Prinzessin Caroline wird 50. Kein Alter für eine Prinzessin, aber immerhin Anlass, zurückzuschauen auf ein Leben, das nicht immer geradlinig verlaufen ist.
Nichts Neues aus Monaco. Albert heiratet nicht, nicht einmal von Verlobung kann die Rede sein. In fürstlichen Familien wird diese fast vergessene Sitte noch immer praktiziert.Das komplizierte Erbfolgerecht Monacos sah ursprünglich vor, dass das Fürstentum, sollte es keinen männlichen Thronfolger geben, an Frankreich fallen würde. Doch würde Albert II., der über den Kleinstaat herrscht, morgen, was Gott verhindern möge, von einem monegassischen Bus überfahren, dann würde Caroline, seine ältere Schwester, an die Spitze rücken.
(© Foto: dpa)
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Diese Modifizierung der Thronfolge hatte ihr Vater, der schlaue Rainier, einige Jahre vor seinem Tod durchgesetzt.
An diesem Dienstag nun wird Caroline fünfzig. Kein Alter für eine Prinzessin, aber immerhin Anlass, zurückzuschauen auf ein Leben, das nicht immer geradlinig verlaufen ist.
Es ist nicht alles Glamour in Monaco, und es war nicht immer ein Glück für Caroline, die Tochter eines Fürsten zu sein. Andererseits gibt es schlimmere Schicksale als das eines verwöhnten Kindes eines regierenden Fürsten.
Weder ihre Mutter, die unvergessene Gracia Patricia, Älteren noch als Grace Kelly geläufig, noch der autoritäre Vater Rainier konnten sie davon abhalten, im fast jugendlichen Alter einen 17 Jahre älteren Playboy zu heiraten. Die Ehe mit Philippe Junot ging freilich schon nach zwei Jahren kaputt und es bedurfte einiger diplomatischer Anstrengungen, die Heirat vom Vatikan für null und nichtig erklären zu lassen.
Danach folgte die traurigste Episode ihres Lebens, als der Mann, den sie liebte, Stefano Casiraghi, bei einem Speedbootrennen in den Tod fuhr. Aus der Ehe mit ihm stammen die drei Kinder, Andrea, Charlotte und Pierre, die wohl demnächst am Jetset-Leben teilnehmen werden.
Inzwischen ist Caroline seit acht Jahren mit Ernst August von Hannover verheiratet, womit das Haus Grimaldi erstmals in die Liga der Royals aufrückte.
Eine Weile war es Mode, sich über den Prinzen zu mokieren, der so leicht aus der Fassung zu bringen ist. Der Stammbaum des Welfen Ernst August ist noch länger als jener der Grimaldis. Er ist ein Mann der zupackenden Art, gehört im weitesten Sinne zum englischen Königshaus, lag allerdings in der Thronfolge ziemlich weit hinten. Weil Caroline katholisch ist, hatte er diesen theoretischen Anspruch aufgegeben. Immerhin hat Caroline mit ihm noch im Alter von 42 Jahren ein viertes Kind bekommen.
In Monaco gibt Caroline von Hannover, Königliche Hoheit, so etwas wie die Landesmutter, weil ihr Bruder Albert sich nicht entschließen kann, sich endlich eine Frau zu suchen. "Ich erfülle meine Pflicht und warte darauf, dass mein Bruder heiratet", hat sie einmal gesagt und lächelt für Monaco.
Dabei passt sie auf, dass sie nicht auf die falschen Fotos gerät. Keine königliche Familie der Welt wehrt sich entschiedener gegen die Paparazzi. Ihre Schadensersatzprozesse haben schon Millionen eingebracht. Und wenn sie sich im Recht wähnte, ging sie bis in die höchsten Instanzen. Das "Caroline-Urteil" des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte war ein Schlag gegen die Berichterstattung der Boulevard-Presse. Und leider auch ein Schlag gegen die Pressefreiheit.
Im einst stabilen und friedlichen Staat Mali errichten Islamisten, Separatisten und Terroristen das Afghanistan Afrikas. Seite 3 Jetzt lesen ...
(SZ vom 23.1.2007)