Putz-Trainerin Aushalten, durchhalten, Maul halten!

Viele Männer machen einen großen Bogen um Staubsauger und Wischlappen. Wie eine Frau Hunderte von Männern zum Schrubben bringt.

Von Sabine Hoffmann

Wischen, schrubben, saugen - beim Putzen versagen viele Männer regelmäßig und gerne. Elisabeth Frohne, 53, aus Merzen bei Osnabrück, weiß, dass sich das ändern lässt. In Kursen auf ihrem Ferienhof zwingt sie Männer an den Wischlappen.

SZ: Die meisten Männer sind notorische Putzmuffel. Was bewegt die Teilnehmer, bei Ihrem Kurs mitzumachen? Frohne: Meistens kriegen die Männer von ihren Frauen einen Putzkurs zum Geburtstag oder Hochzeitstag geschenkt. Es gibt auch Singles, die es satt haben, in ihrer dreckigen Wohnung zu leben. Oder Putzfanatiker, die dazulernen wollen.

SZ: Wie muss man sich die männlichen Putzteufel vorstellen? Frohne: Unterschiedlich. Maurer und Bürokaufleute sind ebenso dabei wie Ingenieure, Rechtsanwälte oder Ärzte. Manche Teilnehmer sind sehr jung und leben allein, andere haben schon Familie.

SZ: Ihr Trick, um Männer zum Putzen zu animieren? Frohne: Wichtig ist, dass sie dabei Spaß haben. Daher frühstücken wir vor Kursbeginn gemeinsam. Dann gibt es zur Begrüßung einen Schnaps und Bier, und ich fange mit dem Theorieunterricht an.

SZ: Was lernt man dabei? Frohne: Alles über unterschiedliche Putzmittel! Ich frage in die Runde, wofür z.B. Essig gebraucht wird. Viele Teilnehmer sind damit schon völlig überfordert.

SZ: Wie sieht die Praxis aus? Frohne: Als Erstes steht Fensterputzen auf dem Programm.

SZ: Keine leichte Aufgabe ... Frohne: In der Tat! Viele Männer haben nämlich noch nie in ihrem Leben auch nur ein einziges Fenster geputzt. Neulich musste ich einem Mann erst mal beibringen, wie man einen Lappen auswringt.

SZ: Der absolute Härtetest? Frohne: Die Toilette. Manche weigern sich regelrecht, das Klo zu schrubben, und sagen: "Das kann meine Frau besser!"

SZ: Was machen Sie dann? Frohne: Ich gebe ihnen den Rat, den ich selbst einmal von meiner Schwiegermutter bekommen habe: "Aushalten, Durchhalten, Maulhalten!" Das Leben ist ja keine Party, da müssen die Männer durch!

SZ: Bei so vielen putzenden Männern, da muss Ihr Haus blitzblank sein. Frohne: Manchmal ist es wirklich so sauber, dass ich die Bedingungen erschweren muss. Dann schmiere ich Margarine auf die Fenster, brösele Zwieback auf den Teppich oder schmiere Nutella ins Klo.

SZ: Wie sind Sie auf die Idee gekommen, Putzkurse zu veranstalten? Frohne: Das war eine ernste Sache. Vor knapp acht Jahren rief ein Stammgast an und war verzweifelt: Seine Frau war überraschend gestorben, und er musste nun den Haushalt schmeißen und die Kinder versorgen. Um das zu lernen, kam er eine Woche lang auf unseren Hof - der erste Putzkurs. Seitdem habe ich mehreren hundert Männern das Putzen beigebracht.

SZ: Ihr schwierigster Kandidat? Frohne: Einmal hatte ich einem Teilnehmer aufgetragen, meine Küche zu putzen. Als ich wiederkam, hatte er alles mit Schaumreiniger fürs Bad eingesprüht. Das ganze Zimmer war weiß. Da musste ich ganz schön schlucken.