Wenn Kinder verkehrt rechnen, kann das an Dyskalkulie liegen. Doch diese Schwäche kann erfolgreich behoben werden.
Immer wieder hatte Martin nach der Schule geübt.Manchmal saß der heute Zehnjährige drei oder vier Stunden lang am Schreibtisch und versuchte, die Rechenaufgaben zu lösen. Trotz aller Anstrengungen war die Mühe vergeblich - er kam in Mathe einfach auf keinen grünen Zweig. Die Sache blieb für ihn rätselhaft, fast immer kam Nonsens heraus. Nicht nur der Schüler war am Ende frustriert, auch die Eltern waren mit ihren Nerven am Ende.
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Kein Grund zur Verzweiflung: Kindern mit Rechenschwäche kann geholfen werden. (© Foto: dpa)
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Wenn Kinder trotz normaler Intelligenz in Mathematik versagen, kann eine Rechenschwäche der Grund sein. "Kinder mit Rechenschwäche sind nicht dumm oder unwillig, sie verstehen einfach die mathematische Logik nicht", sagt Psychologin Irmgard Slotta, die in Dresden das Zentrum zur Therapie der Rechenschwäche leitet. Nach ihren Erfahrungen können die Betroffenen oft abstrakt gut denken, sie erkennen die Zahlen aber nicht in ihren mengenmäßigen Zusammenhängen - und haben sich oft eine eigene mathematische Logik zurechtgezimmert.
Experten-Schätzungen zufolge sind bundesweit rund sechs bis sieben Prozent der Kinder von einer solchen Dyskalkulie betroffen. "Die liegt dann vor, wenn kein Verständnis für grundlegende mathematische Einsichten vorhanden ist", sagt Slotta. Als ein Grund für das Entstehen der Rechenschwäche gilt die mangelhafte Vermittlung mathematischer Zusammenhänge in der Schule.
Mathematische Aufgaben und Regeln werden dann inhaltlich nicht verstanden, betroffene Schüler denken "in die falsche Richtung", wie Slotta es formuliert.
Fatale Folgen bei Mathe-Angst möglich
Erkannt wird die Rechenschwäche häufig erst recht spät, weil das Problem anders als die Rechtschreibschwäche noch immer kaum bekannt ist. Hinzu kommt, dass Defizite beim Rechnen in den ersten Schuljahren oft noch nicht auffallen, weil da das Zählen zumindest teilweise noch weiterhilft und schlechte Zensuren deswegen noch nicht die Regel sein müssen.
Manchmal hören verunsicherte Eltern, es handele sich um eine Konzentrationsschwäche. Oder den Betroffenen wird geraten, mehr zu üben. Doch zusätzliche Förderstunden helfen nach Meinung von Experten bei einer Rechenschwäche nicht weiter, weil nur der aktuelle Lernstoff wiederholt wird.
Die Folgen können fatal sein: Kinder mit Rechenschwäche fühlen sich nicht verstanden, manchmal werden sie aggressiv. Verschärft sich das Problem, kann Mathe-Angst zu kompletter Lernabneigung führen.
Bei der Therapie ergründen Fachleute, welche Gedanken sich die Kinder bei ihren Berechnungen machen. Wo sie aus der strengen Logik der Mathematik aussteigen, um mit eigenen, teils hoch komplizierten Regeln ans Ziel zu kommen. Das Problem: Ist ein grundlegender Gedanke nicht verstanden worden, entstehen zwangsläufig immer größere Lücken. Nicht selten muss dann bei der Therapie ganz von vorn angefangen werden. Das ist mühsam, weil jahrelang genutzte falsche Denkmuster nur schwer verblassen.
Rund zwei Jahre kann es dauern, bis die Betroffenen wieder auf dem Stand der Dinge sind. Martin verrechnet sich heute zwar immer noch, aber das kommt jetzt seltener vor. Auch in anderen Fächern läuft es seit dem Ende der Therapie deutlich besser. Der Schüler habe an Selbstvertrauen gewonnen, berichtet Slotta. "Die Mutter, die völlig fertig war, ist überglücklich."
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(sueddeutsche.de/AP/bilu)
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Rechenschwäche ist der Zustand, in den Kinder nach und nach geraten, wenn sie mit ihrem vorschulischen Wissen und Verständnis für Zahlen auf einen Unterricht treffen, den sie nicht verstehen.
In der Grundschule werden Kinder mit ungenügendem Grundwissen oft mit Anforderungen konfrontiert, denen sie bereits anfangs und auch im weiteren Fortgang der Schulzeit nicht gewachsen sind. Die Kinder versuchen mit Regeln lernen, Technik üben und auswendig lernen verzweifelt die geforderten Leistungen zu erbringen.
Solche "Defizite" der Kinder werden leider meistens als "intellektueller Mangel" der jeweiligen Individuen betrachtet, weshalb Förderunterricht in der Regel nicht am tatsächlichen individuellen Lernstand der Kinder anknüpft. Die bereits bestehende Überforderung wird durch weiteres Üben von unverstandenem Stoff perpetuiert. Am Ende der Grundschulzeit weiß niemand mehr so recht, wie es dazu kommen konnte nur die Rechenschwäche ist nun zum "Merkmal des Kindes" geworden.
Intelligenztests mögen vielleicht amtlichen Bedürfnissen und Richtlinien entsprechen, lassen jedoch keine Schlußfolgerungen auf konkrete Hilfen für rechenschwache Kinder zu. Hierfür braucht man eine individuelle mathematische Lernstandsanalyse, um herauszufinden was bei der jeweiigen Förderung überhaupt Thema zu sein hat.
"Wenn Kinder trotz normaler Intelligenz in Mathematik versagen, kann eine Rechenschwäche der Grund sein."
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Klingt logisch und gut - aber könnte es nicht auch eine Mathematikschwäche sein ?
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"Kinder mit Rechenschwäche sind nicht dumm oder unwillig, sie verstehen einfach die mathematische Logik nicht"
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Dann würde ich sagen: einfach die Logik richtig erklären !
Das Kinder mit Dyskalkulie oder einer Rechenschwäche zu kämpfen haben, ist keine Erfindung der Psychologen, noch eine neues Phänomen, sondern eine Tatsache mit der einige wenige Kinder zu kämpfen haben, die nicht auf einfachem Weg wie andere Kinder Mathematik begfeifen und lernen. Mit diesem Phänomen beschäftigen sich viele Mathematik Didaktiker, auch Lehrkräfte und wenige brauchbare Psychologen, um diesen Kindern weiterzuhelfen. Es ist ebenso wie die LRS keine Frage der Begabung. Mit diesem Schwarz weiß Denken, mag man vielleicht im letzten Jahrhundert weitergekommen sein.
Im übrigen sind es nicht gerade die Psychologen, die besonders geeignet sind, solchen Kindern weiterzuhelfen, da das Wissen des didaktischen Aufbaus oder Quellerquellen hier meistens nicht vorhanden ist. Wenden Sie sich lieber an eine Lehrkraft oder Beratungsstellen von Universitäten, die zu diesem Thema weiterhelfen können.
Das ist modern. Wollen wir mal ehrlich sein. Es gibt Begabungen und es gibt Menschen mit weniger Begabungen. Ich habe in der Schule immer viel Lernen müssen und ich hatte Schulkameraden, die mehr begabt waren in einzelnen Fächern. Einer meiner Schulkameraden hat in der 10. Klasse Gymnasium mehr drauf gehabt wie der Mathe und Physiklehrer. Der Lehrer fürchtete ihn, wenn er ihn von hinten ständig korrigiert hat. Dafür war er halt in Englisch und Deutsch eine Niete. Andere lernen Sprachen sehr schnell. Aber der grosse Teil der Schüler muss einfach lernen, das heisst verstehen und üben.
Wenn ich mir allerdings heute Schulbücher meiner Kinder ansehe, dann wird die Addition schon mit Fehlermöglichkeiten vermittelt und es treten von vorherein Aufgaben auf, die entweder völlig falsch sind oder gar nicht lösbar sind. Da wäre es sinnvoll die Bücher von vorherein bevor sie angeschafft werden zu kontrollieren.
Ausserdem muss die Position des einzelnen Lehrers gestärkt werden. Herr Professor von der Universiät .... hat nunmal keinen Ahnung wie man eine 1. Grundschulklasse unterrichtet. Das können die "einfachen" Lehrer mit ihrer Erfahrung wesentlich besser. Daher wäre es manchmal besser, man würde auf diese hören und nicht wie in der Vergangenheit geschehen, sie als inkompetent zu verunglimpfen.
jetzt schaffen sich auch schon die Psychologen ihre Patienten selber, indem sie neue, angeblich behandlungsbedürftige Sachverhalte erfinden...
Ich hätte da noch ein paar Vorschläge: Dysgeographie (ich kann mir trotz "normaler Intelligenz" bis heute nicht alle amerikanischen Bundesstaaten merken), Dysbiologie (da leiden sehr viele unerkannt dran, vor allem Ärzte) und last not least: Dysmotorik (trat bei mir verschärft im Sportunterricht auf, wird oft als "Faulheit" verkannt.
Da ist noch viel zu erforschen udn behandeln.
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