Die Obama-Mania kennt keine Grenzen - auch die Geschäftemacherei mit dem großen Namen nicht. Nun wird es geschmacklos: In Deutschland sind "Obama-Fingers" auf dem Markt.
Es gibt Action-Figuren von Barack Obama, Starschnitte in Lebensgröße, Kaffeebecher, Kekse. Sein Konterfei lächelte von T-Shirts, Buttons, Plastiktüten und und Unterhosen. Schon im US-Wahlkampf ums Weiße Haus trieb die Obama-Mania merkwürdige, aber bekannte Blüten.
440 Gramm "Fleischzubereitung", dazu Dip aus dem Plastikdöschen: Die panierten Hühnerfleischklumpen, die in deutschen Discountern als "Obama-Fingers" verkauft werden. (© Foto: AP)
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Seit Barack Obama im Amt ist, hat sich daran keineswegs etwas geändert. Kurz nach der Inauguration meinte eine Spielzeugfirma, mit Puppen das große Geschäft machen zu können. Sie sehen den Töchtern des neuen Präsidenten ähnlich und trugen die Namen "Sweet Sasha" und "Marvelous Malia".
Die First Lady zeigte sich entsetzt davon, dass ihre Töchter für Marketingzwecke benutzt wurden. Sie forderte den Hersteller auf, andere Namen für die Püppchen zu finden.
Was Michelle Obama wohl zu dem neuesten PR-Gag aus Deutschland sagen würde? Hier bieten zwei Discounter nun etwas an, das sich ebenfalls mit dem Namen des US-Präsidenten schmückt: In den Tiefkühlregalen der Billigläden liegen nun "Obama-Fingers".
Auf der 500-Gramm-Packung weht die amerikanische Flagge, im Hintergrund ist die Golden Gate Bridge zu sehen. Abgebildet sind knusprig-krosse Häppchen, fein angerichtet auf einer Porzellanplatte, vom Foodfotografen so appetitlich wie möglich in Szene gesetzt. "Zarte, saftige Hähnchenbrustfiletstücke" ist zu lesen, "gewürzt, paniert, gegart". Dazu gibt es einen Curry-Dip im Plastikschälchen.
Was die länglichen panierten Klumpen, die vom Eisfach direkt ins heiße Fett plumsen sollen, mit den Fingern des US-Präsidenten zu tun haben, bleibt schleierhaft. Auch die Discount-Ketten können offenbar noch nicht abschätzen, wie der Fertigfraß bei den Kunden ankommt - und ob es genügt, die goldbraunen Fleischbrocken nach Körperteilen des mächtigsten Mannes der Welt zu benennen.
Denn genau darauf setzt der Hersteller des Produkts. Bei dem niedersächsischen Unternehmen, das sonst sein Geld mit "Hähnchen-Medaillons Hawaii", panierten "Geflügen-Dinos" und diversen "Aspik-Spezialitäten" verdient, spricht man ganz offen über die Marketing-Strategie: Die Hoffnungen für den Artikel ruhen auf dem positiven Charakter Obamas, sagt eine Sprecherin des Unternehmens.
Weil eben noch nicht ganz sicher ist, ob die Obama-Masche bei den Kunden im Discounter zieht, finden die das Produkt vorerst auch nur begrenzte Zeit im Tiefkühlregal: Eine Woche lang wird getestet, ob die Kreation den Geschmacksnerv der Deutschen trifft. Oder ob es die Fleischstücke mit dem prominenten Namen einfach nur geschmacklos findet.
Bleibt zu hoffen, dass sich die Menschen, die die Wahl haben, auch dieses Mal wieder richtig entscheiden und die Präsidenten-Finger im Kühlregal liegen lassen - im Namen des guten Geschmacks.
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(AP/sueddeutsche.de/mmk/jja)
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Würde die Dinger Osama heissen wäre es lustig aber so finden mache es empörend...
Oh falsches Moralverständnis
Nicht nur süß-sauer, sondern sehr pikant sind die Obama Fingers wegen der Assoziation mit den Ernährungsgewohnheiten von Schwarzen in den Südstaaten, auf die Sie hinweisen.
Ähnlich auch im Kommentar von "Ian" auf der von mir angegebenen Webseite amerikanischer "expatriates" in DE:
Ich zitiere Ian aus Hamburg von dieser Webseite:
"Hmmm.. fried chicken, get it? Next itll be Barack Brand Watermelons."
Ob das die deutschen Werbefritzen in ihrer kulturellen Unbedarftheit als Trittbrettfahrer der Obamania bemerkt haben?
Es ist ein altes, rassistisches Stereotyp in den Südstaaten, Afroamerikaner würden sich primär von Melonen und Hühnchen ernähren.
Hier wird dies erklärt:
http://answers.yahoo.com/question/index?qid=20090227115827AAv4qTQ
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Wie denken amerikanische "expatriates" über die Obama Fingers? Dazu ein Link:
http://www.amiexpat.com/2009/03/11/obama-fingers/#comments
Erheiternde Lektüre.Nette website.
Paging