Wenn Promis über Liebe reden - "Schmachtwort der Woche" "Das fängt mit 70 erst an"

Schon schlimm, wenn einem in dem Alter noch immer die Frauen nachstellen: Maximilian Schell kann sich kaum retten vor Verehrerinnen. Der Schauspieler verkörpert den Sugardaddy überaus glaubwürdig, seine Lebensgefährtin ist fast ein halbes Jahrhundert jünger als er. Doch warum leben so viele Frauen mit Männern, die ihre Großväter sein könnten?

Eine Kolumne von Violetta Simon

Es ist eine Plage mit den Frauen. Ständig steigen sie einem hinterher. Nicht mal vor dem Alter machen sie Halt. Klar, dass ein attraktiver Typ wie Maximilian Schell ein gefundenes Fressen für weibliche Verfolgerinnen ist: "Ich werde immer noch von Frauen verehrt", verriet der 81-jährige Schauspieler kürzlich in der Bunten. Und das wird so bald wohl auch nicht abreißen. In einem Interview erzählt er: "Als ich meinen Vater einmal fragte, ob das mit den Frauen nicht bald aufhört, sagte er: Nein, das fängt mit 70 erst an!"

Schmachtwort Maximillian Schell

Das Schmachtwort der Woche kommt diesmal von Maximillian Schell.

(Foto: Sophie Kaiser)

Ein Mann jenseits der 70 ist nicht unbedingt das, was einer Frau beim Thema Beuteschema als erstes in den Sinn kommt. Jetzt mal ehrlich: Wäre Maximilian Schell nicht berühmt, er wäre einfach nur ein sympathischer Greis. Zugegebenermaßen einer mit Charisma, aber dennoch mit gebeugtem Rücken und schütterem Haar. Doch der Oscar-Preisträger lebt mit einer Frau zusammen, die beinahe ein halbes Jahrhundert jünger ist als er: Die Opernsängerin Iva Mihanovic wird demnächst 34.

Dabei ist Schell nur einer von vielen begehrten Greisen. Da wäre zum Beispiel der 86-jährige Playboy-Opa Hugh Hefner, der sein Image als begehrter Single über Twitter zu beschwören versucht: "Die zweite Hälfte jeder Nacht endet mit meinen Mädels unter der Bettdecke." Oder Opernball-Organisator Richard "Mörtel" Lugner, der mit seinen 78 Jahren etwa vier Mal so alt ist wie seine aktuelle Gefährtin "Katzi". Selbst eine ernst zu nehmende Persönlichkeit wie Franz Müntefering hat eine Frau geheiratet, die beinahe seine Enkelin sein könnte: Den 72-jährigen Ex-Vizekanzler und die SPD-Politikerin Michelle Müntefering trennen 40 Jahre. Dann wäre da noch der Berufsjugendliche Dieter Bohlen: Je älter der Produzent wurde, desto jünger waren seine Frauen. Bei Nadja Abd el Farrag waren es nur elf Jahre Unterschied, bei Estefania Küster bereits 25, zwischen ihm und Carina Fatma liegen bereits drei Jahrzehnte.

Auch "Ein bisschen Spaß muss sein"-Sänger Roberto Blanco wollte es mit 73 nochmal wissen und heiratete seine 40 Jahre jüngere Freundin Luzandra Strassburg. Immerhin sehen die beiden den Tatsachen ins Auge und beweisen Humor, indem sie gemeinsam für ein Potenzmittel werben.

Doch auch wenn das Testosteron sich allmählich verabschiedet und die junge Partnerin sich dazu genötigt sieht, die schwindende Potenz ihres Gefährten in respektvolle Zuneigung umzuinterpretieren: Man ist schließlich immer noch Mann. Ein letztes Aufbäumen in Form eines Nachwuchses zeigt, dass auch ein reifer Mann immer noch Vater werden kann - selbst wenn er in seiner vorherigen Familie bereits unter "Opa" läuft. Ist es nicht großartig, die Uhr einfach zurückzudrehen und noch einmal von vorn zu beginnen? "Mr. Tagesthemen" Ulrich Wickert hat es allen gezeigt und ist mit 69 Jahren nochmal Vater geworden. Seine Tochter aus erster Ehe ist 42, zwei Jahre älter als die frisch gebackene Mutter. Ein Kind mit 60, 70 oder gar 80: wo liegt das Problem? Dass Papa bei der Einschulung seiner Tochter nicht dabei sein kann, weil die Treppe zur Aula nicht rollstuhltauglich ist - was sind denn das für Argumente! Solche Bedenken sind was für Spaßbremsen!

Die junge Frau im Haus erspart die Krankenschwester

Frauen mit alten Männern haben einen Vaterkomplex, heißt es. Doch auch wenn es paradox klingen mag: Mindestens ebenso oft sind es in solchen Beziehungen die Männer, die einen ausgeprägten Mutterkomplex haben. Sie sehnen sich nach einer Frau, die nur für sie da ist, ihr Leben nach ihnen ausrichtet und sämtliche Bedürfnisse erfüllt. Der betagte Frauenschwarm Maximilian Schell lobte seine junge Lebensgefährtin einmal bei Beckmann: "Ich habe noch nie eine Frau erlebt, die sich so um mich kümmert, dass es mir auch gut geht". Schön, wenn die Krankenpflegerin im Hause lebt und auch noch das Bett teilt. Achja, und singen kann sie auch noch.

Manchmal mündet Fürsorge aber auch in Bevormundung. Seit Helmut Kohl mit der 34 Jahre jüngeren Volkswirtin Maike Kohl-Richter verheiratet ist, hat der Altkanzler nicht mehr viel mitzureden: Sie entscheidet, mit wem er sich trifft und mit wem er telefoniert - der Memoiren-Autor Heribert Schwan bezeichnet Helmut Kohl als "fremdbestimmten Mann".

So weit wird es Maximilian Schell nicht kommen lassen, Freiheit in der Beziehung ist ihm wichtig. "Iva ist die erste und vielleicht auch einzige Frau, die das versteht", lobt er seine junge Frau. "Sie ist so klug und lässt mich."

Recht hat er! Osteoporose, Zahnverlust und schlechte Augen sind noch lange kein Grund, sich einengen zu lassen - wozu gibt es schließlich diese praktischen Rollatoren?

Kennen Sie einen peinlichen Spruch von einem Prominenten, ein witziges Zitat einer berühmten Persönlichkeit oder eine Liedzeile zum Thema Liebe? Dann behalten Sie das nicht für sich, sondern schicken Sie es an leben@sueddeutsche.de - Betreff: "Schmachtwort" (bitte den Urheber des Ausspruchs angeben!).