Der neue US-Präsident kommt nicht ganz von der Zigarette los - seine Vorgänger durften noch vor den Augen der Nation rauchen.
Der Legende der Lakota zufolge wurde die Friedenspfeife den Menschen durch die Weiße Büffelkalbfrau geschenkt, zusammen mit den Sieben Riten. Die Pfeife wird mit Süßgras und Salbei gefüllt, und wer sie raucht, dessen Gebete steigen angeblich direkt zum Großen Geist auf.
Laufen und rauchen - wie passt das zusammen? (© Foto:)
Anzeige
"Clinton und Obama rauchen die Friedenspfeife", titelten viele Zeitungen vor einigen Tagen, als Barack Obama seine einstige Rivalin Hillary Clinton in die künftige Regierung holte.
Clinton gilt als strenge Anti-Raucherin; während der Amtszeit ihres Mannes Bill sorgte sie dafür, dass sämtliche Aschenbecher aus dem Weißen Haus entfernt wurden. Bei dem Treffen von Obama und Clinton wurde, soweit bekannt ist, nichts geraucht, kein Süßgras, keine Zigaretten, keine Zigarren, keine Joints und keine anderen bewusstseinserweiternden Kräuter.
Der Große Geist mag das total unkommunikativ finden, aber rituelles Rauchen ist derzeit mies für das Image. Das gilt besonders für Präsidenten. Seit Franklin D. Roosevelt vor mehr als 70 Jahren ist kein bekennender Raucher mehr zum US-Präsidenten gewählt worden.
Das wussten auch Obamas Wahlkampf-Strategen, also versuchten sie, ihm das Qualmen auszutreiben. Seine Ehefrau Michelle hatte Obamas Kandidatur nur unter der Bedingung zugestimmt, dass er das Rauchen aufgibt. Während des Wahlkampfs mümmelte der Bewerber deshalb eifrig Nikotin-Kaugummi.
Nun hat Barack Obama öffentlich zugegeben, dass er - wie viele Nikotinabhängige - eigentlich mit dem Rauchen aufgehört habe, aber nur so ein bisschen. Manchmal gebe es "Wegeunfälle", sagte Obama dem Fernsehsender NBC. Das soll wohl bedeuten, dass er, wenn es stressig ist (und wann ist es das nicht), unterwegs mal ein, zwei Züge nehme.
Auf die knallharte Nachfrage, ob er noch Raucher sei, antwortete der 47-jährige Demokrat neblig: "Praktisch nicht mehr". Er werde das Rauchverbot im Weißen Haus aber befolgen, versicherte Obama, was Raum lässt für Spekulationen. Wird er für Zigarettenpausen vor die Tür gehen?
Lange gehörten Zigarren, Zigaretten und Pfeifen quasi als Amtsinsignien zum US-Präsidenten. Unter den bisher 42 Amtsinhabern sind 23 Raucher und ein Tabak-Kauer, aber nur sieben Nichtraucher, wie das Fachblatt Cigar Aficionado detailliert auflistet, über das rituelle Rauchverhalten der restlichen Präsidenten wissen die Experten der Tabaklobby aber nichts Genaues.
Auf der nächsten Seite: Wer die Zigarettenschachteln und Zigarrenkisten aus dem Weißen Haus verbannte.
Sie sind jetzt auf Seite 1 von 2 nächste Seite
Im einst stabilen und friedlichen Staat Mali errichten Islamisten, Separatisten und Terroristen das Afghanistan Afrikas. Seite 3 Jetzt lesen ...
- Rauchende Präsidenten Schlechte Vorbilder 09.12.2008
- Hollywoodstars Fürs Rauchen bezahlt 26.09.2008
Umweltstiftung WWF in der Kritik
42 Präsidenten, davon 23 Raucher, 1 Kauer, 7 NIchtraucher; oder rechnet die SZ hier eine zweite Amtszeit als eigenständigen Amtsinhaber? Liegt's evtl. am blauen Dunst bei der Redakteurssitzung?
@ Dunsterville: Leben gefährdet die Gesundheit! Aber solange die Aktionen nicht die Gesundheit anderer gefährden und bei denen erhöhte Ausgaben für die Reinigung erforderlich machen, ist's ok.
@ GS_Treiber: Alles löbliche Ziele, bis auf die Einschränkung beim Terrorismus, was wohl sarkastisch gemeint war, aber nachdem das Oberste Gericht bereits vor ein paar Jahren in einer Grundsatzentscheidung festgelegt hat, dass der Waffenbesitz ein US-verfassungsmäßiges Grundrecht ist, würde er sich nicht nur rein ideologisch das Genick brechen, wenn er dagegen etwas unternehmen wollte. (Damals wollten m.W. einzelne Staaten einen entsprechenden Anlauf unternehmen.) Übrigens regen sich die meisten amerikanischen Waffenbesitzer bereits maßlos und unvernünftig über die Waffenregistrierung auf. Dabei übersehen sie alle, dass Masse nur bedingt hilft, viel sinnvoller wäre Klasse, also zu wissen, was man mit dem Zeug außer Krach machen kann. Dann würde man vielleicht auch mehr Auseinandersetzungen wirklich gewinnen. Wer mal den Durchschnittsamerikaner (Zivil und Militär) am Schießplatz erlebt hat, wundert sich nicht mehr, dass Shotguns so beliebt sind!
Ein Skandal. Ein rauchender amerikanische Präsident und alle Amis (auch die ganz jungen) und die ganze Welt können ihn sehen. Nein, das geht gar nicht. Mr Obama, hören Sie das Rauchen auf oder treten Sie zurück.
Statt dem Rauchen können Sie Ihre Vorbildfunktion ja in anderen Bereichen wahrnehmen. Wir wäre es z.B. mit dem Kampf für das uneingeschränkte Recht auf freien Waffenbesitz, die Ablehnung jedes Klimaschutzes, die totale Aufrüstung um die Schurkenstaaten unschädlich zu machen, dem Kampf gegen den internationalen Terrorismus (außer natürlich er nützt der USA) und dem Streichen der Evolutionstheorie auf dem Schulplan für Ihren Nachwuchs.
Gut, alles nicht so wichtig wie Ihr Tabakkonsum, aber immerhin hätten Sie dann noch was zu tun.
Aber die mangelnde Bewegung meines Kollegen hängt mir nachher nicht in den Haaren und den Klamotten.
...wenn er es braucht! - sagt jemand, für die Zigaretten (oder andere Rauchwaren) keine Beruhigungsmittel sind.
Rauchen ist ungesund - ebenso wie der Genuss von Alkohol, Zucker, gesättigten Fettsäuren, wie Mangel an Schlaf, zu wenig Bewegung. Es gefährdet die Gesundheit - ebenso wie Autofahren, verletzungsträchtige Sportarten und Hausarbeit.
Es gibt tatsächlich vieles, was der Mensch tut, was der Gesundheit nicht zuträglich ist. Dennoch stellt sich die Frage, ob es in einer Demokratie, die an die Freiheit und Verantwortlichkeit des Einzelnen glaubt, sinnvoll ist, all das zu verbieten und gesetzlich zu regeln, was gesundheitsschädlich ist, oder ob man nicht - bei aller gebotenen Aufklärung - darauf vertrauen muss, das der Einzelne für sich eine eigene, selbstbestimmte Entscheidung trifft.
Helmut Schmidt raucht, und das ist gut so!!!
Paging