98 Prozent der Jugendlichen hängen am Handy. Viele von ihnen auch am Glimmstengel. Per SMS sollen sie zumindest von einem Laster loskommen.

Textnachrichten aufs Handy können Rauchern möglicherweise bei der Entwöhnung helfen. Vor allem von jungen Leuten werde diese Behandlungsform besser angenommen als etwa Gespräche beim Therapeuten oder in Selbsthilfegruppen, erläutert Severin Haug vom Institut für Epidemiologie und Sozialmedizin in Greifswald. Das habe sich in einem ersten Pilotprojekt gezeigt.

Handy; iStockphotos

Erhobener Zeigefinger per SMS: "Rauchst du etwas schon wieder?" (© Foto: iStockphotos)

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Die Kurznachrichten sollten vor allem diejenigen dazu bewegen, einen Rauchstopp ins Auge zu fassen, die noch nicht motiviert sind, aufzuhören.

Dabei wurden unter anderem Nachrichten verschickt, die die Vorteile des Nichtrauchens herausstellen. Grund für die hohe Teilnahmerate in der Pilotstudie sei vor allem die beim Handy "niedrigere Hemmschwelle", so Haug.

Telefonieren oder rauchen - was macht süchtiger?

Das Medium SMS sei bei den meisten jungen Menschen verbreitet. "Rund 98 Prozent der Jugendlichen haben ein Handy, und die meisten nutzen SMS", sagt er. Der Wissenschaftler geht davon aus, dass sich auch andere Raucher mit guten Argumenten per Textnachricht zum Aufhören motivieren lassen.

Allerdings lasse sich das Medium SMS nur bei Menschen bis maximal 40 Jahren sinnvoll einsetzen. "Ältere Menschen nutzen das Handy nicht so häufig." Hier aber biete sich beispielsweise das Internet und der Kontakt über E-Mail an - ein entsprechendes Projekt für Menschen bis zu 60 Jahren laufe bereits.

Den jugendlichen Projekt-Teilnehmern wurde empfohlen, neben der SMS-Therapie auch mit Vertrauten über ihre Aufhörversuche zu sprechen. Noch nicht erforscht ist, welche SMS die Teilnehmer am meisten motivieren können. So bezogen sich die Textnachrichten Haug zufolge beispielsweise auf die Gesundheit, Geld oder die Reaktion der Familie.

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(dpa/mmk)