe Rente steigert die Lebenserwartung, sagt eine Studie.
Wer viel Geld verdient, lebt auch länger: Einer Studie zufolge ist die Lebenserwartung bei wohlhabenden Rentnern und Pensionären um mehrere Jahre höher als bei Ruheständlern, die mit weniger Geld auskommen müssen.
Glücklich derjenige, der im Alter eine ruhige Kugel schieben kann. (© Foto: iStockphotos)
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Je nach wirtschaftlicher und sozialer Lage betrage der Unterschied bis zu fünf Jahre, schrieben Wissenschaftler in einem am Dienstag veröffentlichten Fachmagazin der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung.
Die Experten des Forschungsdatenzentrums der Rentenversicherung und des Rostocker Zentrums zur Erforschung des Demografischen Wandels fanden heraus, dass Rentner durchschnittlich nach dem Eintritt in den Ruhestand weitere 15,8 Jahre, Pensionäre sogar weitere 17,8 Jahre leben.
Privilegierte Beamte
Innerhalb der Gruppen sind die Unterschiede jedoch beträchtlich: Am niedrigsten ist der Studie zufolge die Lebenserwartung bei wirtschaftlich schlechter gestellten Rentnern mit 14,6 Jahren, am höchsten bei Beamten des höheren Dienstes mit 19,6 Jahren. Für Frauen liegen keine Daten vor.
Grund dafür, dass Wohlhabende länger leben, sei einerseits die meist geringere körperliche Belastung im Beruf, schrieben die Forscher. Zudem müssten sie seltener mit existenziellen wirtschaftlichen Problemen kämpfen und könnten sich deswegen vermehrt ihrer Gesundheit widmen.
Bei Beamten spiele zudem eine Rolle, dass sie ihren Lebensverlauf besser planen könnten, was gesundheitsförderlich wirke. Zudem seien sie überwiegend privat krankenversichert und erhielten deswegen eine bessere medizinische Versorgung.
Trotz der insgesamt steigenden Lebenserwartung verkleinerten sich der Studie zufolge die sozialen Unterschiede in den vergangenen Jahren nicht. Für die Zukunft zeigten sich die Wissenschaftler pessimistisch: Wegen hoher Arbeitslosigkeit und Einschränkungen im Gesundheitswesen sei sogar mit einem weiteren Auseinanderklaffen der Lebenserwartung zu rechnen.
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(Reuters/mmk)
Partyzone Flußufer
"Am niedrigsten ist der Studie zufolge die Lebenserwartung bei wirtschaftlich schlechter gestellten Rentnern mit 14,6 Jahren, am höchsten bei Beamten des höheren Dienstes mit 19,6 Jahren."
und danach kommt der Spruch:
"Grund dafür, dass Wohlhabende länger leben, sei einerseits die meist geringere körperliche Belastung im Beruf"
Das weiss der Volksmund seit hundert Jahren ;-) Ist berücksichtigt, dass viele Beamte frühpensioniert werden und dadurch unabhängig von der Lebenserwartung länger Pension beziehen? Gerade Lehrer haben in der Vergangenheit selten das reguläre Rentenalter erreicht und diese machen über 50% aller Beamten des gehobenen Dienstes aus.
Womit ansonsten eins festzuhalten ist: Die Vollversorgung der Beamten funktioniert. Übrigens müsste der Staat für eine um 5 Jahre längere Lebenserwartung entweder die Rente des kürzer lebenden Kleinverdieners um 25% erhöhen oder die Pensionen der Beamten des höheren Dienstes (A13++) um 25% kürzen.
Wenn man die Renten- bzw. Pensionsansprüche als Kapitalstock ansieht, welcher beim Renteneintritt mit 3% über der Inflationsrate verzinst und um 1,5% jedes Jahr steigt, so bedeuten 1000 dieses Kapitalstocks beim Kleinverdiener mit 14,6 Jahren Lebenserwartung eine Rente von monatlich 6.38 Euro, beim Normalrentner mit 15.8 Jahren etwa 5.94 Euro, beim Durchschnittspensionär mit 17.8 Jahren von 5.35 Euro und beim Beamten des höheren Dienstes von 4.92. Was bedeutet, der höhere Beamte / Lehrer bekommt je fiktivem Euro Kapitalstock etwa 30% mehr ausbezahlt als der kleine Arbeiter. Von der absoluten Diskrepanz zwischen Rente und Pension (die Durchschnittspension nach Abzug der Steuern ist ähnlich hoch wie die Maximalrente) ganz zu schweigen.
Braucht es wirklich eine Studie, um solcherlei Binsenweisheiten zu verkünden?
Schon zu meiner Kindheit hieß es: Weil du arm bist, musst du früher sterben.
Und das gilt, denke ich, für Frauen und Männer. Und die Tatsache, dass der Studie keine Daten über Frauen vorliegen, lässt mich vollends an ihrer Seriösität zweifeln.
Wie lange sind Sie schon im Ruhestand?
Was hilft das hohe Alter und viel Geld bei Verlust des Gedächtnisses oder eines "Durcheinanders", und der Probleme, die entstehen, wo wenigstens mit Rede und dem Verständnis zu tun hatten?