Promis und Liebe - Schmachtwort der Woche "Schade, dass es keine Zwangsheirat mehr gibt"

Es ist ein Kreuz, dass sich die Kinder heutzutage ihre Partner selbst aussuchen. Dabei würde Gloria von Thurn und Taxis ihre Töchter so gern verkuppeln, zur Not zwangsweise. Auch Bundespräsident Gauck und Inka Bause könnten sich auf etwas gefasst machen.

Eine Kolumne von Violetta Simon

Es ist wirklich ein Glück, dass der deutsche Adel bei uns nur noch zu Dekorationszwecken eingesetzt wird. Was nicht heißt, dass er nichts zu sagen hätte: "Ich finde es sehr schade, dass es keine Zwangsheirat mehr gibt", quengelte Gloria von Thurn und Taxis in der ARD-Talkshow "Gottschalk Live". In Deutschland werden jedes Jahr mehr als 3000 Frauen zwangsverheiratet, viele von ihnen sind nicht einmal 17 Jahre alt. Während die Regierung versucht, gegen diese Menschenrechtsverletzung vorzugehen, geht die dreifache Mutter dieser Gewaltakt offenbar noch nicht weit genug. Fehlt nur noch, dass die Prinzessin das Wahlrecht für Frauen abschafft und dafür die Hexenjagd wieder einführt.

Schmachtwort Von Thurn und Taxis

Das Schmachtwort der Woche kommt diesmal von Gloria von Thurn und Taxis

(Foto: Julian Hosse)

Dass zwischen Gehirn und Mund nicht unbedingt eine Verbindung bestehen muss, hat die Prinzessin, die sich selbst als "Elefant im Porzellanladen" bezeichnet, hinreichend bewiesen: 2001 erklärte sie die Aids-Misere mit dem Hang männlicher Afrikaner zum "Schnackseln" - und holte sich kurz darauf zur Eröffnung ihres Schlossparks den Botschafter von Kenia nach Regensburg. Für eine lustige Kutschfahrt durch die Grünanlagen.

Ihren Appell, dass gegen Aids "keine Kondome, sondern nur Treue" helfe und auch die Pille "eine Form der Abtreibung" sei, ergänzte sie durch die Ansage: "Mir sind Mütter, die Kinder von zehn verschiedenen Männern haben, lieber, als Frauen, die abgetrieben haben." Für so viel bestechende Logik erntet sie von ihrem Seelenverwandten und Co-Autoren Kardinal Meisner stets eifriges Nicken.

Beide scheinen auch Experten für den spirituellen Umgang mit gleichgeschlechtlicher Liebe zu sein. Homosexualität sei wider die Natur, sagte Gloria bei Maischberger (Meisner nickte), und müsse demnach behandelt werden - und zwar "mit viel Beten".

Noch mehr Nonsens

Und als wir dachten, jetzt sei endlich Ruhe, da findet sich doch wieder jemand, der ihr eine Bühne für weiteren Nonsens bietet: Bei Thomas Gottschalk durfte die 52-Jährige kürzlich begründen, warum die Herdprämie ein "tolles Incentive" für Hausfrauen wäre - und brachte bei der Gelegenheit auch gleich ihr Bedauern zum Ausdruck, dass es die Zwangsehe nicht mehr gibt.

Wenn Gloria könnte, wie sie wollte, wären ihre Töchter Maria Theresia, 31, und Elisabeth, 30, gleich die ersten, die sie unter die Haube brächte. Zu ihrer großen Überraschung konnte sie ihre Kinder bisher jedoch nicht überzeugen: "Meine Töchter lachen sich tot, wenn ich mal wieder einen Vorschlag mache." Kein Wunder: Wer will schon von einer Frau verkuppelt werden, die in der Epoche der mittelalterlichen Kreuzgängen von Schloss Emmeram hängen geblieben zu sein scheint und öffentlich verbreitet, Schwule sollten sich gesundbeten?