Promis und Liebe - Schmachtwort der Woche "Wenn ich so was täte ..."

Ob es dem Feminismus passt oder nicht: Die meisten Männer finden Sex-Appeal bei einer Frau reizvoller als Klugheit. Frauen wie Megan Fox verdanken dieser Tatsache ihre Karriere. Doch Hollywoods liebstes Pin-up-Girl ist das nicht genug. Sie findet es unfair, dass man ihr nicht zutraut, sexy und schlau zugleich zu sein. Woran liegt das bloß?

Eine Kolumne von Violetta Simon

Sein unverschämt gutes Aussehen, sein Stil, seine Freundschaft mit Brad Pitt, seine schönen Gefährtinnen, seine Villa am Comer See, seine Karriere: Es gibt so einiges, worum man George Clooney beneiden könnte. Viele Männer tun es - aber auch eine Frau, nämlich die unverschämt gut aussehende Megan Fox. Ausgerechnet.

Schmachtwort Megan Fox Promi-Kolumne

Das Schmachtwort kommt diese Woche von Megan Fox.

(Foto: Sophie Kaiser)

Klar ist die neidisch. Wegen Brad Pitt. Könnte man jetzt denken. Von wegen! Die attraktive Schauspielerin, die selbst von vielen Frauen beneidet oder gehasst wird (was oft auf dasselbe hinausläuft), missgönnt dem Hollywood-Star nur eines: die Lizenz zum niveaulosen Kalauern.

Die 26-Jährige mit der Aura einer brünftigen Meerjungfrau findet es nämlich total unfair, dass man dem Hollywood-Star zutraut, sexy und zugleich schlau zu sein. Ihr aber nicht: "Ich beneide George Clooney, denn er kann dreckige Witze reißen und wird nicht missverstanden", klagte sie in einem Interview mit dem italienischen Magazin A. "Wenn ich so etwas täte, würde man mir vorwerfen, ich wirke zu gewöhnlich." Schön zu sein bedeute schließlich nicht automatisch, dumm zu sein.

Liegt es an Clooneys gut geschnittenen Anzügen? An den grauen Schläfen? An seinem politischen Engagement für Sudan, für das er bereits mit dem Friedenspreis "Man for Peace" ausgezeichnet wurde? Aus irgendwelchen Gründen geht man bei dem 51-Jährigen automatisch davon aus, dass hinter jeder Bemerkung, und sei sie noch so weit unter der Gürtellinie, eine subtile Pointe steckt, die man jetzt im Moment nur nicht versteht.

Der Transformers-Schauspielerin hingegen traut man nicht einmal zu, zu wissen, was eine Pointe ist. Ihre Kollegen bezeichneten sie in einem anonymen Schreiben sogar als "dumm wie Brot". Dafür gibt es Foren und Webseiten, die nur ein Thema haben: "Aussehen wie Megan Fox".

Die Welt ist ja so ungerecht! Da lässt man sich die Oberweite aufstocken, die Lippen aufblasen, die Ohren anlegen, das Kinn rundhobeln, die Stirn bügeln, investiert Zigtausende in einen Personal Trainer, knabbert fünfmal täglich an Stangensellerie, verklebt die gelifteten Katzenaugen mit künstlichen Wimpern, quetscht die Füßchen in turmhohe High Heels, ziert regelmäßig diverse "Hottest-Women"-Listen der Magazine - und dann wird man auf sein Äußeres reduziert!

Es ist schlimm, wirklich schlimm. Leidensgenossinnen wie Verona Pooth und Michelle Hunziker können ein Lied davon singen. Andererseits: Dass man mit dem Image als Dummchen oder Sexbömbchen solche Unmengen an Kohle verdienen kann, macht die Sache dann schon wieder etwas erträglicher.

Die Moderatorinnen haben diese Rolle bis zu Perfektion verinnerlicht - und gelten gerade deshalb als clever. Wie sagte Verona einmal so treffend? "Man versucht dauernd hinter meine Fassade zu gucken. Aber da ist nichts." Megan Fox sollte sich ein Beispiel an der Frau nehmen, die Geld verdient mit Sätzen wie "Hier werden Sie geholfen". Dann wäre sie sogar froh, wenn kein Mann Spuren von Intelligenz in ihrem hübschen Kopf vermutet. Sonst würde sie uns nämlich nicht von so vielen Hochglanz-Magazinen entgegenlächeln.