Manche Synästhetiker können Worte schmecken, noch bevor sie sie ausgesprochen haben. Schon der Versuch, sich an einen Begriff zu erinnern, ist für sie mit einem Geschmack verbunden.
Alle Menschen kennen die Situation, und die meisten hassen sie: Man sucht nach dem richtigen Wort für einen Gegenstand, es liegt einem auf der Zunge, deutet sich an, vielleicht kann man sogar schon einzelne Buchstaben nennen - aber das Wort, das ganze Wort, stellt sich nicht ein.
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Diese Eigenart menschlicher Wahrnehmung nutzten britische Psychologen, um bei einer Gruppe von Synästhetikern - Menschen, die beispielsweise Töne als Farben sehen oder Farben hören können - herauszufinden, ob der Geschmack schon mit dem Gedanken an ein Wort verbunden ist und hilft, schließlich den rechten Ausdruck für einen Gegenstand zu finden.
Julia Simner von der University of Edinburgh und Jamie Ward vom University College suchten sechs Synästhetiker, die Worte mit Geschmack verbanden und stellten eine Situation her, in welcher diese gesuchte Worte nur erahnen konnten.
Dann fragten sie nach dem Geschmack. So schmeckte für eine Teilnehmerin das Wort Kastagnetten nach Tunfisch - vielleicht aufgrund einer Assoziation durch den letzten Spanien-Urlaub.
Um den Es-liegt-mir-auf-der-Zunge-Zustand zu erreichen, mussten die Wissenschaftler mehrere Versuche ansetzen: In dem Test zeigten sie den Testpersonen zahlreiche Bilder ungewöhnlicher Objekte.
Bei 89 der 550 Versuche gelang es, die gewünschte Situation herzustellen.
Den für sie passenden Geschmack zum Wort hatten die Teilnehmer bei jeder fünften dieser Ahnungen. Um Eintagsfliegen handelte es sich bei diesen Wortgeschmäckern nicht: Die Verbindungen von Wort und Geschmack bestätigten die Forscher in einem Kontrolltest ein Jahr darauf.
Die schottischen Forscher schließen daraus, dass es nicht der Klang des Wortes ist, der für die synästhetische Wahrnehmung wichtig ist, sondern die Bedeutung des Begriffes.
Die Verbindung zwischen dem Gedanken an ein Wort und einem Geschmack könnte bei allen Menschen funktionieren, so die Wissenschaftler. Allerdings mit dem Unterschied, dass sie bei diesen Synästhetikern verstärkt auftreten. Denn: Die Verbindung von Tönen und Farben bei Synästhetikern hat sich bereits als übertriebene Variante der normalen Wahrnehmung entpuppt.
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(Quelle: www.medical-tribune.de)
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