Party-Trend in Argentinien Lass' mal wieder auf 'ne Hochzeit gehen

Party-Trend in Argentinien: Fake-Hochzeiten.

(Foto: RAIS-RUIZ FOTOGRAFIA; Falsa Boda/Facebook)

Eine Hochzeit ist super, vor allem wenn es nicht die eigene ist. So denken offenbar viele junge Argentinier. Fake-Hochzeiten sind deshalb im Trend.

Alte Freunde wieder treffen, umsonst essen und trinken, sich endlich mal wieder ein neues Outfit kaufen. Hochzeiten sind toll. Vor allem, wenn man nicht selbst heiratet. Leider sind Hochzeiten aber auch selten. Besonders selten offenbar in Argentinien: Junge Leute entscheiden sich da offenbar kaum noch für den "Bund fürs Leben" - da fallen natürlich auch die Partys weg.

Das könnte man wenigstens vermuten. Ist aber nicht so: Ein Unternehmen mit dem vielsagenden Namen "Falsa Boda" - spanisch für "falsche Hochzeit" - veranstaltet eben diese. Sie hätten keine Lust mehr gehabt darauf zu warten, dass irgendwelche ihrer gemeinsamen Freunde heiraten, schreiben die Unternehmer auf der Website. Also haben sie beschlossen, die Zeremonien zu fälschen und dabei all die Dinge mitzunehmen, die an Hochzeiten am meisten Spaß machen: das Brautpaar natürlich, Tanzen, eine Party mit offener Bar und... ein bisschen Drama. Denn auch das gehört ja zu jeder guten Hochzeit dazu.

Ein bisschen Drama gehört dazu

Bei "Falsa Boda" darf es davon aber ruhig ein bisschen mehr sein: Bei einem Event wurde - der Klassiker - der Bräutigam von der Braut vor dem Altar stehen gelassen. Ein anderes Mal gestand der Bräutigam während der Zeremonie einem Mann, der unter den Gästen war, seine Liebe. Daraufhin ließen sich die beiden Männer trauen.

"Alles begann vor zwei Jahren", sagt der 26-jährige Martín Acerbi dem Guardian. Gemeinsam mit vier Freunden habe er damals festgestellt, dass sie schon lange auf keiner Hochzeit mehr waren, gemeinsam entschieden sie sich, das zu ändern. Sie organisierten eine falsche Hochzeit - das Event war ein voller Erfolg. Also gründeten sie die Firma. Neun falsche Trauungen gab es bislang, schreibt das Unternehmen auf seiner Facebookseite. Auf der Website können derzeit Tickets für vier weitere Fake-Trauungen gekauft werden, sie kosten um die 50 Euro pro Person. Zu jeder "Hochzeit" können zwischen 600 und 700 Gäste kommen.

Die Statistik gibt der Idee hinter dem Geschäftskonzept Recht: Wie der Guardian berichtet, heirateten im Jahr 2013 nur knapp 12 000 Paare in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires. 1990 sollen es noch 22 000 gewesen sein. Außerdem sei das Durchschnittsalter fürs Heiraten bei Frauen von 28 auf 30 und bei Männern von 29 auf 34 Jahre gestiegen.

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Jede dritte Ehe wird geschieden. Egal, wir heiraten trotzdem - und wenn es uns die letzten Kröten und Nerven kostet. Macht das Sinn? Und ob. Von Violetta Simon mehr...