Experten rechnen für diesen Winter mit einer Rekord-Epidemie des Norovirus. Besonders gefährlich ist der Erreger für ganz junge und alte Menschen.
Der ansteckende Magen-Darm-Erreger Norovirus wird in den kommenden Wochen vermutlich mehr Deutsche befallen als je zuvor.
Auch auf der Queen Elisabeth 2 war eine ganze Reihe Passagiere erkrankt. (© Foto: AP)
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Noch vor der für die nächsten Wochen erwarteten Grippewelle befürchtet das Berliner Robert-Koch-Institut (RKI), dass es zu einer Epidemie kommen wird.
"In diesem Winter werden wir aller Voraussicht nach einen neuen Rekordstand an Norovirus-Infektionen verzeichnen", sagte der Präsident des RKI, Reinhard Kurth, dem Magazin Focus. Er rechne mit bis zu einer Million Erkrankten.
Kurth rief die Menschen zur strikten Beachtung der gängigen Hygieneregeln auf wie Händewaschen nach jedem Toilettengang.
Gefährlich für sehr junge und sehr alte Menschen
Die Symptome klingen zwar meist binnen 48 Stunden ab, doch für sehr junge und sehr alte Menschen sieht Kurth dem Bericht zufolge Gefahr: Im vergangenen Jahr habe sein Institut 19 durch Noroviren verursachte Todesfälle erfasst.
Das Magen-Darm-Virus zeichnet sind nach RKI-Angaben durch abrupt einsetzendes Erbrechen und schweren Durchfall aus. Die Symptome klingen aber normalerweise nach 72 Stunden ab.
Der Erreger, der früher als Norwall-like-Virus bezeichnet wurde, ist sehr widerstandsfähig und hoch ansteckend.
Meist wird es von Mensch zu Mensch übertragen. Die massivste Verbreitung hat es deshalb in der kalten Jahreszeit zwischen Oktober und April, ideale Voraussetzungen zum Springen von Mensch zu Mensch findet es in Gemeinschaftseinrichtungen wie Kindergärten, Schulen, Krankenhäusern sowie Alten- und Pflegeheimen.
Das Virus wird über den Stuhl und Erbrochenes ausgeschieden, Infektionen sind auch über infizierte Gegenstände und Kleidung möglich. Im Falle von Erkrankungen wird deshalb im Umgang mit dem Patienten die Verwendung von Handschuhen, Mund-Nasen-Schutz und Kitteln und Desinfektionsmitteln empfohlen, die gegen Viren wirken.
Alle Oberflächen, auch Türgriffe, mit denen der Erkrankte Kontakt hatte, sollten desinfiziert werden. Auch eine separate Toilette für den Erkrankten sei angebracht. Bettwäsche und Kleidung sollten in einem geschlossenen Sack verwahrt und über 60 Grad gewaschen werden.
Auch über infizierte Speisen wie Salate, Krabben und Muscheln oder verunreinigtes Wasser ist eine Ansteckung möglich. Erkrankte verlieren wegen des heftigen Erbrechens und Durchfalls rasch große Mengen Flüssigkeit.
Der Verlust sollte trotz der Übelkeit ausgeglichen werden, denn er stellt gerade für Kinder und Ältere eine große Gefahr dar. Erkrankte fühlen sich schwach, klagen über Bauch-, Kopf- und Gliederschmerzen und Mattigkeit. Gesundete Patienten können das Virus noch bis zu zwei Wochen weitergeben.
Keine Impfung gegen das Norovirus
Noroviren sind laut Robert-Koch-Institut weltweit verbreitet und auch in Deutschland für einen Großteil der Magen-Darm-Infektionen verantwortlich. Kinder unter fünf und Erwachsene über 70 Jahren sind den Angaben zufolge besonders häufig betroffen.
Die Zeit von der Infektion bis zum Ausbruch der Krankheit beträgt 10 bis 50 Stunden. Eine Impfung steht nicht zur Verfügung, auch Medikamente gegen das Virus gibt es nicht. Eine Infektion schützt zudem nicht vor der nächsten.
Laut früheren Informationen des Institutes begann die Norovirensaison 2006 im Vergleich zum Vorjahr früher. Bereits Anfang Dezember warnte das Institut vor einer epidemieartigen Zunahme der Krankheitsfälle, wie es ihn bereits in den Wintern 2002/2003 und 2004/2005 gegeben habe. Schuld sei in den beiden Jahren eine neue Variante des Virus gewesen.
Erst in der vergangenen Woche waren auf der "Queen Elizabeth 2", einem der größten Kreuzfahrschiffe der Welt, Hunderte Passagiere vom Norovirus befallen worden.
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(AP/Isabell Scheuplein/dpa)
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Ich frage mich eigentlich, wie das Robert Koch Institut auf die Zahlen kommt.
Leider habe ich - wie wahrscheinlich jeder - schon das ein oder andere Mal an einer Magen Darm Grippe gelitten. Ich habe auch jedes Mal den Arzt aufgesucht - nur wurde bei mir noch nie eine Stuhlprobe oder irgend etwas anderes zur Festellung des Virus an das RKI geschickt.
Ich denke, die Dunkelziffer ist da doch deutlich höher !
Es wäre schön, wenn ein Bericht auch mal hinterfragt, wieso es keine Impfung gegen Noro / Rotaviren gibt.
Vielleicht ist der Virus ja für einen Grossteil der Bevölkerung nicht lebensbedrohlich - aber ich muss sagen, dass ich mich bei keiner anderen "Alltagserkrankung" so ELEND fühle - und ich würde einiges für einen Schutz geben !
In Ihrem Beitrag sollte ein Hinweis auf mögliche Therapien und die entsprechenden Medikamente zu finden sein, damit der geneigte Leser seine Hausapotheke auffüllen kann.
Das Medikament fände dann seinen Platz neben dem Antivogelgrippemedikament.
aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass zumindest Bayern den Virus auch kriegen!
vielleicht meint der autor in diesem fall wirklich alle die hier leben! und bezeichnet sie deshalb nur noch als deutsche!;-) dann ist er schon viel weiter! soll ich mich dann als deutsche diskriminiert fühlen!?
mfg.
In der Tat ein erschreckender Erreger, sollten nur Deutsche von ihm befallen werden. Vielleicht hat der Autor aber auch Daten zur Hand, die er der geneigten Leserschaft vorenthielt, ueber die Anzahl betroffener Menschen in Deutschland, die nicht Deutsche sind? Zumindest auf Kreuzfahrtschiffen scheint dieser Erreger ja nicht zu diskriminieren, oder sind die genannten Hunderte von Passagieren moeglicherweise alle Deutsche?